Was ist Rebalancing? Welche Onlinebank ist die Richtige?

Was und wie funktioniert Rebalancing. Rebalancing ist eine (notwendige) Methode, um deine ursprüngliche Portfoliostruktur nach einer gewissen Zeit wiederherzustellen. Es geht darum, dafür zu sorgen, dass dein Portfolio effizient diversifiziert bleibt. Stelle dir vor, es ist seit deinem Anfangsinvestment ein Jahr vergangen. In diesem einen Jahr haben sich deine Asset-Klassen unterschiedlich entwickelt – manche sind gestiegen, andere sind gefallen. Da du dich in der Ansparphase befindest und die Erträge deiner ETFs direkt wieder in Selbige investierst (bei thesaurierenden ETFs geschieht das ja automatisch), sich die ETFs aber unterschiedlich entwickeln, verschieben sich die Anteile deiner Asset-Klassen ganz automatisch.

Ein vereinfachtes Beispiel

Angenommen du hast 100 Euro in 2 ETFs investiert: 50 Prozent in den risikoarmen ETF A und 50 Prozent in risikoreichen ETF B. ETF A hat nach einem Jahr eine Entwicklung von plus 10 Prozent hingelegt, ETF B ist sogar um 20 Prozent gestiegen. Der neue Wert von ETF A ist nun folglich 55 Euro (50 Euro plus 10 Prozent), der von ETF B sogar 60 Euro (50 Euro plus 20 Prozent). Dein neuer Depotwert beträgt also nun 115 Euro. Da ETF B so gut performt hat, hat er aber nun nicht mehr 50 Prozent an deinem Gesamtportfolio, sondern 52 Prozent (60 Euro von 115 Euro). Somit streckt sich sein Risiko über mehr als 50 Prozent deines Gesamtportfolios aus. ETF A hält nur noch 48 Prozent an deinem Gesamtportfolio.
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Dies ist eine Verschiebung und die ist nicht gut: Die Aufteilung soll ja gemäß deiner persönlichen Risikobereitschaft und deiner gesamten Strategie 50/50 und nicht 48/52 betragen. Du musst also deine ursprüngliche Struktur wiederherstellen. Dies gilt für jede Verschiebung, egal welcher ETF sich besser oder schlechter entwickelt hat. Rebalancing senkt das Risiko deines Portfolios. Es sorgt dafür, dass die tatsächliche Allocation mit der Allocation übereinstimmt, die deinen Bedürfnissen und deiner Risikobereitschaft entspricht.

Wie geht Rebalancing?

Das Beste ist, wenn du frisches Kapital in die unterrepräsentierte Asset-Klasse nachschießt. Sprich, du nimmst einen Teil deines Ersparten oder Sondereinnahmen (beispielsweise Steuerrückzahlungen). Dann kaufst den entsprechenden ETF in dem Maße nach, dass die korrekte Gewichtung wiederhergestellt ist. Oder du verkaufst Anteile des starken und kaufst mit dem Erlös Anteile am schwachen ETF nach (bedeutet aber mehr Transaktionskosten…). Du solltest Rebalancing ca. einmal pro Jahr durchführen, beispielsweise immer am 01.01. eines neuen Jahres.
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Also

Ich weiß, es fühlt sich im ersten Moment komisch an die schwächere Asset-Klasse durch Nachkäufe stärker zu befeuern. Hier trennt sich die irrationale Spreu vom rationalen Weizen unter den Anleger*innen. Aber es lohnt sich diese psychologische Hürde zu überwinden. Gerd Kommer beschreibt in „Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs“: Du wirst bei langfristigen Investments (untersucht wurde ein Zeitraum von 23 Jahren) mit dem wissenschaftlich belegten Rebalancing-Bonus in Höhe von einem halben Prozentpunkt (vor Transaktionskosten und Steuern) deiner Portfoliorendite belohnt. 0,5 Prozent? Dafür der ganze Aufwand?

Falle beim Rebalancing

Achtung: Durch den Zinseszins machen 0,5 Prozent auf 35 Jahre gesehen einen Zugewinn von etwa einem Fünftel deines Vermögensendwertes aus. Bei 20.000 Euro Vermögensendwert sind das ganze 4.000 Euro, die auf das Rebalancing zurückzuführen sind. Also ja, der Aufwand lohnt sich! William Bernstein erläutert in seinem Magazin Efficient Frontier, dass die Transaktionskosten Rebalancing-Effekt leicht schmälern. Aber selbst, wenn du sogar monatliches anstatt jährliches Rebalancing durchführen würdest, würdest du unter Berücksichtigung der Transaktionskosten immer noch eine höhere Rendite einfahren als ohne Rebalancing.

Okay und …

Dennoch ist der Bonus natürlich nicht garantiert. Es gibt durchaus Zeiträume von bis zu 5 Jahren, in denen Rebalancing keinen lohnenden oder sogar nachteiligen Effekt auf die Portfoliorendite hat. Doch im Vordergrund steht auch nicht die eventuelle Mehrrendite sondern deine Risiko- und Portfoliostruktur, die regelmäßig wieder hergestellt werden muss.
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Über die Autorin Natascha:

Natascha ist Unternehmerin (sie hat unter anderem das WG-Portal www.wg-suche.de gegründet) und bloggt außerdem unter www.madamemoneypenny.de zum Thema finanzielle Unabhängigkeit für Frauen. Ihr Ziel ist es, speziell Frauen die Scheu vor der Finanzwelt zu nehmen und sie zu inspirieren selbst Verantwortung für ihre Finanzen zu übernehmen. Der Blog liefert Wissen und Inspiration über Vermögensaufbau anhand von Investments und Unternehmertum – mit weiblicher Intelligenz und Leichtigkeit.

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