Sehr geehrte Leser,

das dritte Quartal 2019 ist vorbei, und die Aktienmärkte stagnieren weiterhin auf hohem Niveau, trotz der Vielzahl an Indizien, die auf eine nahende Abkühlung und einhergehende Rezession des Weltwirtschaftswachstums hindeuten. Die makroökonomischen Daten gehen weiter in die nächste Abwärtsspirale unseres Wirtschaftssystems. FED und EZB senken weiter die Zinsen und zögern somit die nahende Rezession weiter hinaus. Die Verschleppung der Everything Bubble, sprich der Blasen, an den Immobilien- und Aktienmärkten ist kein Vergleich zur Tech-Krise im Jahr 2000 oder der Subprime Krise im Jahr 2008. Die Ausmaße nehmen noch krassere Züge an, die fundamentalen Bewertungen sind bereits exorbitant hoch. Die Verzweiflungstaten mit dem billigen Geld, das in den Markt gepumpt wird, hält weiter an, weil bislang begleitende Maßnahmen wie Staatsanleihenkäufe plus Bargeldverdrängung zukünftig die Manövrierfähigkeit für Ihr Geld immer mehr erschweren werden. Schweden ist ein gutes Beispiel, wo vermutlich schon ab dem Jahr 2021 ein komplettes bargeldloses System implementiert sein könnte. Die Welt brodelt, die Rezession beginnt, der nächste Einschlag ist nicht mehr weit weg. Die Produktivität in den Firmen schrumpft sukzessive und der Grenznutzen sinkt.

Was bedeutet Grenznutzen überhaupt? Jeder neu investierte Euro erzeugt immer weniger Ertrag. Dies ist eine konvexe Funktion, die zum Schluss horizontal verläuft. Wir sind irgendwann in naher Zukunft an dem Punkt angekommen, bei dem, egal wieviel Geld in den Markt gepumpt wird, der Stimulus der Wirtschaft nicht mehr entfacht wird. An diesem Endpunkt wird sich zeigen, dass die Aufnahme von Geld und der Crack-upBoom die letzte Möglichkeit sind, eine Währung und die Wirtschaft am Leben zu erhalten. Ergo entsteht aber eine Hyperinflation durch die Geldflut und den damit verbundenen stetigen Kaufkraftverlust. Anschließend wird die Wirtschaft in eine herbe Krise schlittern aufgrund der abartigen Handlungen seitens der Notenbanken. Die Frage wird sein, wie lange sich das Aufpumpen der Blasen noch durchhalten lässt. Eines ist dabei immens wichtig: Die Zeiten, in denen Geld unrentabel auf Tages-, Fest- oder Spargeldkonten liegen sollte, sind endgültig vorbei. Jetzt heißt es, breit aufgestellt zu sein, am besten inSachwerten, die auch substanziell vorhanden sind. Man muss von der Lethargie in eine aktive Geldanlage umswitchen.

Rezession in Sicht?

Wie bereits erwähnt, ist der IFO Geschäftsklimaindex zuletzt deutlich eingebrochen. Der IFO Geschäftsklimaindex ist hierbei ein sehr guter Gradmesser für die Aussichten der deutschen Konjunktur. Er basiert auf rund 9000 Meldungen von Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe und signalisiert sofort erste Anzeichen für ein Abflauen der Konjunktur. Als Indikator gut geeignet und sehr valide.

IFO Geschäftsklimaindex IFO Geschäftsklimaindex
Quelle: https://www.ifo.de/sites/default/files/2019-07/ku-2019-07-pm-geschäftsklima-DT.pdf

Wie wir in der obigen Grafik recht schön sehen, sinken die verschiedenen Indikatoren seit über einem Jahr kontinuierlich. Erste Auswirkungen zeigen sich bereits in der Automobilbranche und der Zuliefererindustrie. Bei VW, Opel, BMW und Ford ist mittlerweile die Kurzarbeit eingetroffen und die Bänder stehen teilweise still. Aktuell sind rund 2/3 der Belegschaft bei VW beispielsweise in Kurzarbeit. Bei BMW wird tausenden hochqualifizierten Mitarbeitern die Arbeitszeit gekürzt mitherben Gehaltseinschnitten für eine Vielzahl der Beschäftigten. Noch dramatischer sind die Auswirkungen in der Zuliefererindustrie. Eisenmann, ein Zuliefererkonzern der Automobilindustrie mit knapp 1 Milliarde € an Jahresumsatz, meldete Ende Juli Insolvenz an. Hiervon betroffen sind rund 3000 Mitarbeiter, deren Arbeitsplätze akut gefährdet sind.

Rezession: Die weltweite Immobilienblase geht weiter, oder?

Neben der Blase am Aktienmarkt, die anhand einiger Fundamentaldaten, speziell in den USA auf einem historischen Hoch ist, nimmt auch die weltweite Immobilienblase immer krassere Züge an. Platz Nummer 1 der weltweit größtenImmobilienblase unter den Städten betrifft eine deutsche Stadt, nämlich München. Hier ist es mittlerweile normal, 8000-9000€ pro qm zu zahlen. Der durchschnittliche Kaufpreis für eine Immobilie in München beträgt derzeit 8.540€pro qm , Tendenz weiterhin steigend. In einigen Stadtteilen wie Schwabing, Ludwigsvorstadt, Lehel und Nymphenburg sind wir derzeit schon deutlich über 10.000€ den Quadratmeter. Der absolute Spitzenreiter ist der Stadtteil Maxvorstadt, wo man derzeit 12.194€ pro Quadratmeter für eine Neubauwohnung zahlt. Die Preissteigerungen betrugen zwischen 10-15% gegenüber dem Vorjahr.

Aber auch in Frankfurt sehen wir deutliche Preisanstiege von 15-20% gegenüber dem Vorjahr. Frankfurt belegt derzeit Platz 5 der weltweit überbewertesten Städte am Immobilienmarkt. Auch hier gibt es mittlerweile drei Stadtteile, wo man 10.000€ und mehr für ein Quadratmeter zahlen muss. Diese sind die Altstadt, Westend-Süd und Westend-Nord.

Die größten Städte und deren ImmobilienblasenDie größten Städte und deren Immobilienblasen
Quelle: https://www.ubs.com/global/en/wealth-management/chief-investment-office/life-goals/real-estate/2019/global-real-estate-bubble-index-2019.html

Wie hier in der Grafik und eben schon erwähnt, belegen zwei Städte, nämlich München (Platz 1) und Frankfurt (Platz 5) die vordersten Ränge der größten Blasenrisiken weltweit im Immobiliensektor. Lediglich Amsterdam, Hong Kong und Toronto sind noch gefährdeter als Frankfurt. München belegt mit dem Indikator 2,01 die absolute Pole Position. Weitere Städte mit Überbewertungen können Sie sehr schön der Grafik entnehmen. Tendenziell lässt sich sagen, dass viele Großstädte derzeit als Fluchthafen von Investoren sehr gefragt sind und als Anker dienen, um in Betongold zu investieren. Wie lange diese Übertreibung speziell in München und Frankfurt anhält, lässt sich nicht genau prognostizieren. Eines ist aber sicher: Die Preise werden nach über 10 Jahren deutlichem Anstieg und eine Euphorie nicht ewig steigen können. Für Otto Normalverbraucher sind solche Neubauwohnungen in größeren Städten auch kaum mehr finanzierbar.

Rezession: Kommt der nächste Schub bei den Edelmetallen?

Wie bereits von mir prognostiziert, hat es der Goldpreis aus seinem langfristigen Seitwärtskanal geschafft, nach oben auszubrechen. Dies hatten wir bereits rechtzeitig angekündigt und uns entsprechend positioniert. Der fulminante Anstieg des Goldpreises in dieser Schnelligkeit hat uns selbst überrascht. Sehr schön zu sehen ist aber auch, dass die anschließende Konsolidierung, in der wir uns derzeit befinden, gesund ist für den nächsten Schub nach oben. Solange wir nicht unter die Marke von 1380$ die Unze beim Goldpreis fallen, steht dem weiteren sukzessiven Anstieg bei Gold und speziell bei Silber nichts mehr im Wege. Je weiter die absurden Notenbankinterventionen mit Niedrigzinsen und der damit einhergehenden finanziellen Repression voranschreiten, umso wertvoller werden limitierte Sachwerte in Form von Gold und Silber. Die täglichen Schwankungen und die Korrektur bei Gold sind eine gute Gelegenheit, um Nachkäufe in Erwägung zu ziehen. Da wir uns 10% über der wichtigen Unterstützungsmarke von 1380$ die Unze befinden, ist derzeit auch ein großer Sicherheitspuffer gegeben. Das Einleiten einer neuen Hausse am Edelmetallmarkt bestätigt sich immer mehr.

Goldpreisentwicklung in $Goldpreisentwicklung in $ / Quelle: www.vwdgroup.com

Eine weitere interessante Grafik ist der Vergleich des Goldpreises zum Silberpreis. Wie in der unteren Grafik recht deutlich zu sehen ist, ist Silber volatiler als Gold und daher für den risikoaffinen Investor ein zusätzlicher Renditehebel. Denn der Silberpreis konnte innerhalb von zwei Monaten um über 30% zulegen. Auch sehen wir hier, wie in der Grafik unterhalb, wie der langfristige Abwärtskanal, welcher seit dem Jahr 2016 Bestand hatte, schlagartig nach obenhinaus durchbrochen wurde. Hier ist der Hebel für steigende Preise und das Aufholpotenzial gegenüber Gold immer noch gegeben. Derzeit haben wir ein Gold-Silber Ratio von über 80. Das bedeutet, 80 Unzen Silber sind soviel Wert wie eine Unze Gold.Im langfristigen Mittellag der Durchschnitt bei rund 60. Unter diesem Gesichtspunkt, der noch deutlich niedrigeren Verfügbarkeit als limitiertes Gut gegenüber Gold inklusive der Verwendung als Metall in der Industrie, ist Silber derzeit höchst attraktiv als Investment. Das Potenzial der Edelmetalle ist aus unserer Sicht weiterhin extrem gut, wir befinden uns erst am Anfang einer lang anhaltenden und sukzessiven Aufwärtsbewegung. Die Anzeichen für einen nachhaltigen Anstieg sind aus unserer Sicht nach jahrelangem Warten endlich gegeben. Die Manipulationen, welche die letzten Jahre gegriffen und den Ausbruch nach oben verhindert haben, scheinen angesichts der weltweiten Gelddruckorgie nicht mehr zu wirken.

Man muss sich immer mehr vor Augen führen, dass je mehr Geld in den Wirtschaftskreislauf gepumpt wird, Edelmetalle aufgrund ihrer Limitiertheit immer wertvoller werden müssen. Dem gedruckten Geld auf dem Bankkonto steht kein Gegenwert gegenübern und stellt lediglich einen Buchungsvorgang im Bankensystem dar.

Rezession Goldpreis vs. Silberpreis / Quelle: www.vwdgroup.com

Fazit

Die Rezession und damit verbunden die Ängste, die seitens des Ifo Geschäftsklimaindex signalisiert werden, können einen Dominoeffekt auf die gesamte Wirtschaft auslösen. Die neue EZB Chefin Christine Lagarde wird die Negativzinsspirale weiterhin ausbauen, sodass die Geldentwertung und der Kaufkraftverlust immer extremere Züge annehmen werden.Rechnen wir allein heute schon mit einer realen Geldentwertung von 3-4% p.a., was der wahren Inflation entspricht, so ist das Geld auf den Tagesgeld-, Festgeld- und Girokonten nach 10 Jahren nur noch knapp halb sovielwert an bereinigter Kaufkraft. Im Gegenzug sind die Blasen am Aktien- und Immobilienmarkt bereits exorbitant hoch, sodass die Fallhöhe immer schmerzhafter wird, je länger dieser Prozess anhält.

Auf gute und solide Investments
Ihr Florian Müller

Quartalsbericht zum Kapitalmarkt

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
das erste Quartal 2019 ist vorbei und die weltweiten Börsen stiegen deutlich nach oben. Die Kehrtwende in der Zinspolitik seitens der FED von Jerome Powell im Dezember 2018 stimuliert die Märkte weltweit. Kurze Zusammenfassung: Die Notenbank in den USA wird den Leitzins im Jahr 2019 nicht erhöhen. Im Jahr 2020 soll es vermutlich keinen Zinsschritt geben, dafür im Jahr 2021. Was sehr spannend ist: die Bilanzsumme der FED soll weiter bis Oktober abgebaut werden, um dann komplett gestoppt zu werden. Das ist eine Art kleine Zinssenkung, ergo stützt dies das System.

Man muss sich immer vor Augen halten, dass die Notenbank alle wirtschaftlichen Daten vorab hat. Die Wachstumseinschätzung der FED wurde in der Projektion von 2,3% auf 2,1% revidiert. Die Hauptgründe sind der BREXIT und der Zollstreit mit China. Werden die Zinsen doch nicht weiter angehoben, vielleicht sogar zukünftig gesenkt? Die Erkenntnis daraus ist sehr einleuchtend: Jerome Powell, der oberste Währungshüter der FED, hat wohl Angst vor der kommenden Rezession in den USA. In vielen europäischen Ländern sind wir in rezessiven Tendenzen. Das Wachstum global ist einfach extrem schlecht. Wenn jetzt weitere Schulden der Staaten und geldpolitische Maßnahmen nicht mehr helfen, den Aktienmarkt zu stützen, dann muss man sich Sorgen machen.

Wie sehen die makroökonomischen Daten konkret aus?

Wie im letzten Short-up zum Kapitalmarkt, welches mittlerweile auf unserem Youtube Kanal online ist, bereits erwähnt, legen wir großen Wert auf den Leading Economy Index, der zehn wichtige Wirtschaftsindikatoren zusammenfasst. Nachfolgend zeige ich Ihnen nochmals den aktuellen Chart:

zehn wichtige Wirtschaftsindikatoren zusammenfasstAbbildung 1: LeadingEconomic Index im langjährigen Vergleich

Was sagt diese Grafik genau aus?

Zum besseren Verständnis der Beziehung zwischen dem LEI Index und der nahenden Rezession ist dieses Schaubild sehr aussagekräftig. Vom Höchststand des Index bei 100, wie wir auch aktuell stehen, zeigt es die vorangegangenen Höchststände und die Anzahl der Monate an, bis die offizielle Rezession eintrat. Aus der Vergangenheit sieht man, dass dieser Korridor vom Hochpunkt der Konjunktur und dem Eintreffen der Rezession zwischen einem Monat und 20 Monaten schwankte. Dies sollte ein weiterer Indikator für eine kommende Abschwächung der US-amerikanischen Wirtschaft sein. Sie fragen sich wohl, wieso wir immer uns immer wieder auf die USA fokussieren? Ganz einfach: Wenn die größte Weltmacht einen Konjunktureinbruch bekommt oder sogar in die Rezession fällt, hat dies verheerende Auswirkungen auf die restlichen Märkte. Wenn die USA husten, bekommt der Rest der Welt eine akute Erkältung.

Wie sieht es mit den fundamentalen Bewertungsindikatoren aus?

Die nachfolgende Grafikzeigt die Bewertung anhand des Wilshire 5000 Kursindex, der alle US-amerikanischen Aktiengesellschaften umfasst und somit als guter Konjunkturindikator gilt. Je höher dieser Wert ist, umso größer ist die Überbewertung der Aktienmärkte. Umso schneller steigen die Aktienmärkte im Vergleich zur tatsächlichen Wirtschaftsleistung, dem Bruttoinlandsprodukt.

Vergleich zur tatsächlichen WirtschaftsleistungAbbildung 2: Wilshire 5000 im Vergleich zum BIP

Hatten wir im Jahr 2000 noch einen Rekordwert von 137% erreicht, ging es danach steil bergab. Aktuell haben wir den höchsten Wert seit dem Jahr 1970. Eine Überbewertung ist hier relativ eindeutig sichtbar. Weitere signifikante Indizien sind auch die Kurs-Gewinn Verhältnisse der US-amerikanischen Unternehmen. Hier sind wir ebenfalls bei sämtlichen Faktorvarianten auf Rekordniveau.

Letztendlich geht die Preisverzerrung in eine weitere Runde. Dies bezieht sich nicht nur auf die Aktienmärkte, sondern erstreckt sich über alle möglichen Vermögenswerte. Darin impliziert Immobilien, Kunstgegenstände, Oldtimer und andere exotische Sachwerte.

Was machen die Edelmetallpreise?

Wie in unserem Short-up zum Kapitalmarkt bereits erwähnt, sind wir aus einem langfristigen Abwärtskanal beim Goldpreis in Dollar nach oben ausgebrochen. Es bleibt abzuwarten, ob die Entwicklung nachhaltig ist. Als nächster größerer Widerstand ist der Bereich zwischen 1.370 – 1.380$ zu sehen. Heruntergebrochen auf Angebot und Nachfrage müsste der Goldpreis schon seit Jahren steigen. Das Wachstum der Goldproduktion schwächt sich sukzessive ab, wohingegen die Nachfrage nach Gold, insbesondere von Notenbanken, steigt. Aber auch in den aufstrebenden Ländern wie Indien und China steigt diese durch den Wohlstand deutlich an. Insbesondere wird in diesen Ländern der Wohlstand hauptsächlich durch Goldschmuck präsentiert und zur Schau gestellt. Mittel- bis langfristig sollte sich dieses Ungleichgewicht aber nivellieren, ergo die Edelmetallpreise steigen.

EdelmetallpreiseAbbildung 3: Wertentwicklung Gold in US-Dollar seit Januar 2000

Fazit

Die Rezessionsängste in den USA sind begründet und offensichtlich. Auch der oberste Währungshüter der Welt (Jerome Powell) sieht diese Gefahr des Abdriftens der US-amerikanischen Wirtschaft. Sollte dies eintreten und die Abschwächung der Wirtschaft den Konsum und Arbeitsplätze gefährden, steht als weiterer Dominoeffekt die ausufernde Schuldenthematik im Raum. Wenn hier Kredite ausfallen, was derzeit bei den Studentenkrediten immens ansteigt, wird das besorgniserregend und heftige Folgen auch für die weltweiten Börsen nach sich ziehen. In diesem Zusammenhang muss man immer den Aspekt von Chance / Risiko Verhältnis im Auge behalten.Mit zunehmendem Zeitverlauf werden dadurch Edelmetalle immer interessanter. Ich will hier keine Hiobsbotschaften ausmalen. Die Verzerrung kann sich noch hinauszögern. Insbesondere haben die Notenbanken noch einiges an Pulver, wie sie die Konjunktur stützen können, beispielsweise über Helikoptergeld.

Auf gute und solide Investments
Ihr Florian Müller

“Der Crash ist da!” – Die erste Rezension zum Buch von Florian Homm

Ich durfte als einer der ersten das neue Buch von Florian Homm lesen. Der Titel lautet „Der Crash ist da!“ Meine ersten Eindrücke sind sehr positiv, welche ich im nachfolgenden Bericht gerne näher schildere.

Das neue Buch des sagenumwobenen und legendären aber auch umstrittenen ehemaligen Hedgefondsmanager Florian Homm lautet im Gros „Der Crash ist da: Was Sie jetzt tun müssen! Anlagen, Immobilien, Ersparnisse, Arbeit“. Auf 300 Seiten werden alle möglichen Themen besprochen, wie Sie sich als Privatanleger auf die kommenden unruhigen Zeiten am besten vorbereiten. Das Buch ist untergliedert in 8 verschiedene Kapitel, auf die ich jetzt eingehen werde.

Kapitel 1: Analyse und Marktumfeld (Der Crash ist da!)

Das größte und umfangreichste Kapitel mit 80 Seiten und 35 Abbildungen und einem fundierten Input. Hier wird auf die ausufernde Schuldenthematik seitens der staatlichen Regierung und der privaten Haushalte in den USA und die Überbewertung des amerikanischen Aktienmarktes detailliert anhand makroökonomischer Kennzahlen verwiesen. 50% der amerikanischen Bevölkerung können sich eine Autoreparatur von 500$ beispielsweise nicht leisten und müssen einen Kredit aufnehmen oder in den Dispo gehen. Bei den Studentenkrediten, welche sich ebenfalls auf Rekordhoch befinden, müssen sage und schreibe 2,7 Millionen Kreditnehmer über 100.000$ in den nächsten Jahren zurückzahlen.

Von fundamentaler Aktienseite beispielsweise ist das Shiller KGV auf Rekordhoch, andererseits sind die Dividendenrenditen auf dem niedrigsten Stand seit Jahren. Die Zahlen sind aus nachweislich verlässlichen Quellen. Auch sind die M&A Aktivitäten auf Rekordhoch, die Verschuldung der S&P 500 Unternehmen ist exorbitant hoch. Aktienrückkaufprogramme und das billige Geld aus QE stützen seit mehreren Jahren die Party an den Aktienmärkten, was letztendlich zu einer manipulativen Verschiebung und Dissonanz der natürlichen Gesetze geführt hat.

Die Party auf Pump, stimuliert durch Aktienrückkaufprogramme der Unternehmen, der Reinvestition von Dividenden in den Aktienmarkt sowie der Rekordstand der Privathaushalte bei Wertpapierkrediten wird noch ein jähes Ende bringen. Denn gleichzeitig steigen in den USA die Zinsen, was ein toxisches Gemisch für die zukünftige Entwicklung der US-amerikanischen Konjunktur werden kann. Homm weist auch darauf hin, dass das Thema China und seine Schattenbanken ein enorm hohes Risiko birgt. Die Themen sind sehr fundiert, statistisch und sachlich nachweisbar mit vielen guten Grafiken aufbereitet, was mir als analytischer Mensch sehr gefällt.

Weitere Themen in Kapitel 1 sind ist die Immobilien- und Anleihekrise in China und der schwächelnde Absatzmarkt der Automobilbranche, welche auch direkte Auswirkungen auf die hiesigen Automobilkonzerne haben. Zudem wird noch auf die Peripherie um Südkorea und Japan und deren Wirtschaft eingegangen. Auch viele makroökonomischen Kennzahlen, welche nicht sehr häufig medial angesprochen werden, aber eine deutliche Aussagekraft haben, werden erwähnt.

Kapitel 2: Technologische Trends (Der Crash ist da!)

Segen oder Schwarze High Tech Schwäne: Das Kapitel umfasst knapp 30 Seiten und geht auf die Themen „künstliche Intelligenz“ und Algorithmen im Alltagsleben näher ein. Sehr spannend, welche Entwicklungen sich bereits heute abzeichnen und welche Gefahren davon ausgehen können. Auch interessante Praxisbeispiele werden zu Rate gezogen.

Auch das Thema Robotik und der Einsatz im privaten, als auch im beruflichen Bereich wird eingehend anhand verschiedener Praxisbeispiele aufgezeigt. Das hochinteressante Thema Quantencomputer, Blockchain, 3D-Druck, 5G, Virtual Reality (VR) und Distributed Ledger Technologie werden ebenfalls beschrieben. Andererseits zeigt das Kapitel auch auf, welche Gefahren durch die Technologie der Schlüsselindustrie Automobilbranche drohen. Jeder zweite Arbeitsplatz ist hier langfristig gefährdet.

Kapitel 3: Von schwarzen Schwänen und chinesischen Fabelwesen (Der Crash ist da!)

Von schwarzen Schwänen und chinesischen Fabelwesen, ein Gastkapitel des renommierten Dr. Markus Krall. Dieser hatte jüngst auch ein Top Buch herausgebracht, welches ich empfehlen kann. Titel: „Wenn schwarze Schwäne Junge kriegen“. In dem Kapitel geht es darum, wo ich mein Geld vor einem Euro Crash sicher schützen kann, welche Gefahren aus China erwartet werden und welche Auswirkungen dies auf unsere deutsche Wirtschaft hat. Das Kapitel umfasst 11 Seiten.

Kapitel 4: Finanzrepression und schleichende Enteignung – Was tun? (Der Crash ist da!)

Ein interessantes Kapitel mit konkreten Handlungsanweisungen, wie man sich vor der kommenden Enteignung schützen kann. Wie erfolgt dies?
Niedrigzinspolitik: Zinsen liegen unterhalb der Inflationsrate, ergo wird die reale Kaufkraft geringer, Sie werden enteignet.
Kostensteigerung und Steuererhöhung: Notwendige Mittel (Miete, Heizung, Strom und Gas) steigen im Preis.
Auch die Anlageklassen Cash in verschiedene Währungen, Immobilien, Kryptowährungen, Geld in verschiedenen Währungen und Gold in der Schweiz sowie Auslandskonten werden hierbei erläutert.

Hier ist ein interessanter Anbieter mit einem Edelmetalldepot in Zürich:

SOLIT Edelmetalldepot

Kapitel 5: Kurz und langfristige Finanz-Szenarien – die optimale Positionierung (Der Crash ist da!)

In diesem Kapitel geht es um mögliche Eintrittsszenarien und Wahrscheinlichkeiten sowie konkreten Handlungsempfehlungen. Beispielsweise werden verschiedene Währungspaare auf ihre zu erwartenden Entwicklungen geprüft, der BREXIT und seine Auswirkungen analysiert. Mit welcher Wahrscheinlichkeit tritt der Iran Krieg ein? Interessant das Kapitel 5.2, welches mögliche Marktszenarien von dem Jahr 2021 bis zum Jahr 2027 untersucht und dessen Auswirkungen zeigt. Konkrete Handlungsempfehlungen werden in einer Grafik zudem plastisch dargestellt. Am Schluss des Kapitels wird noch auf die Vorteile des Long-Short Investors im Gegensatz zu anderen Long-only Investoren verwiesen.

Kapitel 6: Die Mega Trades (Der Crash ist da!)

In diesem Kapitel wird die Chance bezüglich Gold und Silber angepriesen. Wichtig hierbei ist immer die physische Hinterlegung und nicht über Derivate etc. Auch der Kauf eines inversen ETF auf Staatsanleihen sowie Junk Bonds wird herauskristallisiert.

Kapitel 7: Konkrete Lösungen und vielversprechende Anlagestrategien (Der Crash ist da!)

Ein sehr interessantes Kapitel mit der Vorstellung zweier aufstrebenden Pharmaunternehmen, welche das Potenzial haben, bis zu 1000% an Kurswert zu gewinnen. Diese werden ausführlich beschrieben und deren Anwendungsmethodik aufgezeigt. Zudem wird ausführlich auch auf die Risiken und Chancen eingegangen. Der Biotech Sektor bietet enorme Chancen, es hängt aber vieles von den Zulassungsbehörden ab. Deshalb sollte man sich mit den beiden Werten sehr ausführlich auseinandersetzen und auch mit inversen ETFs absichern. Zudem wird noch eine Aktie aus dem Spielebereich aufgezeigt, die im Blockchain Bereich diesen Markt aufkrempeln will.

Kapitel 8: Schlusswort und Resumé, mit welchen Wahrscheinlichkeiten es zu welchen Szenarien kommt. (Der Crash ist da!)

Das Buch ist trotz der 300 Seiten relativ gut und schnell zu lesen. Eine leichte Kost ist es für Börsenanfänger und Neulinge wahrhaftig nicht. Aber wer mit der Finanzmaterie vertraut ist wie ich, hat hier viel Input und neue Erkenntnisse bekommen.

Florian Homm stellt hier ein Fachwissen-Buch für eine breite Anlegermasse zu einem günstigen Preis zur Verfügung. Das spricht definitiv für ihn. Er will die breite Masse aufklären. Alles in allem ein sehr gutes Buch, mit verschiedenen konkreten Handlungsalternativen, wie man sein Geld vor den kommenden möglichen Verwerfungen anlegen soll. Ich kann das Buch nur wärmstens empfehlen um seinen Horizont zu erweitern. 40 Jahre Börsenerfahrung sind halt nun mal nicht selten so fundiert zusammengefasst.

Beste Grüße
Florian Müller

Bärenmarkt: Die Börsen haben in den letzten Wochen deutlich an Wert eingebüßt. Der DAX hat von seinem Allzeithoch rund 20% verloren.Die Schwarzen Schwäne nehmen global gesehen immer weiter zu. Italiens Anleihen sinken gegen Junk Bonds Niveau, die ausufernden Target 2 Salden, Währungschaos in der Türkei mit der Lira, Venezuela und Argentinien sind nur eine der Vielzahl von Problemen.

Die Zinsen steigen in den USA und dies erhöht die Zinsbelastung der privaten Haushalte, die sowieso schon rekordverschuldet sind. Zudem gibt es neben Italiens Drohkulisse, den Euro zu verlassen, auch andere Länder, die mit Währungsturbulenzen zu tun haben. Was ist wichtiger als die institutionelle Seite zu beobachten? Hier ist es so, dass sich viele professionelle Marktteilnehmer sukzessive in den letzten Wochen und Monate aus dem Markt verabschiedet haben.

Bärenmarkt kommt!

Das sogenannte Smart Money, sprich, das große Geld, die klugen Köpfe der großen Fonds und institutionellen Anleger sind auf der niedrigsten Investitionsquote seit 2016 am Markt. Diese Großinvestoren sehen die Korrektur bis dato noch nicht als beendet an und haben Bedenken, dass es weiter nach unten geht.

Auf der anderen Seite steht das Dumb Money, sprich die Privatanleger, die weiterhin sehr optimistisch sind gegenüber der allgemeinen Situation am Aktienmarkt. Dies beobachte ich auch in meinem Umfeld. Ich werde nach Aktientipps gefragt, auch von Personen, die noch nie etwas vom Aktienmarkt hören wollten. Durch meine zahlreichen beruflichen Telefonate mit Endkunden verfestigt sich zunehmend der Eindruck, dass sich auch etliche Privathaushalte, Familien und junge Paare, bei Immobilienkäufen übernehmen. Sie lassen sich von emotionaler Seite verleiten.

Kommt jetzt der Bärenmarkt?

Ob sich jetzt ein Bullen- oder Bärenmarkt entwickelt, werde ich in meinen nächsten Newsletter näher betrachten. Hierzu war ich auf der Word of Value zugegen, eine Veranstaltung mit Investmentprofis, (Der Silberjunge- Thorsten Schulte, Dr. Markus Krall und Florian Homm), die ein düsteres Szenario für Europa und im speziellen den Euro entwickelte. Willst du mehr darüber erfahren, dann trage dich in meinen Newsletter auf der rechten Seite der Sidebar ein und erhalte kostenlos viele Informationen auch zu weiteren Themen in meinem regelmäßig erscheinenden Finanznewsletter.

Viel Spaß beim Lesen des im neuen Design erscheinenden Newsletters

Immobilien-Krise 2.0: In letzter Zeit las ich immer öfter von jungen Leuten in meinem Alter, die sich Eigentumswohnungen als Altersvorsorge oder Kapitalanlage anschaffen. Dabei sind mir Beispiele ins Auge gefallen, deren Strategie ich für sehr gefährlich halte. Ein alter Artikel zu Immobilien mit weiteren Informationen findet ihr hier. Die jungen Leute fahren in meinen Augen ein ziemlich heißes Eisen. Hier der erste kontroverse Artikel dazu:

Immobilien-Krise 2.0 – Gut verdienender Mann hat sich 7 Dreizimmer-Wohnungen gekauft

https://www.zeit.de/arbeit/2018-06/giessereimechaniker-automobilkonzern-einkommen-ausgaben-arbeitszeit
Ein 32-jähriger gut verdienender Mann hat sich 7 Dreizimmerwohnungen gekauft, wovon er 6 vermietet hat. Fünf dieser vermieteten Immobilien hat er in einem Paket erworben.
Ausgangsbasis:
Lohn netto: Minimum 3600 netto (Gießerei von VW in Kassel) mit Wochenendschichten und Zulagen
Mieteinnahmen: 2755€ hierfür Tilgung 1900€ und Nebenkosten 600€ in Summe 2500€. Bleiben 255€ als Puffer übrig für 6 Wohnungen für Rücklagen von knapp über 40€ im Monat.
Kosten für seine Wohnung und Lebenskosten:
350€ Tilgung + 250€ Nebenkosten = 600€
Lebensmittel= 300€
Strom= 60€
Transportmittel= 300€+ 100€ Sprit= 400€
Versicherungen= 250€
Private Altersvorsorge= 900€ Fondssparplan + 550€ Bausparvertrag =1450€
Sonstige Kosten: 160€-210€
Reisen: 400€

Finde den Fehler????

In meinen Augen ist dies ein ziemlich gefährliches Unterfangen unter folgenden Gesichtspunkten:
Der Kredit für die Immobilien belaufen sich auf insgesamt 460.000€. Er hat den Kredit zu 100% fremdfinanziert. Die Mieteinnahmen decken gerade mal die Tilgung und Nebenkosten, mit dem Zins, der im Artikel nicht erwähnt wurde, ist er erstmal im Minus.
Was ist mit Rücklagen bilden für eventuelle Reparaturen?
Für Sanierung, technische Defekten (z.B. Heizung), Mietausfälle, eigene Arbeitslosigkeit/ Kurzarbeit?
Was ist mit dem Klumpenrisiko, da sich die Immobilien wohl allesamt im selben Gebäude befinden?
Der Job ist zukünftig vielleicht auch gefährdet, da die Automobilbranche ja derzeit von der Politik heruntergewirtschaftet wird!
Seinen körperlich anstrengenden Job wird er wohl auch keine 30 Jahre mehr in dem Tempo durchziehen können.
Worauf ich hinaus will: Das Ganze ist in meinen Augen eine grob fahrlässige Strategie. Oder wie seht ihr das mit diesen oben erwähnten Variablen?

Immobilien-Krise 2.0 – Auch das nächste Beispiel (Artikel bei Tim Schäfer) ist es in meinen Augen sehr riskant.

https://timschaefermedia.com/tim-28-macht-karriere-im-investmentbereich-er-verdient-75-000-euro-brutto-fast-150-000-euro-hat-er-gespart/
Für mich entsteht der Eindruck, dass derzeit jeder in Immobilien und Aktien geht. Ich bin von Natur aus ein neugieriger Typ, der eine gute Beobachtungsgabe hat und vieles stimmt mich negativ. Deshalb habe ich mich an die Untersuchung des Immobilienmarktes in den USA gemacht und Folgendes gefunden:

Immobilienmarkt in den USA

Ich habe hier eine interessante Grafik zum langfristigen US Häusermarkt und dessen Preise. Wie hier zu erkennen ist, ist auf der roten Linie der nominale Preisindex abgebildet. Dieser befindet sich schon wieder auf Rekordhoch. Wichtiger ist aber der reale Häuserpreisindex, welcher mit der blauen Linie markiert ist. Wie man sehr schön erkennen kann, befinden wir uns hier fast schon wieder auf dem Rekordniveau von Ende des Jahres 2006, also kurz vor Platzen des Immobilienmarktes im Jahre 2008/2009.

Immobilien-Krise 2.0

Einen weiteren interessanten Artikel habe ich auf Wallstreet online gelesen. Hier zeigt sich ein eindeutiges Indiz ab, dass die steigenden Immobilienpreise ein baldiges Ende finden werden.
Hier kurz eine Zusammenfassung und meine Interpretation dazu:

  1. Die Verkäufe von Häusern und Eigentumswohnungen sind rückläufig, gleichzeitig steigen aber die Preise weiter
  2. Der Medianpreis für Häuser in Südkalifornien liegen bei über 500.000$, jedoch gibt es immer weniger Nachfrage sprich potenzielle Käufer
  3. Im Luxussegment (Preise der Häuser von über 1 Mio. $ stagnieren die Verkäufe im Vergleich zum Vorjahr. Die Wachstumsraten davor betrugen aber zwischen 5%-20%.

Man mussdie Situation weiter beobachten, ein Anzeichen ist da, dass die Nachfrage vehement abnimmt aufgrund der gestiegenen Hypothekenzinsen und der enormen finanziellen Belastung gerade für die Mittelschicht. Die FED will dieses Jahr die Zinsen weiter erhöhen, sodass es fast unmöglich ist für junge Familien, Eigentum zu erwerben. Oder sie müssenein unkalkulierbar hohes Risiko eingehen(weiter steigende Hypothekenzinsen, höhere monatliche Belastung). Und hier sind wir wieder am Anfang des Strudels aus dem Jahre 2006.

Kalifornien ist immer ein Frühindikator gewesen, den man auf die nationale Ebeneprojizieren konnte. Auf nationaler Ebene sind die Verkäufe von Bestandsimmobilien den dritten Monat in Folge gefallen. Auch die Neubauten gingen im Juni 2018 um 12,3% zurück!

Ich bin gespannt auf eure Einschätzung der Situation …
Euer Florian

US Steuerreform: Gestern wurde in den USA die größte Steuersenkung aller Zeiten verabschiedet. Was auf den ersten Blick gefeiert wird und als eine Entlastung der großen Mehrheit erscheint, entpuppt sich jedoch als ein großes Umverteilungsszenario von Arm zu Reich. Einerseits werden die Unternehmenssteuern von 35% auf 20% reduziert, andererseits sieht es vor, dass die privaten Haushalte die auf Ebene der Bundesstaaten, der Städte und Gemeinden bezahlten Steuern nicht mehr in der Steuererklärung ansetzen dürfen. Ergo fällt die Abzugsfähigkeit weg, was für viele Amerikaner eine höhere Steuerlast bedeutet. Das Congressional Budget Office (CBO) hat berechnet, dass vornehmlich die Einkommensschichten, welche zwischen 10.000$-50.000$ im Jahr verdienen, deutlich mehr geschröpft werden. Grotesk ist dies unter der Annahme, dass diese Klientel häufig Trump gewählt hat. Die oberen Einkommensschichten werden deutlich entlastet.

US Steuerreform

Die Krux bei der Sache ist noch eine weitere – die Steuerentlastung der Reichen führt vornehmlich nicht in den Konsum, was die Wirtschaft zumindest hätte weiter ankurbeln können. Der Wirtschaftsmotor des Konsums wird nämlich von der mittleren und Unterschicht getragen und somit hätte eine Entlastung dieses Einkommensbereiches einen Mehrwert für die Wirtschaft bedeutet. So oder so ist es eine Mogelpackung, die Schere zwischen Arm und Reich wird noch weiter auseinanderklappen. Erschwerend kommt noch die Zinserhöhung hinzu, welche wieder deutlich über 1% liegt.

Wie geht es weiter?

Für das Jahr 2018 sind weiter Zinsschritte vom neuen FED Chef Powell geplant. Die Privatverschuldung wird somit weiter verschärft und ein Entkommen aus der Schuldenfalle scheint für viele immer schwerer zu fallen. Allein die Studentenkredite sind in den letzten 10 Jahren exorbitant gestiegen und liegen derweil bei über 3,3 Billionen $. Hiervon sind derzeit über 10% mit der Zahlungsverpflichtung länger als 90 Tage im Verzug. Ein Ausfall im großen Stil ist hier ebenso zu erwarten wie bei Autokrediten, Wertpapierkrediten und Kreditkartenschulden. Somit geht die Steuerreform einher mit einer ausufernden Schuldenproblematik und könnte sich zunehmend zu einem toxischen Cocktail entwickeln. Hier eine interessante Grafik zur Gesamtverschuldung der privaten Haushalte, welche sich wieder auf neuem Allzeithoch bewegt. Stand aktuell: 12,98 Billionen $.

Abbildung 1: Gesamtverschuldung privater Haushalte

US Steuerreform – Fazit

Eine Belastung der Unter- und Mittelschicht, welche 90-95% der USA ausmacht, eine ausufernde Privatverschuldung der Haushalte einhergehend mit steigenden Zinsen und historischen Fundamentalbewertungen an den amerikanischen Börsen ergeben mittelfristig ein echte Rezessionsgefahr. Die Vorzeichen verdunkeln sich immer weiter, es ist kein positives Ende in Sicht, sondern eine dramatische Verarmung und ein sich verschärfender Konflikt zwischen Arm und Reich.

Allzeithoch: Nach der EZB-Entscheidung letzte Woche haben die Börsen nochmals einen kräftigen Schub nach oben bekommen. DAX, MDAX, TECDAX, SDAX und die amerikanischen Indizes wie der S&P 500 und der Dow Jones klettern seither von Tag zu Tag zu neuen Höchstmarken. Die Party kann also weitergehen! Das Anleihekaufprogramm der EZB wird von monatlich 60 Mrd. Euro auf 30 Mrd. Euro ab Januar 2018 reduziert. Ein Ende des QE Programms ist aber noch fraglich. Ursprünglich war es für Ende 2018 vorhergesehen, die Anleihekäufe komplett zurückzufahren.

Allzeithoch

Dies ließ Mario Draghi bei seiner letzten Sitzung aber offen und nannte kein Enddatum. Eine sehr behutsame Vorgehensweise der EZB, die natürlich die Aktienmärkte beflügelt. Im Zuge dessen wird die Verzerrung weitergehen, sprich Aktien oder Immobilien werden auf hohem Niveau verharren oder steigen und die Sparer mit der klassischen Geldanlage werden weiterhin enteignet. Wie verzerrt das Bild ist, zeigen die Kredite auf Pump in den USA.

Und täglich grüßt ein neues Allzeithoch! Wie zu sehen ist, sind auch im Gleichlauf der steigenden Aktienmärkte, insbesondere des S&P 500, die Wertpapierkredite auf über 550 Mrd. $ gestiegen. Eine extreme Verzerrung der aufgeblasenen Bilanzen von FED und EZB. Im Gegenzug steigen in den USA die Zinsen schon wieder, was dazu führt, dass die Kredite zeitlich gesehen eine weitere finanzielle Belastung darstellen werden. Die amerikanische Notenbank FED wird womöglich im Dezember zum vierten Mal in diesem Jahr die Zinsschraube um ein Viertel Prozentpunkt nach oben hieven auf einen Korridor zwischen 1,25 bis 1,5 Prozent. Die Auto-, Studenten- und Kreditkartenschulden sind ebenfalls auf neue Höchstmarken angekommen.

Allzeithoch aber Schulden auf Rekordniveau

Insgesamt stehen die Schulden der Privathaushalte auf Rekordniveau von über 12,8 Billionen $, höher als es 2008 vor der Subprime Krise der Fall war. Im Zuge der Digitalisierung wird es in den nächsten fünf bis zehn Jahren zu enormen Veränderungen kommen, Stichwort „Amazon Effekt“. Der Einzelhandel und speziell das große Mallsterben in den USA werden dramatische Veränderungen einläuten. Im Finanzbereich rücken derzeit neue innovative Firmen sogenannte Fintechs, Robo Advisor und Finanzblogger ins Licht der Medien. Diese versuchen mit Hochdruck, bestehende Systeme anzuzweifeln und innovative neue Ideen durchzusetzen. Welche Gewinner und Verlierer wird es in diesem Zuge geben?

Diese Fragen werde ich in meinem nächsten Buch „Der Digitale Wandel in der Finanzbranche“ erläutern. Es wird noch vor Weihnachten auf dem Markt erscheinen. Bis dahin bleibt es weiterhin spannend an den Börsen. Die Endjahresrallye könnte kommen, aber spätestens im Jahr 2018 könnte es deutlich volatiler werden. Einige Daten stehen an, wie die italienischen Wahlen im März kommenden Jahres.

Auf gute Investments
Ihr Florian Müller

TECDAX und co: Innerhalb kürzester Zeit sind die Märkte fulminant gestiegen und erreichten neue Höchstmarken. Der DAX steht vor der 13.000 Punkte Marke. Auch die kleineren Indizes wie MDAX, TecDAX, SDAX als auch Dow Jones und S&P 500 erreichten neue Höchststände. Es scheint derzeit alles rosig auszusehen. Die massive Steuersenkung, die von Trump avisiert ist, beflügeln die Märkte zunehmend. Das Sentiment jedoch scheint überhitzt zu sein, wie die unten gezeigte Grafik andeutet.

Ist dies die Ruhe vor dem Sturm?
Der Gier- und Angst-Indikator umfasst 7 verschiedene Indikatoren und befindet sich derzeit in einer extremen Phase der Gier. Gibt es Anzeichen einer Überhitzung und fällt die Endjahresrallye aus? Die Anzeichen scheinen erstmal dafür zu sprechen, dass die überhitzten Märkte eine Pause machen. Danach könnte es weiter nach oben gehen. Trotzdem würde ich die Absicherungspositionen weiter ausbauen, im Sinne einer prozentualen Anhebung der Cashposition und dem Aufbau einer geringen Shortquote. Hier gibt es einige Short ETFs auf die breiten Märkte, welche man ganz gut als Anlagevehikel nutzen kann.

TECDAX und co

Anbei noch der langfristige Fear & Greed Index der letzten 3 Jahre. Wie man hier deutlich erkennen kann, stehen wir hier ebenfalls auf Rekordhoch. Das Sentiment ist derzeit total überhitzt. Eine Konsolidierung wäre ebenfalls gesund, sollte es mit der Jahresendrallye beginnen. Je weiter es nach oben geht an der Börse, ist die Fallhöhe umso höher, wenn es zu einem Absturz kommen sollte.

Alle fundamentalen Daten sind derzeit auf Allzeithoch. Eine strategisch höhere Absicherungsstrategie ist daher überaus sinnvoll. Weitere Indikatoren stimmen mich zunehmend skeptisch. Der LEI Index bezüglich des Häuserpreise in den USA steigt schon wieder exorbitant. Die Häuser- und Wohnungspreise in Los Angeles und San Francisco sind wieder deutlich gestiegen. Ein neuer Bericht der UBS zum Global Real Estate Bubble Index zeigt die Verwerfungen weltweit auf. Toronto, Stockholm und München sind die am meisten überbewerteten Städte, wie man in der Grafik sehen kann.

 

Hier ein super Artikel – Wer ist besser?  DAX vs. MDAX

Hier ein Depot abschließen bei der Comdirect. Dort bin ich selber Kunde.

FED Entscheidung und vorab:
Preview meines neuen Buchprojekts „Digitaler Wandel in der Finanzbranche“!

FED Entscheidung: Janet Yellen, die oberste Währungshüterin der FED (US-Notenbank), hat eine Eindämmung der Geldflut in Aussicht gestellt und zudem werden zum dritten Mal in diesem Jahr, vermutlich im Dezember, die Zinsen erhöht. Außerdem wurde erwähnt, dass die Bilanz der FED, welche extrem aufgebläht ist, konsequent reduziert wird. Derzeit beträgt die Bilanzsumme knapp 4,5 Billionen $. Das Fed-Portfolio soll demnächst um monatlich zehn Milliarden $ reduziert und das Tempo dann sukzessive auf 50 Milliarden monatlich gesteigert werden.

In Europa wird an der Zinsschraube noch nicht gedreht, dafür geht es südeuropäischen Ländern immer noch zu schlecht. Die Wirtschaft in den USA brummt, es herrscht quasi eine Vollbeschäftigung in den USA! Um eine Überhitzung einzudämmen, ist dies womöglich sinnvoll. Aus dieser Sicht ist eine Anhebung der Zinsschraube auf eine Spanne zwischen 1,25-1,5% daher gerechtfertigt. Doch wird diese Stimmung getragen von der Mehrheit der amerikanischen Bevölkerung? Nein, eben nicht. Die meisten Amis sind hochverschuldet und der Wirtschaftsaufschwung geht an Ihnen gnadenlos vorbei.

Hier eine interessante Grafik, die dieses untermauert. Das Haushaltseinkommen ist in der Altersgruppe von 15-64 Jahren seit dem Jahr 2000 kaum gestiegen, teilweise sogar gesunken. Lediglich in der Altersklasse 65+ ist das Einkommen gestiegen. Womöglich hat dies aber damit zu tun, das viele nun in diesem Alter auch arbeiten müssen und sonst nicht über die Runden kommen. Willkommen in der Realität. Hier die Fakten zum durchschnittlichen Wachstum der Haushaltseinkommen in den USA.

FED Entscheidung – Ein höchst trügerischer Schein

Die Börsen reagierten kaum und der S&P und Dow Jones erreichten sogar neue Höchstmarken. Ein höchst trügerischer Schein. Wie oben mit den Schaubildern bereits beschrieben, ist der Aufschwung der US-amerikanischen Wirtschaft an der Großzahl der Bevölkerung vorbeigegangen. Weitere Indizien einer Eintrübung sind die Häuserpreise, welche wieder deutlich angezogen haben. Hier hatten wir wie die unten stehende Grafik zeigt, zur Subprime-Krise 2008/09 einenSpread von 40%. Derzeit befinden wir uns wieder bei rund 21,2%. Die Gesamtverschuldung der amerikanischen Haushalte hatte ich im letzten Artikel behandelt und möchte hier nicht mehr näher darauf eingehen. Ich erinnere nur an die Rekordstände bei Studentenkrediten, Autokrediten und Wertpapierkrediten. Sollten die Zinsen in USA weiter nach oben gehen, steigt die Zinsbelastung durch Kredite weiter an und verschärft die finanzielle Situation vieler US- amerikanischer Haushalte. Ergo ist der Wirtschaftsaufschwung nur wenig Reichen zugutegekommen, die Ihren Wohlstand deutlich ausgebaut haben.

FED Entscheidung – Schere zwischen Arm und Reich

Die Schere zwischen Arm und Reich wird sich weiter öffnen. Der Turbokapitalismus und die Hausse an der Börse gehen munter weiter. Wie lange diese Verzerrungen noch anhalten, ist zeitlich nicht vorhersagbar. Der Druck auf die Mittelschicht wird aber größer und die Belastung schlaucht zunehmend die gesellschaftliche Gemeinschaft. Dies bekommt man auch in unserem Land immer größer aufgezeigt. Viele können von einem Haushaltseinkommen nicht mehr Leben, Zweit- und Drittjobs müssen angenommen werden. Auch der digitale Wandel wird in Zukunft zu einem immensen Problem speziell in Deutschland. Ich sehe die Autobranche vor einem extremen Wandel. Sollte dieser führende Wirtschaftsmotor in Deutschland ins Stottern kommen, könnte es auch hier mit dem Wohlstand schnell vorüber sein.

Auch die Finanzbranche steht vor einem extremen Wandel. In meinem neuen Buch „Der digitale Wandel in der Finanzbranche“, an welchem ich gerade schreibe, wird auf diese Teile näher drauf eingegangen. Hier habe ich Exklusivmaterial von Top CEOs von Robo Advisors interviewt und Ihre Einschätzung über zukünftige Entwicklung im Finanzsektor erbeten. Zudem sprach ich mit einigen meiner Kollegen aus der Bloggerszene, welche sich bereits ein Onlinebusiness im Finanzsektor aufgebaut haben. Das Buch wird Ende November 2017 auf Amazon erhältlich sein, sowohl als ebook als auch in Taschenbuchversion. Hier werde ich auch meinen neuen Projekte ankündigen mit meiner neuen, im Aufbau befindlichen Landing Page www.florian-mueller-business.de, auf der ich verschiedene Dienstleistungen anbieten werde. Man kann mich hier zukünftig buchen als „Speaker“, für „Webinare“, als „Coach“ und als „Business Development“-Berater im Bereich Geschäftsstrategieentwicklung für Finanzdienstleistungsunternehmen und als Berater für Selfpublisher bei Amazon.

Auf gute Investments
Ihr Florian Müller