Einblick hinter die Kulissen der Frankfurter Finanzszene! Thema: DAX vs MDAX!

DAX vs MDAX. Zu dem Thema DAX vs MDAX habe ich bis dato noch nie etwas geschrieben, obwohl es mich die ganze Zeit reizte, die klar bessere Performance des kleinen Bruders vom DAX, nämlich des MDAX, mal näher unter die Lupe zu nehmen. Nun ergab sich die Gelegenheit, da ich mich neulich mit einem sehr erfolgreichen Fondsmanager zum Lunch traf. Ich hatte André im Fitness Studio erkannt und habe ihn angesprochen. Das hochinteressante Gespräch mit ihm möchte ich Euch nicht vorenthalten.

Kurz zur Person von André Stagge: 35 Jahre alt, Diplom Kaufmann, CFTe, CFA, Privatdozent, hat als Fondsmanager vier Fonds bei einer der größten deutschen Fondsgesellschaften (will keine Werbung machen und nenne sie nicht) mit einem Gesamtvolumen von 2,5 Mrd. € gesteuert. Er war einer der jüngsten und erfolgreichsten Finanzakteure in Frankfurt, bis er sich trotz eines üppigen Salärs und eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses 2018 selbständig gemacht hat.

Zu André

André hat sich in der Vergangenheit ein extremes Fachwissen aneignen können. Er ist ein Überflieger wie es im Buche steht. Wir redeten beim Lunch unteranderem ausgiebig über seine private Portfolioallokation. André verriet mir dabei die spannende Strategie der „Heimlichen Helden“, die ich gerne mit Euch teilen möchte und mit der Ihr markneutral seit 1988 fast 8% Rendite p.a. erzielt hättet.

Empirische Untersuchung

Hierbei geht es um Nebenwerte des MDAX, die historisch betrachtet den DAX in der Vergangenheit von der Performance her geschlagen haben und zwar mit einer deutlichen Outperformance. Deutlicher zeigt sich dies in untenstehender Grafik.

Der MDAX hat sich in den letzten 10 Jahren doppelt so gut entwickelt wie der DAX. Daran beteiligt bzw. nicht unschuldig sind hierbei die institutionellen Akteure, sprich Banken, Versicherer und Asset Manager. Diese haben oftmals eine Schwäche für Nebenwerte mit einer guten Wachstumsperspektive und dementsprechender Kursfantasie. Die Untersuchungen von André zeigten aber auch Folgendes:

Diese Mehrrendite ist mit erheblichen saisonalen Schwankungen verbunden, wie ich anhand der nächsten Grafik verdeutlichen möchte:

In den ersten neun Monaten des Jahres schneiden die Nebenwerte, im Speziellen der MDAX und der SDAX, deutlich besser ab als der DAX hinsichtlich der durchschnittlichen Monatsrendite. Eine Ausnahme dieser Tendenz stellt der Juli dar. In den letzten drei Monaten, sprich Oktober, November und Dezember, dreht sich dieser Effekt um und der DAX erzielt eine deutlich höhere Performance als MDAX und SDAX. Die statistische Auswertung der Monatsrenditen beruht auf 30 Vergangenheitswerten, die seit dem Jahr 1988 herangezogen wurden.
Alles schön und gut – nur wie kann ich als Marktteilnehmer von dieser Evidenz profitieren?

Die Long Short Strategie

Um diesen Effekt für sich vorteilhaft zu nutzen, bietet sich eine marktneutrale Long Short Strategie an. Was bedeutet dies in der Praxis?
Es wird ein Aktienindex über ein Exchange Traded Funds (ETF) gekauft und der andere Aktienindex für denselben Betrag wieder verkauft. Ein Beispiel: Am Anfang des Jahres wird ein MDAX ETF gekauft und gleichzeitig ein Short DAX ETF. Ergo setzt man auf steigende Kurse beim MDAX und auf fallende Kurse beim DAX. Die eine Position ist long und die andere Short. Dadurch funktioniert die Strategie laut André unabhängig von der direkten Marktentwicklung am Aktienmarkt. Es spielt somit keine Rolle, ob der Aktienmarkt steigt oder fällt. Es zählt nämlich nur das Tradepaar, bzw. die relative Bewegung von MDAX vs. DAX.

DAX vs MDAX – Conclusio

Es wird am Jahresanfang ein MDAX ETF für beispielsweise 1000€ gekauft und ein Short DAX ETF für 1000€. Diese Position wird dann 3 Quartale, sprich 9 Monate gehalten. Zu Beginn des vierten Quartals wird diese Position umgedreht. Sprich es wird das MDAX ETF verkauft und dafür ein Short MDAX ETF gekauft und das Short ETF auf den DAX verkauft und hierfür ein DAX ETF gekauft. Somit ist keine Stopp Loss oder Take Profit Order von Nöten. Diese Herangehensweise ist nach Andrés Worten sehr leicht umzusetzen. Die Strategie ist unkorreliert zu vielen anderen Strategien und kann mittels ETFs, Futures oder auch Aktien aus dem jeweiligen Index long gegen Future short in diesen sehr liquiden Märkten unkompliziert und konsequent durchgeführt werden. In den vergangenen 28 Jahren wäre somit eine Performance von 289% möglich gewesen.

DAX vs MDAX – Wie kann so eine Strategie funktionieren?

Die Marktkapitalisierung im MDAX ist mit rund 350 Milliarden € deutlich geringer als die Marktkapitalisierung des DAX mit rund 1,2 Billionen €. Weitgehend bekannt ist auch, dass kleinere Unternehmen im Durchschnitt bessere Wertzuwächse erzielen als große Unternehmen. Dies ist zurückzuführen auf den sogenannten Size Effekt. Die Gründe dafür sind vielseitig. Einerseits haben kleine Unternehmen ein konzentriertes Geschäft, haben flache Hierarchien, können schneller auf Marktgegebenheiten reagieren und sind teilweise noch inhabergeführt. Andererseits ist eine Risikoprämie aufgrund der geringeren Liquidität an den Börsen möglich. Im Gegensatz dazu verwalten sich große Unternehmen vielfach selbst, sind schwergängig wie ein voller Schiffstanker und die Ineffizienz steigt mit zunehmender Größe.

Diese Fakten erklären die generell bessere Performance des MDAX gegenüber dem DAX. Aber wieso ist dieser Effekt auf die ersten drei Quartale beschränkt und kehrt sich im vierten Quartal um?

Wissenschaftliche Studie

In einer Studie der Yale Universität und deren Ausarbeitung von Zhiwu Chen und Jan Jindra „A Valuation Study of Stock-Market Seasonality and Form Size“ kam heraus, dass das Bewertungsniveau in den ersten Monaten eines Jahres peu a peu ansteigt und in den letzten Monaten konstant fällt. Anders hingegen ist es bei den Blue Chip Aktien. Hier bleibt das Bewertungsniveau im Jahresverlauf relativ konstant und unterliegt keinen großartigen Schwankungen. Das entscheidende Argument ist aber das der professionellen Marktteilnehmer, sprich institutionellen Anleger. Diese großen Player (Banken, Versicherer und Asset Manager) bevorzugen kleinere Unternehmen und gehen aufgrund der geringer gehandelten Stückzahlen und Marktenge über Wochen in verschiedenen Tranchen in diese Aktien zum Kauf. Dies muss aufgrund der Größe der Geldbeträge geräuschlos und unterm Deckmantel des Handelsbuchs passieren. Am Jahresende geht es dann darum, die erwirtschafteten Gewinne des Jahres abzusichern und in ruhigeres Fahrwasser zu bekommen. Sie schichten sukzessive die gewinnträchtigen kleinen Unternehmen ab und verkaufen diese. Zeitgleich wird der Cashbetrag aus den Gewinnen umdisponiert in sensitive und schwankungsärmere Werte.

Dadurch bedingt laufen die Nebenwerte gegen Ende des Jahres schlechter als der DAX oder EuroStoxx 50.

DAX vs MDAX – Fazit

Die vorgestellte Strategie von André Stagge ist nur eine von mehreren, die er anbietet. Für mich ist diese Strategie einleuchtend, transparent, mit wenig Aufwand verbunden und auch empirisch belegbar.
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Auf gute Investments
Euer Florian

Endlich ist es soweit und mein neues Buch – Der digitale Wandel in der Finanzbranche ist online auf Amazon. Es gibt einen grundsätzlichen Überblick über die zukünftigen Veränderungen, die in sämtlichen Bereichen der Wirtschaft eintreten werden. Dramatische Entwicklungen werden kommen und den Arbeitsmarkt in Deutschland völlig umkrempeln.

Der digitale Wandel in der Finanzbranche

Von der Kundenkommunikation über Sprachcomputer bis hin zu Chatbots wird sich vieles ändern. Viele Jobs werden zukünftig durch Roboter, Algorithmen oder computerähnlichen Systemen ersetzt und outgesourct werden. Insbesondere die Finanzbranche entwickelt sich dramatisch schnell in eine Richtung, in der bestehende Systeme und Komponenten nicht mehr wettbewerbstauglich sind.

Fintechs schreiten in sämtliche Bereichen voran: Sei es der Zahlungsverkehr, Crowdinvesting, Crowdfunding oder Business Development. Kooperationen und Synergien werden eingegangen und neue Kommunikationskanäle gesucht.

  1. Was kein mein Banker mehr als drei Youtube Videos?
  2. Worauf muss zukünftig die Kommunikation ausgerichtet werden?
  3. Wieviel Prozent der derzeitigen Jobs können bereits nach dem Stand der Technik von heute komplett ersetzt werden?

Dies sind essentielle Fragen, die im Buch beantwortet werden. Zudem gibt es Interviews mit Bloggern , die damit schon Ihren Blog monetarisiert haben. Ein Mehrwert für den geneigten Laien und Leser sind die Studien, die zeigen, wie sich die Berufswelt zukünftig verändern wird.

Ihr Florian Müller

Wechselkurs Absicherung:

Wechselkurs Absicherung: In den letzten Monaten haben sich die globalen Aktienmärkte hervorragend entwickelt. Leider kam bei uns im Euroland Deutschland nur ein Bruchteil der Rendite an. Die Ursache ist der starke Euro, der gegenüber anderen Währungen aufgewertet hat. Vergleichst du beispielsweise Euro und Dollar miteinander, dann hat der Euro in den letzten 12 Monaten rund 15 Prozent an Wert gewonnen.

Eurokurs (Euro/Dollar): 01.02.2017 bis 1.02.2018

Wechselkurs Absicherung: Da der Dollar traditionell ein hohes Gewicht in einem globalen Aktienportfolio einnimmt, schlägt diese Entwicklung fast ungebremst auf die Portfoliorenditen von Anlegern aus dem Euroraum durch. Deutlich wird das beispielsweise bei einem Vergleich des AMUNDI ETF MCSI WORLD UCITS ETF – EUR ACC und des AMUNDI ETF MSCI WORLD UCITS ETFS – USD ACC. Während der in Euro nominierte ETF in den letzten 12 Monaten eine Performance von „nur“ 8,36% auf das Parkett gelegt hat, schnitt das in Dollar aufgelegte Pendant mit 25,8% deutlich besser ab (Stichtag: 01.02.2018).

Wertentwicklung AMUNDI ETF MSCI WORLD UCITS ETFS – USD ACC: 01.02.2017 bis 01.02.2018

Wertentwicklung AMUNDI ETF MSCI WORLD UCITS ETFS – Eur ACC: 01.02.2017 bis 01.02.2018

Die Portfolios meiner Mandanten sind ebenfalls betroffen. Und so hat mich wenig überraschend öfters die Frage erreicht, ob eine Wechselkursabsicherung Sinn macht.
Sinn würde eine Wechselkursabsicherung machen, wenn Sie

  1. Die Rendite eines Portfolios erhöhen,
  2. Oder das Risiko eines Portfolios senken würde.

Wechselkurs Absicherung:

Für ein internationales Aktienportfolio treffen beide Punkte nicht zu. Während die inflationsbereinigte erwartete Rendite zwischen zwei Währungen Null ist (siehe Kaufkraftparitätentheorie) sind die Implementierungskosten keineswegs Null. Wechselkursabsicherungen kosten Geld und Kosten schmälern die Rendite. Punkt 1 „die Erhöhung der Portfoliorendite“ können wir durch eine Wechselkursabsicherung also nicht erreichen. Auch eine Risikominderung lässt sich durch eine Wechselkursabsicherung nicht erzielen, wie folgende Grafik zeigt:

Wechselkursabgesicherte im Vergleich zu nicht wechselkursabgesicherten internationalen Aktienrenditen, 1985-2017
Quelle: Dimensional Fund Advisors, Issue Briefs vom 6.12.2017: Währungsrisiko, absichern oder nicht?

Die Volatilität zwischen dem wechselkursgesicherten und dem nicht wechselkursgesicherten Portfolio ist nahezu identisch. Das liegt daran, dass Aktienkurse deutlich volatiler sind als Währungskurse. Somit ist die Volatilität der Aktien maßgebend für die gesamte Portfoliovolatilität. Halten wir fest:

Wechselkursabsicherungen erhöhen weder die Rendite eines globalen Aktienportfolios, noch senken sie das Risiko. Die Frage, ob Wechselkursabsicherungen für ein internationales Aktienportfolio Sinn machen, können wir getrost mit „Nein“ beantworten.

Der kurze Blick auf langfristige Renditen ist ein beliebter Fehler

An dieser Stelle lohnt es sich, auf einen weiteren Punkt hinzuweisen: Eine Investmententscheidung auf der Basis von kleinen Datensätzen zu treffen, ist ein großer Fehler.

Eurokurs (Euro/Dollar): 01.02.2017 bis 1.02.2018

Blicken wir auf die letzten 60 Monate statt auf die letzten 12, hat der Euro gegenüber dem Dollar an Wert verloren und nicht gewonnen. Dementsprechend haben global aufgestellte Anleger aus dem Euroraum auf 5 Jahressicht von Wechselkursschwankungen profitiert. Die derzeitige Eurostärke ist in diesem längeren zeitlichen Kontext eine einfache Korrektur.

Resümee

Die Essenz des Artikels besteht aus zwei Punkten:

  • Für globale Aktienportfolios sind Wechselkursabsicherungen überflüssig
  • Langfristig orientierte Anleger sollten sich nicht von kurzfristigen Schwankungen nervös machen lassen

Hinweis: Die angestellten Betrachtungen gelten nur für Aktienportfolios. Die angesprochenen Finanzprodukte dienen Veranschaulichungszwecken. Ihre Erwähnung stellt keine Kaufempfehlung dar.

Über den Autor

Christoph Geiler ist Finanzberater aus Leipzig. Er betreibt das Finanzblog Finanzküche, um dir zu helfen, gute finanzielle Entscheidungen zu treffen.

Geld anlegen in Zeiten der Niedrigzinsphase: Ich war jetzt auf dem Fondskongress in Mannheim, wo sich die gesamte Finanzbranche trifft und ihre Produkte vorstellt. Es ist eine Veranstaltung ohne Privatkunden, sondern lediglich im B2B Bereich. Hier ergeben sich Synergien, neue Produktvorstellungen etc. Ich bin jetzt schon das dritte Mal dort gewesen. In insgesamt 10 Hörsälen werden an zwei Tagen rund 200 Vorträge gehalten. Ich habe mir ein paar Vorträge angehört, weil ich wissen wollte, wie die Finanzexperten die derzeitige Börsenphase sehen.

Geld anlegen in Zeiten der Niedrigzinsphase?

Die Stimmung ist bei vielen grundsätzlich positiv. Europäische Aktien sind selektiv günstig, der amerikanische Aktienmarkt schon relativ überteuert von den Fundamentaldaten betrachtet. Dies hatte ich auch schon in meinem letzten Artikel erwähnt. Die Inflation in Deutschland ist deutlich angestiegen und liegt auf Jahressicht im Januar 2017 gegenüber dem Vorjahr bei 1,9%. Primärer Preistreiber sind die Ölpreise, die gegenüber dem Vorjahr um über 70% gestiegen sind. Hingegen bekommt man für das Geld auf Tages- oder Festgeldkonten fast keine Verzinsung mehr. Wie lege ich am besten mein Geld an.

Die Vermögen privater Haushalte sind zu 30% in Bargeld, Tagesgeld oder Festgeld angelegt. In Summe sind dies über 2 Billionen Euro, die sukzessiv an Kaufkraft verlieren angesichts der Diskrepanz zwischen Inflation (rund 2%) und Rendite der Anlagegelder (unter 1%). Allein 1% Geldentwertung auf die 2 Billionen gerechnet ergibt ein Kaufkraftverlust von jährlich 20 Milliarden €. Zusätzlich ist ein großer Batzen (über 1,5 Billionen Euro) in weiteren unrentable Versicherungsmänteln unflexibel und nicht renditeträchtig angelegt. Erst Anfang des Jahres wurde die Garantieverzinsung bei Lebensversicherung weiter gesenkt auf mittlerweile 0,9%.

Die Diskrepanz zwischen Inflation und der unrentablen Geldanlage könnte noch weiter auseinanderdriften in Zukunft. Schon gibt es Negativzinsen auf höheres Vermögen und wir können Negativzinsen auch für kleinere Vermögen von -2% bis -5% erwarten. Dies zumindest ist die Prognose der Bestsellerautoren Friedrich & Weik, welche einen interessanten Vortrag auf dem Fondskongress hielten.

Geld anlegen in Zeiten der Niedrigzinsphase?

Ein kontinuierliches Umdenken muss stattfinden, um die Vermögen der deutschen Haushalte nicht weiter schrumpfen zu lassen. Es muss in Sachwerte investiert werden. Je nach Vermögen muss diversifiziert werden in Aktien, Immobilien und eine Goldreserve. Papierversprechungen von Versicherungen mit intransparenten Konstruktionen sollten gemieden werden. Auch mit kleinen ratierlichen Sparplänen in ETFs kann man schon ab 25€ vorsorgen. Gerade im jungen Alter sollte man frühzeitig die Weichen legen. Auch bieten vielen Onlinebanken mittlerweile Sparpläne ab 25€ an. Geld anlegen in Zeiten der Niedrigzinsphase.

Einzeltransaktionen soll man nicht unter 1000€ tätigen, da die Transaktionen zu sehr kostenmäßig ins Gewicht fallen. Der Zinseszins entfaltet sich erst im Laufe der Jahre, ist aber dann gewaltig. Substanzstarke Aktien bieten eine langfristig gute Alternative, um sich ein Grundstock für eine Absicherung im Alter zu erreichen. Zudem schütten sie häufig eine Auszahlung in Form von Dividenden aus. Auf die gesetzliche Rente kann man sich nicht verlassen, denn sie wird zukünftig nicht mehr ausreichen, den Lebensstandard weiter zu halten.

Börsenindikatoren: Eine eminent wichtige Grundlage zur Beurteilung von Aktienmärkten ist die Einschätzung und Wertlegung von verschiedenen Indikatoren aus mikro- und makroökonomischer Sicht. Es gibt unzählige, die im regelmäßigen Turnus erscheinen und Signale liefern, wie es um die Wirtschaft steht. Man kann daraus Schlüsse ziehen und zum Beispiel erahnen, wie es mit der wirtschaftlichen Aktivität der USA weitergeht. Wichtige Börsenindikatoren! In diesem Beitrag möchte ich auf zwei „Frühindikatoren“, die Signale zur Wirtschaft in Amerika senden, näher eingehen. Mein Favorit, welcher am meisten Beachtung bei mir in den Auswertungen findet, ist der:

Börsenindikatoren en detail:

Leading Economic Index (LEI Index)

Als ersten Index nehme ich den LEI Index, der die US-Frühindikatoren zusammenfasst. Eine rückläufige Entwicklung des Index von drei Monaten gilt als Indiz für eine rückläufige Entwicklung der Wirtschaft in eine nahende Rezession. Insgesamt werden mit dem LEI Index die konjunkturellen Bedingungen innerhalb der kommenden sechs bis neun Monate prognostiziert.

Wieso dieser Indikator in meinen Augen so sinnvoll ist? Der Gesamtindex setzt sich aus zehn verschiedenen einzelnen Indikatoren zusammen, welche unterschiedlich gewichtet sind. Hier fließen 10 Faktoren in die Berechnung mit ein. Also eine solide Ausgangsbasis.

Die aktuelle Lage sieht sehr kritisch aus, denn einerseits befinden wir uns mit dem Index auf Allzeithoch und andererseits verflacht die Kurve kontinuierlich. Weitere Informationen hier. Abwarten und genau beobachten heißt jetzt die Devise, denn sollte es in den USA zu schlechteren Aussichten kommen, sind die komplette Welt und speziell Europa davon betroffen. Dies hätte auch unmittelbare Auswirkungen auf die Aktienmärkte. Man muss weiter beobachten.

Börsenindikatoren – Shiller KGV

Im Gegensatz zum normalen KGV glättet das Shiller KGV die Gewinne der letzten 10 Jahre und ist somit schwankungsärmer und aussagekräftiger als das normale KGV. Je höher dieser Wert ist, umso höher sind die Aktien bewertet und je niedriger dieser Wert, umso attraktiver ist die Aktie.

Ein Beispiel: Ein Shiller KGV von 10 bedeutet, dass eine 10%ige Rendite auf die nächsten 10 Jahre zu erwarten ist. Wieso? Der Aktienkurs steht bei 10€ und die Firma erwirtschaftet pro Aktie 1€ Gewinn, ergo ist das KGV 10 (10/1). Sollte diese Entwicklung 10 Jahre bestehen bleiben, wird der Aktienkurs allein nur mit den Gewinnen gerechtfertigt, was lukrativ erscheint. Die 10%ige Rendite ergibt sich aus der Berechnung (=100/10).

Wir haben ein Shiller KGV von knapp 28. Die zu erwartende Rendite auf die nächsten 10 Jahre ist bei einer so hohen Bewertung 3,5% im Durchschnitt (=100/28). Wir liegen hier historisch betrachtet bei der Bewertung des S&P 500 über 95% der vergangen Werte. Es gab wenig Zeiten, in denen die Bewertung höher war. Im Jahr 1929 lagen wir bei 32,6 und im Jahr 2000 lagen wir an der Spitze bei 44,2. Sprich die Übertreibung kann noch zeitlich ein wenig andauern. Das normale Bewertungsniveau des S&P 500 liegt zwischen 14,4 und 17,4. Ergo erleben wir eine deutliche Übertreibung nach oben. Wir sind fast doppelt so hoch bewertet wie im langfristigen Vergleich in der normalen Range und liegen mittlerweile auch über dem Bewertungsniveau vor der Finanzkrise 2008!

Börsenindikatoren – Fazit

Die Eckdaten meiner favorisierten Börsenindikatoren aus makroökonomischer und fundamentaler Sicht sind nicht sehr überzeugend. Klar kann die Rallye in den USA noch ein wenig andauern, weil wir schon deutlich höhere Bewertungen (Übertreibungen am Markt) in der Vergangenheit hatten. Quintessenz! Daher ist es wichtig, die zwei Indikatoren in naher Zukunft weiter eng im Blick zu halten und die Tendenzen richtig zu deuten. Das Blatt kann sich sehr schnell wenden und damit verbunden ein deutlicher Rückschlag an den Kapitalmärkten auslösen. Die Ampel stehen noch auf grün, wer weiß wie lange noch!

Ich hoffe ich konnte ein wenig Licht ins Dunkle bringen. Weitere Artikel Folgen. Gerne auch kommentieren und bewerten. Ich würde mich freuen.

Auf gute Investments
Ihr Florian Müller

Wo steht der DAX – Ich habe diese Woche eine interessante Studie eines ehemaligen Preisträgers des Acatis Value Awards (Norbert Keimling) gelesen. „Quelle: StarCapital 

Wo steht der DAX in 10 Jahren, also im Jahre 2027 unter der Annahme, dass die Parameter Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) und das Shiller KGV als Annahme für die weitere Entwicklung genommen werden! (Was die jeweiligen Kennzahlen bedeuten, können Sie in meinem Artikel nachlesen „Wo steht der DAX in 15 Jahren“). Unter diesem Szenario bei einer Bewertung vom KBV von 1,6 und einem Shiller KGV von 16 kommt eine Studie auf einen DAX Stand von ungefähr 22.000 Punkten. Wo steht der DAX in 10 Jahren.

Ein realer Wertzuwachs von ungefähr 7% bei einer unterstellten Inflation von 1% sprechen für diese Annahme der jeweiligen Kennzahlen. Die Grafik zeigt aber auch eindeutig, in welcher Range, positiv wie negativ, sich alles-entwickeln kann. Von 32.000 Punkten im besten Fall, bis hin zu 7000 Punkten im historical worst case Szenario ist alles dabei. Die Studie ist von einem guten Freund, der mittlerweile bei einer unabhängigen Vermögensverwaltung arbeitet. Er ist dort Chefstratege und tief in der Materie des „Value Investings“ verankert.

Wo steht der DAX in 10 Jahren?

Der Korridor zwischen 32.000 Punkten und 7.000 Punkten ist gigantisch groß. Viele Privatanleger würden mit dieser großen Schwankungsbreite nicht klar kommen, sollte der Dax auf 20.000 oder 30.000 Punkte steigen und dann auf unter 10.000 Punkte fallen. Wir waren es gewohnt, zumindest in den letzten sieben Jahren, nur steigende Kurse zu sehen. Bei solchen Szenarien immer oberste Vorsicht geboten, in dem Sinne, dass man sich mental auf solche Schwankungen vorbereiten muss. Deswegen ist es gut, so etwas mal grafisch zu veranschaulichen und die natürlichen Szenarien und Wahrscheinlichkeiten aufzuzeigen. Verkraftet man es, wenn das Depot mal 4,5, 6 oder sogar 7-stellig ins Minus rutscht? Die prozentuale Uhr auf -20%, 30% oder sogar noch weiter drunter fällt? Kann ich dann noch ruhig schlafen, oder ist mein Gemüt in solchen Situationen so angespannt, das ich keine klaren Gedanken mehr fassen kann?

Diese Fragen müssen Sie sich heute schon stellen, um für diese Gefahren gut gewappnet zu sein. Es bringt rein nichts, wenn man urplötzlich in diese Situation gerät, ohne sich einen Plan gemacht zu haben. Viele Privatanleger neigen aufgrund fehlenden Risikomanagements, mangelnder Anlagekenntnis und zu kurzer Erfahrung im Aktienmarkt dazu, in solchen gefährlichen Szenarien alles zu verkaufen. Diese Szenarien sind in der Realität schon einige Male vorgekommen, beispielsweise in der Zeit des Neuen Markts oder im Hype um die T-Aktie. Unerfahrene Akteure verloren teilweise ihr Hab und Gut oder verspielten die ohnehin mickrige Rente. Danach wandten sich viele von der Börse ab und dämonisierten sie, obwohl sie selbst Schuld gewesen waren!

Fazit: Wo steht der DAX in 10 Jahren?

Das Szenario zeigt eindeutig, in welcher großen Spanne sich der Dax in den nächsten 10 Jahren entwickeln könnte. Mit einer global diversifizierten Strategie sind die professionellen Akteure am Parkett jedoch nicht so auf den DAX fokussiert. Dieser nimmt in ihrem Portfolio nur einen geringen prozentualen Wert ein. Langfristig geht es immer nach oben! Wohin die Reise beim DAX in den nächsten 10 Jahren gehen kann ist hier grafisch schön dargestellt.

Ich wünsche allen gute Investments weiterhin.
Ihr Florian Müller

Was passiert an Aktienmärkte – Zunahme der Schwankungsintensität an den Aktienmärkten

Was passiert an Aktienmärkte. Die Schwankungsintensität an den Aktienmärkten hat in den letzten Wochen ein wenig zugenommen. Einerseits stehen in den USA die Wahlen an, andererseits ist dort die Zinsentwicklung noch nicht hundertprozentig sicher. Es ist davon auszugehen, dass die Zinsanhebung noch ein wenig auf sich warten lässt. Die konjunkturellen Daten sind nicht durchweg positiv ausgefallen, sodass Janet Yellen wohl wenig Möglichkeiten hat, diese geplante Anhebung noch dieses Jahr durchzusetzen. Trotzdem mag man gespannt sein, wie die nächste FED Sitzung verläuft.
OnVista Bank - Die neue Tradingfreiheit

Der DAX pendelte zwischen 10.300 Punkten und 10.700 Punkten. Der Ölpreis erholte sich wieder deutlich und liegt mittlerweile wieder über 50$. Beide Sorten WTI und Brent haben ein neues Jahreshoch erreicht und haben seit dem Tiefststand schon wieder über 70% zugelegt. Eine weitere Erholung wäre ein Stimulus für die stark gebeutelten Ölaktien und würde dem Sektor nachhaltig Auftrieb geben. Der amerikanische Dow Jones Index hat sich von seinem Allzeithoch bei über 18600 Punkten in den letzten Wochen ein wenig konsolidiert, tendiert aber immer noch auf einem sehr hohen Niveau.

Was passiert an Aktienmärkte – Was sind die nächsten Themen?

Der demografische Wandel und die Technologisierung werden in den nächsten Jahren die bestimmenden Themen sein und werden zu extremen Verwerfungen in der Arbeitswelt führen. Speziell im Banken- und Versicherungsbereich wird sich einiges ändern. Die bestehenden Häuser sind noch meilenweit entfernt, eine optimale Infrastruktur für den Kunden zu bieten. In der zukünftig digitalisierten Welt wird es darauf ankommen, den Algorithmus zu entwickeln und bestmöglich einzusetzen, um den Kunden optimal zu befriedigen. Hier müssen bestehende Geschäftsmodelle vollkommen neu überdacht und Schritte gewagt werden, um den Anschluss nicht zu verlieren. Dadurch werden in diesen zwei genannten Sektoren viele klassische Arbeitsplätze wegfallen. Der demografische Wandel ist bereits voll im Gange. Die geburtenstarken Jahrgänge werden demnächst in Rente gehen und die jüngere Generation hat dadurch eine noch höhere Last zu tragen als schon bisher. Zwangsläufig wird es zu weiteren Erhöhungen bei den Sozialabgaben kommen.

Was passiert an Aktienmärkte – Zusätzlicher Nachteil für den Vermögensaufbau

Aufgrund der hohen Belastungen durch den Fixkostenblock wie Miete etc., die in den letzten Jahren deutlich gestiegen sind. Es bleibt bei den meisten nicht mehr viel übrig am Ende des Monats, welches in Produktivkapital investiert werden kann. Zudem sind viele in den falschen Produkten gefangen und müssen Ihre Geldanlage grundlegend neu überdenken. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
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Ein weiteres Konfliktpotenzial besteht in die Verknappung der Arbeitskraft durch den technologischen Fortschritt, eine ausufernde Zeitarbeitsmentalität und nur noch befristete Verträge, welche man heute am Arbeitsmarkt größtenteils vorfindet. Die Ausgangssituation ist bei weitem nicht mehr so rosig. Sichere Renditen wie sie in der vergangenen Welt noch vorgefunden wurden, sind selten mittlerweile. Die schleichende Enteignung schreitet zudem voran und könnte durch die anstehende Bargeldabschaffung weiter beschleunigt werden. Es bleibt spannend, zu beobachten wie sich die weitere Entwicklung vollzieht. Doch die Welt bietet auch viele Chancen. Mit ein wenig Risiko, dem Biss, der Ausdauer sowie einem gesunden Menschenverstand kann man sich gut positionieren.

Dies war mein erster Artikel, der die globalen und deutschlandspezifischen Chancen und Gefahren der Zukunft erahnen sollte. Ich würde mich freuen, wenn dazu individuelle Meinungen folgen würden im Kommentarbereich und freue mich jetzt schon auf die Gedanken.

Staatliche Produkte oder Aktien kaufen, anstatt sich auf “staatliche Zulagen“ zu verlassen

Staatliche Produkte oder Aktien kaufen: Immer wieder wird in den Medien auf die von Versicherungen und Banken angebotenen Lebens- Renten-, Riester- oder Rürup Versicherungen eingegangen. Es gibt allein in Deutschland über 90 Millionen Lebensversicherungen. Wie diese genau funktionieren, ist neulich in einem interessanten Artikel von „Das Investment“ veröffentlicht worden. Danach lohnen sich auch Altverträge meistens nicht und sind trotz der garantierten Zinssätze von 2,3 oder 4% oft unrentabel. Die Kosten sind einfach zu immens. Die Absenkung des „Garantie“- Zinssatzes auf unter 1% führt diese Anlageform künftig ad absurdum.

Die Riester Rente, von der es über 16 Millionen Verträge gibt, ist ebenfalls ein Fass ohne Boden. Hier ist erst diese Woche ein Top Buch rausgekommen (Die Riester – Leaks), welches sarkastisch und informativ, die ganzen negativen Aspekte dieses Produktes aufzeigt. Die Ködermittel „staatliche Zulagen“ und „Steuervorteile“ bewahrheiten sich in Wirklichkeit größtenteils nicht. Ein niederschmetterndes und ernüchterndes Beispiel bewahrheitet sich, wenn man hinter die Kulissen schaut und die AGBs einmal näher betrachtet. Die Rürup Rente verhält sich ähnlich und hat kaum mehr zu bieten.

Staatliche Produkte oder Aktien kaufen – Für den Kunden meist nutzlos

Natürlich gibt es die Renten- und Lebensversicherungen auch mit einem Fondsanteil zu kaufen, sodass man tendenziell am Aktienmarkt mit partizipieren kann. Das Dumme ist nur, dass man bei diesen Produkten zweimal zur Kasse gebeten wird. Einmal zahlt der Kunde für den Versicherungsmantel und zugleich noch für den Aktienpart die vollen Fondskosten! Anfängliche Kosten von über 10% und laufende jährliche Kosten von 3-4% sind hierbei keine Seltenheit. Da kann der Fonds noch so gut abschneiden. Eine vernünftige langfristige Rendite lässt sich dadurch trotzdem nicht erwirtschaften. Bausparverträge sind durch die niedrigen Zinssätze der EZB ebenfalls nicht mehr lukrativ. Der Vorteil eines günstigen Baukredits ist dadurch nicht mehr gegeben. Somit schneiden die meisten Produkte schlecht ab und bleiben eine Cash Cow für die Versicherer und Banken. Dem Kunden nutzen sie meistens nicht.

Staatliche Produkte oder Aktien kaufen – Fazit

Wer sein Glück an der Börse probiert, braucht vorab viel Erfahrung oder muss einen unabhängigen Profi um Rat bitten. Sobald eine globale Strategie aber mal steht, sollte man diese nicht überdenken und dieser über Jahre oder sogar Jahrzehnte treu bleiben. Dabei gibt es natürlich Schwankungen, mit denen der Privatanleger zurechtkommen sollte. Eine Vorsichtsmaßnahme sollte sein, maximal nur ein oder zweimal im Jahr überhaupt in das Depot zu schauen und ansonsten die Zeit für wichtigere und sinnvollere Dinge zu nutzen.

Nie vergessen: trotz zwischenzeitlicher Achterbahnfahrten an der Börse steigen die Kurse langfristig. Der Preis dafür ist die Volatilität, die man in Kauf nehmen muss, um Erfolg zu haben. Am besten man fängt mit einem Musterdepot und Spielgeld ran, startet mit monatlichen ratierlichen Sparbeträgen in ETF, oder liest Bücher, die sich mit dem Thema beschäftigen.

Ich empfehle mentale Fitness, ein gesundes Selbstbewusstsein, starke Nerven und am besten gar keine Emotionalität an der Börse zulassen. Dann kann man ganz entspannt dem Rentenalter entgegenblicken.

Wo steht der DAX im Jahre 2031

Ich habe diese Woche eine interessante Studie eines ehemaligen Preisträgers des Acatis Value Awards (Norbert Keimling) gelesen. Wo steht der DAX im Jahre 2031 unter der Annahme, dass sich die Parameter, in diesem Fall das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) und der Shiller KGV, nicht ändern? Das KBV gibt an, in welchem Verhältnis der Aktienkurs zum Eigenkapital der Unternehmung steht. Je niedriger das KBV, umso besser. Ein KBV von 1 beispielsweise signalisiert, dass der Aktienkurs genau so viel Wert ist wie das vorhandene Eigenkapitel.
OnVista Bank - Die neue Tradingfreiheit
Das Shiller KGV ist eine erweiterte Variante des KGV, welche eine Glättung der letzten 10 Jahre vornimmt. Gemäß diesem Szenario bei einem KBV von 1,6 und einem Shiller KGV von 16 kommt die Studie auf einen DAX Stand von 31.000 Punkten. Ein realer Wertzuwachs von 7% und eine unterstellte Inflation von 1% jährlich sprechen für diese Annahme der jeweiligen Kennzahlen. Die Grafik zeigt aber auch eindeutig, in welchem Korridor positiv wie negativ sich alles entwickeln kann. Von 63.000 Punkten im besten Fall bis hin zu 9.800 Punkten im Worst case Szenario ist alles dabei. Da ich weiterhin unabhängig bleiben möchte, habe ich den Artikel nicht verlinkt. Ich habe in einem anderen Artikel bereits “Wo steht der DAX in 10 Jahren” ausführlich diskutiert.

Wo steht der DAX in 15 Jahren?

Dies sind alles schöne Spielereien und Vermutungen. Letztendlich kann alles passieren. Der Korridor zwischen 63.000 Punkten und 9.800 Punkten ist gigantisch. Viele würden es nicht verkraften, sollte der Dax auf 30.000 oder 40.000 Punkte steigen und dann auf 10.000 Punkte fallen. Deswegen ist auch bei solchen Szenarien immer oberste Vorsicht geboten, in dem Sinne, dass man sich mental der Schwankungen bewusst sein muss. Verkrafte ich es, wenn ich 4-, 5- oder 6 stellig im Minus mit meinem Depot stehe? Kann ich dann noch schlafen? Oder würde mein Ruhepuls auf über 100 steigen? Diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten.
OnVista Bank - Die neue Tradingfreiheit

Es bringt nichts, wenn man später in so eine Situation gerät und sich diese Frage nicht gestellt hat. Viele Personen neigen nämlich aufgrund fehlenden Selbstbewusstseins und mangelnder Expertise im Aktienmarkt dazu, in solchen Situationen alles zu verkaufen. Dieser schwere Fehler kann dann ein Leben lang nicht wettgemacht werden und führt zu einem großen Vertrauensverlust der Börse gegenüber. Aber die Börse kann nichts dafür. Verantwortlich für Ihr Geld sind ausschließlich Sie als Privatanleger. Die meisten suchen nur die Schuld bei den Aktienmärkten, um Ihre eigenen Fehler nicht einzugestehen. Um langfristig an der Börse erfolgreich zu sein, muss man immer wieder lernen und sich weiterbilden.

Fazit

Das Szenario der obigen Studie zeigt deutlich, in welcher großen Spanne sich der Dax in den nächsten 15 Jahren entwickeln könnte. Mit einer global ausgerichteten Strategie sind die professionellen Anleger jedoch nicht so am DAX interessiert. Dieser nimmt in Ihrem Portfolio nur einen einstelligen Prozentbereich ein. Langfristig geht es nach oben an den Märkten. Auf gute Investments weiterhin.

Auf gute Investments

Euer / Ihr Florian

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