Wo steht der DAX in 10 Jahren?

Wo steht der DAX – Ich habe diese Woche eine interessante Studie eines ehemaligen Preisträgers des Acatis Value Awards (Norbert Keimling) gelesen. „Quelle: StarCapital 

Wo steht der DAX in 10 Jahren, also im Jahre 2027 unter der Annahme, dass die Parameter Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) und das Shiller KGV als Annahme für die weitere Entwicklung genommen werden! (Was die jeweiligen Kennzahlen bedeuten, können Sie in meinem Artikel nachlesen „Wo steht der DAX in 15 Jahren“). Unter diesem Szenario bei einer Bewertung vom KBV von 1,6 und einem Shiller KGV von 16 kommt eine Studie auf einen DAX Stand von ungefähr 22.000 Punkten. Wo steht der DAX in 10 Jahren.

Ein realer Wertzuwachs von ungefähr 7% bei einer unterstellten Inflation von 1% sprechen für diese Annahme der jeweiligen Kennzahlen. Die Grafik zeigt aber auch eindeutig, in welcher Range, positiv wie negativ, sich alles-entwickeln kann. Von 32.000 Punkten im besten Fall, bis hin zu 7000 Punkten im historical worst case Szenario ist alles dabei. Die Studie ist von einem guten Freund, der mittlerweile bei einer unabhängigen Vermögensverwaltung arbeitet. Er ist dort Chefstratege und tief in der Materie des „Value Investings“ verankert.

Wo steht der DAX in 10 Jahren?

Der Korridor zwischen 32.000 Punkten und 7.000 Punkten ist gigantisch groß. Viele Privatanleger würden mit dieser großen Schwankungsbreite nicht klar kommen, sollte der Dax auf 20.000 oder 30.000 Punkte steigen und dann auf unter 10.000 Punkte fallen. Wir waren es gewohnt, zumindest in den letzten sieben Jahren, nur steigende Kurse zu sehen. Bei solchen Szenarien immer oberste Vorsicht geboten, in dem Sinne, dass man sich mental auf solche Schwankungen vorbereiten muss. Deswegen ist es gut, so etwas mal grafisch zu veranschaulichen und die natürlichen Szenarien und Wahrscheinlichkeiten aufzuzeigen. Verkraftet man es, wenn das Depot mal 4,5, 6 oder sogar 7-stellig ins Minus rutscht? Die prozentuale Uhr auf -20%, 30% oder sogar noch weiter drunter fällt? Kann ich dann noch ruhig schlafen, oder ist mein Gemüt in solchen Situationen so angespannt, das ich keine klaren Gedanken mehr fassen kann?

Diese Fragen müssen Sie sich heute schon stellen, um für diese Gefahren gut gewappnet zu sein. Es bringt rein nichts, wenn man urplötzlich in diese Situation gerät, ohne sich einen Plan gemacht zu haben. Viele Privatanleger neigen aufgrund fehlenden Risikomanagements, mangelnder Anlagekenntnis und zu kurzer Erfahrung im Aktienmarkt dazu, in solchen gefährlichen Szenarien alles zu verkaufen. Diese Szenarien sind in der Realität schon einige Male vorgekommen, beispielsweise in der Zeit des Neuen Markts oder im Hype um die T-Aktie. Unerfahrene Akteure verloren teilweise ihr Hab und Gut oder verspielten die ohnehin mickrige Rente. Danach wandten sich viele von der Börse ab und dämonisierten sie, obwohl sie selbst Schuld gewesen waren!

Fazit: Wo steht der DAX in 10 Jahren?

Das Szenario zeigt eindeutig, in welcher großen Spanne sich der Dax in den nächsten 10 Jahren entwickeln könnte. Mit einer global diversifizierten Strategie sind die professionellen Akteure am Parkett jedoch nicht so auf den DAX fokussiert. Dieser nimmt in ihrem Portfolio nur einen geringen prozentualen Wert ein. Langfristig geht es immer nach oben! Wohin die Reise beim DAX in den nächsten 10 Jahren gehen kann ist hier grafisch schön dargestellt.

Ich wünsche allen gute Investments weiterhin.
Ihr Florian Müller

9 Kommentare
  1. Roman Kurevic
    Roman Kurevic sagte:

    a) Was heisst langfristig? b) Wenn die Zinsen steigen (10y > 4%), warum sollte dann jemand ein KGV > 12 akzeptieren? c) Wenn die Zinsen nicht steigen, warum sollte dann jemand auf viel mehr Wachstum hoffen? => Der Nikkei225 war 1989 bei knapp 39.000 und ist momentan immer noch bitte a) beachten! An der Börse kann immer alles passieren, auch dasGegenteil.

    Wenn aber ZU VIELE passiv investieren (wie aktuell, weil so simpeln günstig) und sich niemand mehr absichern möchte (wie aktuell,obwohl simpel und günstig) und wenn alle die beste aller Welten erwarten (wie aktuell, es kann nur besser werden), dann sollte man auch mal ein anderes Szenario einplanen.

    Vielleicht geht´s auch noch mal steif in Q1/2 2017 (13.200/500)…aber wenn die November/Dezember 2016 Tiefs in 2017/2018 unterschritten werden sollten, dann heisst es: fasten your seat belts!

    Warum sollte dann bei 7.000 Schluss sein soll? < 3.600 ist durchaus auch möglich, oder eben auch das Gegenteil. Wenn der Markt z.B. KGVs wie 1982 einpreist, wäre dies 7 (Shiller KGV gab´s damals noch nicht). Das wäre dann, je nach Zeitpunkt eine Kurshalbierung (5.300) von aktuell 11.600. Sollte eine Rezession einsetzen (die auch niemand erwartet), dann ist doch 3.333 sicherlich auch mal eine gute Zahl.

    Aber 33.333 kann halt eben auch drauf stehen, keiner kann es wirklich wissen – aber vielleicht eben auch erst in 22 oder 33 Jahren. Geduld ist eben auch gefragt, manchmal ebenenwenig mehr, als im Backtest!

    Antworten
    • Vermögensanleger
      Vermögensanleger sagte:

      Finde es unproblematisch in diesem Fall ohne Quelle. Wenn die prognostizierte Range des Dax 0 bis 100.000 Punkte wäre, wäre die Kernaussage von Florian trotzdem dieselbe:

      Wer in Aktien investiert, muss mit Schwankungen umgehen können! Buchverluste sind normal und nicht per se schlecht, wenn man über die richtigen Umgangstechniken verfügt.

      Und urheberrechtliche Schwierigkeiten dürfte Florian von seinem Kumpel nicht zu erwarten haben.

      Schönen Gruß
      Marco

      Antworten

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.