Wo steht der DAX in 15 Jahren?

Wo steht der DAX im Jahre 2031

Ich habe diese Woche eine interessante Studie eines ehemaligen Preisträgers des Acatis Value Awards (Norbert Keimling) gelesen. Wo steht der DAX im Jahre 2031 unter der Annahme, dass sich die Parameter, in diesem Fall das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) und der Shiller KGV, nicht ändern? Das KBV gibt an, in welchem Verhältnis der Aktienkurs zum Eigenkapital der Unternehmung steht. Je niedriger das KBV, umso besser. Ein KBV von 1 beispielsweise signalisiert, dass der Aktienkurs genau so viel Wert ist wie das vorhandene Eigenkapitel.
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Das Shiller KGV ist eine erweiterte Variante des KGV, welche eine Glättung der letzten 10 Jahre vornimmt. Gemäß diesem Szenario bei einem KBV von 1,6 und einem Shiller KGV von 16 kommt die Studie auf einen DAX Stand von 31.000 Punkten. Ein realer Wertzuwachs von 7% und eine unterstellte Inflation von 1% jährlich sprechen für diese Annahme der jeweiligen Kennzahlen. Die Grafik zeigt aber auch eindeutig, in welchem Korridor positiv wie negativ sich alles entwickeln kann. Von 63.000 Punkten im besten Fall bis hin zu 9.800 Punkten im Worst case Szenario ist alles dabei. Da ich weiterhin unabhängig bleiben möchte, habe ich den Artikel nicht verlinkt. Ich habe in einem anderen Artikel bereits “Wo steht der DAX in 10 Jahren” ausführlich diskutiert.

Wo steht der DAX in 15 Jahren?

Dies sind alles schöne Spielereien und Vermutungen. Letztendlich kann alles passieren. Der Korridor zwischen 63.000 Punkten und 9.800 Punkten ist gigantisch. Viele würden es nicht verkraften, sollte der Dax auf 30.000 oder 40.000 Punkte steigen und dann auf 10.000 Punkte fallen. Deswegen ist auch bei solchen Szenarien immer oberste Vorsicht geboten, in dem Sinne, dass man sich mental der Schwankungen bewusst sein muss. Verkrafte ich es, wenn ich 4-, 5- oder 6 stellig im Minus mit meinem Depot stehe? Kann ich dann noch schlafen? Oder würde mein Ruhepuls auf über 100 steigen? Diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten.
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Es bringt nichts, wenn man später in so eine Situation gerät und sich diese Frage nicht gestellt hat. Viele Personen neigen nämlich aufgrund fehlenden Selbstbewusstseins und mangelnder Expertise im Aktienmarkt dazu, in solchen Situationen alles zu verkaufen. Dieser schwere Fehler kann dann ein Leben lang nicht wettgemacht werden und führt zu einem großen Vertrauensverlust der Börse gegenüber. Aber die Börse kann nichts dafür. Verantwortlich für Ihr Geld sind ausschließlich Sie als Privatanleger. Die meisten suchen nur die Schuld bei den Aktienmärkten, um Ihre eigenen Fehler nicht einzugestehen. Um langfristig an der Börse erfolgreich zu sein, muss man immer wieder lernen und sich weiterbilden.

Fazit

Das Szenario der obigen Studie zeigt deutlich, in welcher großen Spanne sich der Dax in den nächsten 15 Jahren entwickeln könnte. Mit einer global ausgerichteten Strategie sind die professionellen Anleger jedoch nicht so am DAX interessiert. Dieser nimmt in Ihrem Portfolio nur einen einstelligen Prozentbereich ein. Langfristig geht es nach oben an den Märkten. Auf gute Investments weiterhin.

Auf gute Investments

Euer / Ihr Florian

PS: Gerne auch meine Bücher bestellen.

5 Kommentare
  1. Leo Weiß
    Leo Weiß sagte:

    Hallo Florian,

    mir gefällt dein Blog sehr gut!

    Je weiter der Betrachtungszeitraum in die Zukunft gerichtet ist, desto schwieriger wird es natürlich, eine treffende Aussage zu machen. Jedoch handelt es sich beim DAX um einen Performance-Index. Somit sollte der DAX sich langfristig positiv entwickeln. Ich persönlich investiere nun seit einiger Zeit in ETFs und habe diese auch etwas weiter gestreut, um das Risiko zu minimieren.

    Langfristig kommt man meiner Meinung nach als Privatanleger nicht an Aktien vorbei.

    Gruß Leo

    Antworten
  2. Florian
    Florian sagte:

    Hi Leo,

    vielen Dank für dein Feedback. Ich bin derselben Meinung wie du. Langfristig steigt die Börse immer. Hierzu habe ich auch vor 2 Monaten einen Artikel veröffentlicht, der sich diesem Thema widmet. Falls es dich interessiert, hier der Link: https://boerseneinmaleins.de/wieso-steigt-die-boerse-langfristig-immer/

    Langfristig kommt man nicht an Aktien vorbei. Guter Stichpunkt! Es ist immer wieder dasselbe. Man muss “nur” mit den Schwankungen zurechtkommen, dann wird man fürstlich entlohnt.

    Beste Grüße Florian

    Antworten
  3. Till von www.sfg-value.de
    Till von www.sfg-value.de sagte:

    Hi Florian,

    super Beitrag. Mir gefällt insbesondere das Zitat:
    “Um langfristig an der Börse erfolgreich zu sein, muss man immer wieder lernen und sich weiterbilden.”

    Weißt du was das Historical Worst Case Scenario war? Nach der Dot-Com Blase?

    BG, Till

    Antworten
  4. Florian
    Florian sagte:

    Hallo Till,

    danke für dein Kommentar. Das Historical Worst Case Szenario konnte ich nicht genau definieren. Da es in diesem 15 Jahres Zeitraum ein leichtes Minus gegeben haben muss (DAX Stand aktuell: 10.400 und Worst Case 9.800) knapp 6% im Minus. Leider konnte ich anhand des DAI Renditedreiecks in keinem 15 Jahres Zyklus eine negative Rendite ausmachen. Ich werde mich mal informieren und fragen, welche Datenreihe benutzt worden ist. Danach melde ich mich wieder.

    BG Florian

    Antworten
  5. Florian
    Florian sagte:

    @ Till Hier die Antwort zu deiner Frage:

    Guten Morgen Herr Müller,

    es freut mich, dass Sie sich für unsere Auswertung interessieren. Das Worst-Case-Szenario mit 9.800 Punkten im Jahr 2031 entspricht der niedrigsten Aktienmarktrendite die in allen Untersuchungsmärkten der Studie zur Aktienmarktprognose (http://www.starcapital.de/files/publikationen/Reseach_2016-01_Aktienmarktprognose_Shiller_CAPE_Keimling.pdf) seit 1881 auf eine zu heute vergleichbare Bewertung gemessen wurde (siehe für Details S. 19ff). Es fließen also nicht nur DAX-Daten in die Analyse ein.

    Ich hoffe, dies beantwortet Ihre Frage. Wenn nicht, bitte einfach melden.

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