Wichtige Kennzahlen bei der Aktienauswahl KGV, KBV, KUV, KCV und EBITDA

Börsenkennzahlen: An dieser Stelle möchte ich näher auf die wichtigsten Kennzahlen im Bereich der Bewertung von Aktien eingehen. Die gängigsten und einfachsten Kennzahlen sind hierbei folgende: KGV, KBV, KUV, KCV und EBITDA.

Börsen Kennzahlen – Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

gibt das Verhältnis von Gewinn je Aktie zum Kurs je Aktie an. Je niedriger umso lukrativer scheint das Investment zu sein. Hier die Erklärung in Form eines Beispiels: Der Gewinn pro Aktie liegt bei 3€. Der Aktienkurs notiert bei 30€. Ergo gibt es ein KGV von 10 (=30/3). Was sagt uns diese Zahl? Angenommen, das Unternehmen würde jedes Jahr 3€ Gewinn pro Aktie erzielen, so hätte sie sich nach 10 Jahren allein mit den Gewinnen den Aktienkurs gerechtfertigt.

Je niedriger der Wert, umso schneller würde man allein mit den Gewinnen des Unternehmens den Aktienkurs rechtfertigen können. Je höher das KGV, umso länger bräuchte ich um den Kurs allein durch Gewinne zu erwirtschaften. Aber je niedriger das KGV ist, umso stärker ist das Unternehmen, da es hohe Gewinne erzielt und damit am Markt ein Produkt bzw. eine Dienstleistung anbietet, die sehr gefragt ist. Die Kennzahlen stehen übrigens in sämtlichen öffentlich zugänglichen Finanzportalen im Internet.

Allein diese Kennzahl sagt jedoch herzlich wenig aus, da diese von Jahr zu Jahr extrem verfälscht werden kann durch makro- und mikroökonomische Einflussfaktoren. Deshalb darf man niemals eine Kennzahl isoliert betrachten und danach seine Entscheidung für oder gegen eine Aktie fällen. Beispielsweise können die jeweiligen Wirtschaftsprüfer den Gewinn je nach Strategie des Unternehmens hoch oder niedrig ansetzen. Somit ist die Verfälschungsgefahr dieser Kennzahl extrem hoch. Sollte ein Verlust anfallen, ist diese Kennzahl ebenso hinfällig. KGVs zwischen 10-15 werden als günstig angesehen. Unter 10 als sehr günstig. Zudem sind die KGVs in den öffentlichen Internetportalen oft nicht korrekt oder variieren untereinander.

Börsen Kennzahlen – Das Kurs-Buchwert-Verhältnis kurz (KBV)

deklariert das Verhältnis vom Kurs einer Aktie im Verhältnis zu dessen Buchwert, im weitesten Sinne dem Eigenkapital. Hier ist es genauso: Je kleiner das Verhältnis, umso besser sieht die Aktie augenscheinlich aus und umso mehr ist die Aktie mit Eigenkapital hinterlegt. Beispiel: Ein KBV von 1 signalisiert, dass der Aktienkurs komplett dem Buchwert widerspiegelt. Je niedriger das Kurs-Buchwert-Verhältnis, umso besser steht das Unternehmen dar. Umso mehr ist der Kurs mit dem Buchwert des Unternehmens gedeckt bzw. hinterlegt. Ein KBV von unter 1 ist sehr selten und sieht günstig aus.

Weiterhin muss man jedoch untersuchen, was in dem Buchwert alles enthalten ist. Durch verschiedene Bilanzierungsregeln, Neuerungen und der Ausrichtung des Unternehmens, können verschiedene Bestandteile diese Messziffer verfälschen. Deshalb sollte man sich zur genaueren Analyse die Geschäftsberichte, welche auf der Homepage unter Investor Relations zu finden sind, näher zu Gemüte führen. Ein KBV von unter 1 suggeriert eine günstige Aktie und ein Schnäppchen.

Börsen Kennzahlen – Das Kurs-Umsatz-Verhältnis kurz (KUV)

wiederum setzt den Umsatz einer Unternehmung ins Verhältnis zu ihrem Aktienkurs. An der Kennzahl, bzw. dem Umsatz ist im Vergleich zu den beiden vorhergehenden Kennzahlen weniger bilanztechnisch zu manipulieren. Ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 1 suggeriert demnach eine günstige Aktie. Man muss sich mit der Materie befassen, um die Kennzahlen richtig deuten zu können.

Börsen Kennzahlen – Das Kurs-Cashflow-Verhältnis kurz (KCV)

wiederum setzt den Cashflow je Aktie ins Verhältnis zum Aktienkurs. Ein Kurs-Cash Flow Verhältnis von unter 15 scheint attraktiv zu sein. Dazu muss man allerdings sagen, es gibt Unmengen an diversen Cash Flow Berechnungen. Hier sollte man sich vorab auch in die Materie genauestens einlesen. Ein Bloggerfreund von mir gibt auch hier hilfreiche Tipps, um sich der Thematik zu nähern.

Börsen Kennzahlen – Das EBITDA (Earnings before Interests, Taxes, Depreciation and Amortisation)

stellt die Ertragskraft des Unternehmens dar. Es ist der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen. Je höher dieser Wert ausfällt, umso besser steht die Aktiengesellschaft wirtschaftlich da.

Vertiefende Informationen zu den Kennzahlen sind in dem Buch Kennzahlenanalyse von Nicolas Schmidlin zu finden. Dieses Buch ist als Grundlage für die Fundamentalanalyse und das Verständnis perfekt geeignet.

Ich wünsche allen besinnliche und ruhige Feiertage und einen schönen Jahresausklang. Zudem bedanke ich mich für die zahlreichen Leser und Anfragen via Mail sowie die Kommentare in meinen Artikeln. Nächstes Jahr geht es insbesondere mit den Themen weiter, wie sich die Börsen weltweit weiterentwickeln werden. Im Fokus stehen hierbei Europa und die USA. Zudem werde ich ein paar electronic papers zu verschiedenen Themen herausbringen sowie ein ETF Portfolio für den Börsenanfänger gestalten.

Auf gute Investments
Florian Müller

4 Kommentare
  1. Robert
    Robert sagte:

    Lieber Florian, durch einen Link bin ich auf Deinen Artikel aufmerksam gemacht worden. Jedoch ist Dein Artikel, wenn auch aufschlussreich, zum Teil sehr fehlerhaft: Zum einen setzen die Wirtschaftsprüfer eines Unternehmens niemals den Gewinn an, das macht die Geschäftsleitung schon selbst. Zum anderen entspricht der Buchwert eines Unternehmens nicht “im weitesten Sinne” dem Eigenkapital (Buchwert = Aktiva = Passiva + Eigenkapital). Und zu guter Letzt gibt es keine Cashflow-Berechnungen 1./2./3.-Grades – sondern nur operativer CF, CF aus Finanzierungstätigkeit und CF aus Investitionstätigkeit. Du verwechselst dies mit der Liquidität 1./2./3. Grades, welche Auskunft darüber gibt, inwiefern ein Unternehmen seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann. Bitte nimm dies nicht persönlich, aber das sind keine kleineren Fehler m.E. nach. Trotzdem danke, dass Du Dir eine solche Arbeit machst.

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