FED Entscheidung und vorab:
Preview meines neuen Buchprojekts „Digitaler Wandel in der Finanzbranche“!

FED Entscheidung: Janet Yellen, die oberste Währungshüterin der FED (US-Notenbank), hat eine Eindämmung der Geldflut in Aussicht gestellt und zudem werden zum dritten Mal in diesem Jahr, vermutlich im Dezember, die Zinsen erhöht. Außerdem wurde erwähnt, dass die Bilanz der FED, welche extrem aufgebläht ist, konsequent reduziert wird. Derzeit beträgt die Bilanzsumme knapp 4,5 Billionen $. Das Fed-Portfolio soll demnächst um monatlich zehn Milliarden $ reduziert und das Tempo dann sukzessive auf 50 Milliarden monatlich gesteigert werden.

In Europa wird an der Zinsschraube noch nicht gedreht, dafür geht es südeuropäischen Ländern immer noch zu schlecht. Die Wirtschaft in den USA brummt, es herrscht quasi eine Vollbeschäftigung in den USA! Um eine Überhitzung einzudämmen, ist dies womöglich sinnvoll. Aus dieser Sicht ist eine Anhebung der Zinsschraube auf eine Spanne zwischen 1,25-1,5% daher gerechtfertigt. Doch wird diese Stimmung getragen von der Mehrheit der amerikanischen Bevölkerung? Nein, eben nicht. Die meisten Amis sind hochverschuldet und der Wirtschaftsaufschwung geht an Ihnen gnadenlos vorbei.

Hier eine interessante Grafik, die dieses untermauert. Das Haushaltseinkommen ist in der Altersgruppe von 15-64 Jahren seit dem Jahr 2000 kaum gestiegen, teilweise sogar gesunken. Lediglich in der Altersklasse 65+ ist das Einkommen gestiegen. Womöglich hat dies aber damit zu tun, das viele nun in diesem Alter auch arbeiten müssen und sonst nicht über die Runden kommen. Willkommen in der Realität. Hier die Fakten zum durchschnittlichen Wachstum der Haushaltseinkommen in den USA.

FED Entscheidung – Ein höchst trügerischer Schein

Die Börsen reagierten kaum und der S&P und Dow Jones erreichten sogar neue Höchstmarken. Ein höchst trügerischer Schein. Wie oben mit den Schaubildern bereits beschrieben, ist der Aufschwung der US-amerikanischen Wirtschaft an der Großzahl der Bevölkerung vorbeigegangen. Weitere Indizien einer Eintrübung sind die Häuserpreise, welche wieder deutlich angezogen haben. Hier hatten wir wie die unten stehende Grafik zeigt, zur Subprime-Krise 2008/09 einenSpread von 40%. Derzeit befinden wir uns wieder bei rund 21,2%. Die Gesamtverschuldung der amerikanischen Haushalte hatte ich im letzten Artikel behandelt und möchte hier nicht mehr näher darauf eingehen. Ich erinnere nur an die Rekordstände bei Studentenkrediten, Autokrediten und Wertpapierkrediten. Sollten die Zinsen in USA weiter nach oben gehen, steigt die Zinsbelastung durch Kredite weiter an und verschärft die finanzielle Situation vieler US- amerikanischer Haushalte. Ergo ist der Wirtschaftsaufschwung nur wenig Reichen zugutegekommen, die Ihren Wohlstand deutlich ausgebaut haben.

FED Entscheidung – Schere zwischen Arm und Reich

Die Schere zwischen Arm und Reich wird sich weiter öffnen. Der Turbokapitalismus und die Hausse an der Börse gehen munter weiter. Wie lange diese Verzerrungen noch anhalten, ist zeitlich nicht vorhersagbar. Der Druck auf die Mittelschicht wird aber größer und die Belastung schlaucht zunehmend die gesellschaftliche Gemeinschaft. Dies bekommt man auch in unserem Land immer größer aufgezeigt. Viele können von einem Haushaltseinkommen nicht mehr Leben, Zweit- und Drittjobs müssen angenommen werden. Auch der digitale Wandel wird in Zukunft zu einem immensen Problem speziell in Deutschland. Ich sehe die Autobranche vor einem extremen Wandel. Sollte dieser führende Wirtschaftsmotor in Deutschland ins Stottern kommen, könnte es auch hier mit dem Wohlstand schnell vorüber sein.

Auch die Finanzbranche steht vor einem extremen Wandel. In meinem neuen Buch „Der digitale Wandel in der Finanzbranche“, an welchem ich gerade schreibe, wird auf diese Teile näher drauf eingegangen. Hier habe ich Exklusivmaterial von Top CEOs von Robo Advisors interviewt und Ihre Einschätzung über zukünftige Entwicklung im Finanzsektor erbeten. Zudem sprach ich mit einigen meiner Kollegen aus der Bloggerszene, welche sich bereits ein Onlinebusiness im Finanzsektor aufgebaut haben. Das Buch wird Ende November 2017 auf Amazon erhältlich sein, sowohl als ebook als auch in Taschenbuchversion. Hier werde ich auch meinen neuen Projekte ankündigen mit meiner neuen, im Aufbau befindlichen Landing Page www.florian-mueller-business.de, auf der ich verschiedene Dienstleistungen anbieten werde. Man kann mich hier zukünftig buchen als „Speaker“, für „Webinare“, als „Coach“ und als „Business Development“-Berater im Bereich Geschäftsstrategieentwicklung für Finanzdienstleistungsunternehmen und als Berater für Selfpublisher bei Amazon.

Auf gute Investments
Ihr Florian Müller

Liebe Leser von Börseneinmaleins

Kapitalmarkt aktuell: Diese Woche hatte ich einige Dinge auf der Agenda. Die mikro- und makroökonomischen Daten aus Amerika stimmen mich nicht gerade freundlich für den Aktienmarkt. Es geht nun in den nächsten paar Wochen darum, Gewinne abzusichern und peu a peu in andere substanzielle Sachwerte umzuschichten. Ich zeige hier einige dramatische Entwicklungen auf, die anhand von Grafiken belegt sind. Das Chance/Risiko Verhältnis an den Börsen ist derzeit so aufgebaut, dass man sich mit Short ETFs und marktneutralen Vehikeln erste Positionen aufbauen sollte.

Einerseits ist die US-Haushaltsverschuldung mittlerweile extrem hoch und auf einem Rekordwert von 12,86 Billionen $ angekommen. Der größte Part ist der Bereich Mortgage (handelbare Wertpapiere, die durch Hypotheken gedeckt sind), danach folgen die HE Revolvings (Kreditlinien, welche bis zum maximalen Limit ausgereizt worden sind). Ein großer Part sind auch mittlerweile die Studenten- und Autokredite, die immens angestiegen sind in den letzten paar Jahren.

Kapitalmarkt aktuell – LEI Index

Ein weiterer makroökonomischer Faktor, der mich negativ stimmt, ist der LEI Index. Dieser umfasst 10 wichtige Stimmungsindikatoren aus den USA. Dieser Wert ist mittlerweile wieder bei 100% angekommen. Das negative Abdriften innerhalb von drei Monaten ist ein Indiz für das Abschwächen der amerikanischen Wirtschaft. Dieser Wert wird selten kommuniziert, hat aber in der Vergangenheit immer eine gute Einschätzung zur Lage der US-amerikanischen Wirtschaft gegeben. Ein außergewöhnlicher Milliardär und Investor, Ken Fisher, hält von diesem Wert extrem viel.

Kapitalmarkt aktuell – Shiller PE/Ratio

Ein weiterer Punkt, den ich als negativ erachte, ist der Shiller PE/Ratio. Dieser ist auf einem Rekordwert von knapp 30 angelangt. Dies erkennt man an der unteren Grafik der Abbildung. Werte über 20 sind gefährlich und Werte über 30 äußerst kritisch zu sehen. Wie in der Zeitachse von knapp 150 Jahren zu sehen ist, gab es nur zwei Zeiträume, an denen dieser Wert höher lag. Dies war 1929 zur Weltwirtschaftskrise der Fall, wo der Wert bei 32,6 lag und während der Dotcom Blase 2000/01 wo dieser Wert bei 44,2 lag. Folglich ist eine Überbewertung der Märkte nicht mehr zu leugnen.

Kapitalmarkt aktuell – Bundesbank

Eine weitere dramatische Zahl sind die Target 2 Salden der Bundesbank. Diese Forderungen sind mittlerweile völlig aus dem Ruder gelaufen und belaufen sich derzeit, Stand 31.07.2017, auf knapp 860 Milliarden US-$. Wie in der Grafik zu sehen, hoben sich die Salden eine Zeit lang auf, wie es betriebswirtschaftlich völlig normal sein sollte. Einer Forderung steht immer eine Verbindlichkeit gegenüber. Dies war vom Jahre 1998 bis 2008 auch der Fall. Danach sind die Forderungen der Bundesbank gegenüber anderen Länder immer weiter angestiegen. Derweil stehen wir knapp vor der eine Billion $ Marke und werden diese voraussichtlich Anfang nächstes Jahr überschreiten. Ob diese Forderungen jemals wieder eingetrieben werden können, ist sehr fraglich. Im schlimmsten Fall werden diese irgendwann sozialisiert und dem Steuerzahler aufgebürdet.

Was für weitere Themen stehen auf der Agenda

  • In den USA kommt es Ende September/Anfang Oktober zum sogenannten Shutdown, der Bankrotterklärung der USA. Die Schuldenuhr wird die 20 Billionen $ Marke knacken und somit muss ein Beschluss der US-Regierung stattfinden, um die Schuldenmarke wieder einmal nach oben zu justieren.
  • Der Nordkorea Konflikt könnte sich verschärfen und zudem zu Unruhen oder einer gesteigerten Volatilität an den Börsen führen.
  • Die Immobilienkrise in Kanada, vornehmlich in Toronto und Vancouver, ist knapp an einer neuen Subprime Krise vorbeigehuscht. Wie viele nicht mitbekommen haben, ist eine der größten kanadischen Banken im Bereich Hypotheken kurz vor dem Kollaps gewesen. Warren Buffett musste mit finanzieller Unterstützung helfen um keinen Flächenbrand zu entfachen.

Es kann gegen Herbst zunehmend stürmisch werden! Anbei noch mein Gastartikel zum Thema “Long-Short Strategien” für das Finanzportal Binoro. Viel Spaß bei der Lektüre

Auf gute Investments
Ihr Florian Müller

Buch Erfolg im Crash: Sie letzten Wochen waren sehr turbulent. Nachdem ich Anfang Juli mir meinen ersten Urlaub seit knapp 2 Jahren im schönen spanischen Süden (Andalusiens) gegönnt habe und die Auszeit für 10 Tage genoss, ging es danach gleich sehr straff mit einem nächsten Buchprojekt weiter. Und zwar durfte ich einerseits als Gastautor, andererseits auch als Initiator des „Verlags“ agieren. Der berühmtberüchtigte Florian Homm rief mich an und fragte mich, ob ich sein neues Buch „Erfolg im Crash“ über Amazon inserieren könnte und als „Selfpublisher“ unterstütze. Das Projekt reizte mich und ich sagte zu, einerseits weil ich den Inhalt des Buches schon vorab lesen wollte, andererseits wird man sehr selten von einem ehemaligen Milliardär um Hilfe gebeten. Zudem durfte ich selbst eine Passage im Buch schreiben und bin sehr dankbar dafür.

Buch Erfolg im Crash – Kurz zum Buchinhalt

Das Buch „Erfolg im Crash“ ist ein definitiver Mehrwert für die Finanzwelt. Das Know-How von Florian Homm, was er aus seiner 30jähigen Expertise als Hedgefondsmanager sich erarbeitet hat, ist wirklich unglaublich. Er prophezeit durch diverse makroökonomische Faktoren aus den USA belegt, keine positive Zukunft für den Aktienmarkt. Zudem bietet er Long Short Strategien an und lässt Einblicke in eine Watchlist und Long Short Strategien zu. HOCHINTERESSANT das Ganze. Ich nenne kurz einige Daten: Einerseits habe ich den LEI Index schon mal in einen meiner vergangenen Artikel angesprochen. Hier eine interessante Grafik dazu:
Leading Economic IndexLeading Economic Index: Quelle: https://www.advisorperspectives.com/dshort/updates/2017/07/28/ecri-weekly-leading-index-yoy-at-4-82-lowest-in-11-months

Der Index umfasst 10 wichtige Indikatoren aus den USA. Hier eine Auflistung, welche Indikatoren mit welcher Gewichtung Einfluss auf den Index haben. Nun zur Grafik zurück. Der Index ist seit seinem Peak von 100% wieder nach unten unterwegs. In der Vergangenheit war es bisher so, dass es zwischen 10-56 Wochen gedauert hat, bis der Markt eingebrochen ist. Klar, darf man diesen Indikator nicht einzeln betrachten, sondern muss weitere Faktoren miteinbeziehen. Weitere Indizien sind die Rekordwerte beim Shiller KGV und andere fundamentale Bewertungen, welche auf Rekordhoch sind. Zudem steht in 4-6 Wochen die nahende Schuldenobergrenze in den USA auf dem Programm. Alles Themen die für einen brisanten Herbst/Winter an den Börsen führen könnten. Es gilt jetzt seine Longstrategien abzusichern und über mögliche Vehikel in die andere Richtung nachzudenken. Marktneutrale Fonds und inverse ETFs stehen hier an oberster Stelle.

Anfragen von Robo Advisor

Zurzeit bekomme ich nun häufiger Anfragen von Robo Advisor (digitale Vermögensverwalter) die mittlerweile auf dem Vormasch sind. Hier bieten sich mittelfristig einige Projekte an. Einerseits bekommt die Finanzbloggercommunity immer mehr Reichweite, andererseits suchen die Robo Advisor unabhängige Blogger, die Ihre Inhalte und Angebote verbreitern. Mein Artikel dazu, den ich bereits geschrieben hatte zum Thema „Robo Advisor im Vergleich und Test“ ist nochmals verlinkt und Ihr könnt gerne Kommentare und Meinungen zu dem Thema schreiben! Mich würde interessieren wie Ihr darüber denkt? Ich stehe hier auch mit einigen Firmenentscheidern in Gesprächen, da ich das Thema hochinteressant finde und die positive Entwicklung in der Finanzwelt nun endgültig Einzug hält. Diese Woche steht ein neuer Gastartikel mit binoro an. Diese haben mich gebeten einen Gastartikel auf Ihrer Seite zu verfassen. Diese Möglichkeit nehme ich natürlich gerne wahr. Ab Herbst geht es dann mit einigen hochinteressanten neuen Projekten weiter. Ich werde mein Branding erneuern und ein Projekt mit Robo Advisor planen..Man darf gespannt sein.

Auf gute Investments

Euer Florian Müller

Bitcoin Blase. Seit Monaten schoss der Bitcoin-Preis in die Höhe und hat mittlerweile ein Rekordhoch von 19000$ pro Bitcoin erreicht. Dies ist eine Vervielfachung in den letzten 3 Jahren und eine Verhundertfachung innerhalb der letzten 4 Jahre seit Beginn. Doch dann folgte ein starker Rückschlag zur Mitte des Jahres. Einerseits stellt diese Währung ein Misstrauen in die Papierwährung dar, andererseits steigt die Volatilität in den letzten paar Wochen extrem an. Ich bin mit der Materie nicht stark vertraut, sehe aber ähnliche Tendenzen wie bei der Tulpenhysterie vor Jahrhunderten in Holland. Die Party ist vorbei. Andere Kryptowährungen sind auch im Kommen und der Markt insgesamt bei einer Marktkapitalisierung von 600 Milliarden $ angekommen. Ein guter Platz um sich einen Überblick zu verschaffen ist Coinmarketcap. Derzeit sind wir weiter runtergekommen auf unter 200 Milliarden Marktkapitalisierung und viele Kryptowährungen haben in 2018 rund 80-95% an Wert verloren. Die Konsolidierung wie von mir vorhergesagt ist eingetroffen. Jetzt selektiv kaufen, aber nur mit 1-3% seines liquiden Vermögens.

Bitcoin Blase – In ein neues Zeitalter mit Bitcoin?


Klar ist es eine neue Technologie, aber in meinen Augen noch zu intransparent. Wer das Risiko liebt, kann von mir aus mit dieser Kryptowährung spielen. Die Schwankungen auf Tagesbasis sind teilweise über 10%, dessen muss man sich bewusst sein. Diese Unberechenbarkeit würde mir widerstreben und ich würde nur mit einer kleinen Summe investieren. Klar springen jetzt viele auf den fahrenden Zug auf und denken, der Kursverlauf würde sich in Zukunft extrapolieren und auf Dauer fortsetzen. Doch wo ist der Maßstab, das Greifbare, welches ich als Richtschnur nehmen kann?

Schlicht und einfach formuliert, nirgends! Zudem gab es in letzter Zeit viele Problemmeldungen mit Sicherheitsservern und anderen technischen Schwierigkeiten. Der Markt der Kryptowährungen wächst hingegen rasant, sodass man den Überblick schnell verliert. Da bleibe ich lieber bei substanziellen und reellen Werten wie Gold und Silber als Absicherung in der derzeitigen Phase der Aktienhausse. Ich schaue mir das Spiel an der Seitenlinie weiter als Beobachter an und werde mich tiefergehend in die Materie einlesen, um ein endgültiges Resumee zu ziehen.

Bitcoin Blase geplatzt, jetzt kaufen

Vorerst mal ist es mir als spekulative Beimischung geeignet aber auch nicht mehr. Einen Hype kann ich von außen auch medial schon wahrnehmen. Natürlich gibt es hier langfristig womöglich Chancen, in ein neues Zeitalter zu treten, andererseits sind für mich Risiken vorhanden, die ich bis dato noch nicht auf dem Schirm habe. Mit einem kleinen Teil als Diversifikation, kann man jedoch in diese Kryptowährung investieren. Mehr als 1-5% des Vermögens sollte es aber nicht sein. Hier ein seriöser Händler.

Auf der Börsenseite hingegen erkenne ich ganz klar Überhitzungstendenzen, die mich negativ stimmen auf mittelfristige Sicht. Sie können hierzu das neue Buch “Erfolg im Crash” lesen.

Auf gute Investments
Ihr Florian Müller

DAX 20.000 Punkte: Von Rekord zu Rekord steigen die Märkte weltweit. Speziell der Dow Jones, der NASDAQ und der DAX katapultieren sich auf immer neue Allzeithochs. Die Druckerpressen des billigen Geldes laufen weiterhin und sind vergleichbar mit einer lebenserhaltenden Injektion eines Komapatienten. Die private Verschuldung in den USA steigt exorbitant. Autokredite haben sich mehr als verdoppelt und Studentenkredite im Speziellen haben sich in den letzten 10 Jahren mehr als verdreifacht. Die Privatverschuldung hat ihr Hoch von 2008/2009 bereits überschritten und liegt derzeit bei über 12,7 Billionen $.

DAX 20.000 Punkte realistisch?

Im Gegenzug gehen in den nächsten Jahren die extrem großen Einkaufszentren, die sogenannten Malls peu a peu aufgrund der Bestellmentalität übers Internet verloren. Hier wird zukünftig ein großes Sterben stattfinden, was wiederum die commercial mortgage backed securities dramatisch ansteigen lassen wird. Diese Schrottpapiere werden hoffentlich nicht wieder von den Ratingagenturen in den USA mit Top-Bonität ausgestattet, verschachtelt und in Deutschland als sichere Papiere verkauft. Das Szenario hatten wir ja bereits im Jahr 2008/2009 schon einmal und haben gesehen, was daraus wurde. Dem mündigen deutschen Bürger wurden vermeintlich „sichere“ Papiere als Altersvorsorge angedreht. Etliche verloren dabei viel Geld.

DAX 20.000 Punkte Dow Jones 30.000 Punkte – Schnelles Wachstum, aber …

Zuguterletzt sind die FANG Aktien (Facebook, Amazon, Netflix und Google) schon sportlich bewertet. Weitere Unternehmen wie Nvidia oder Tesla stehen diesem aber in nichts nach. Klar wachsen sie schnell, haben mittlerweile ein enormes Machtpotenzial erreicht, aber sobald sich ihre Aussichten nur leicht eintrüben sollten, kann sich das Blatt schlagartig ändern. Ein Vorgeschmack hatten wir am Freitag bei der Technologiebörse Nasdaq 100 gesehen, der mal eben um 2,5% nach unten gerauscht ist.

Dies sind erst die Anfänge und die ersten Wehen der kommenden Korrektur. Dieses Szenario war 2001/2002 ähnlich mit Cisco, Microsoft und Intel. Diese fundamental gut aufgestellten Unternehmen waren im Zuge der Tech-Blase auch um über 60% eingebrochen. Der Hype ist definitiv im letzten Drittel der Hausse angelangt und es kann mit diesem überhitzten Tempo eigentlich nicht weitergehen. Das billige Geld der EZB lässt lediglich die Fallhöhe weiter ansteigen und verzögert das kommende dramatische Szenario.

In diesem Marktumfeld ist es besser, sich eine ausgewogene Strategie zu überlegen und sich nicht von der Euphorie in den USA anstecken zu lassen. Dort sind die Bewertungen abgekoppelt von jeglicher Realität. Das Chance/Risiko-Verhältnis wird immer attraktiver. Es wird Zeit über marktneutrale Produkte oder inverse ETFs als Beimischung und Absicherung nachzudenken. Man muss sich jetzt vorbereiten, um den kommenden Wahnsinn zu entgehen.

Auf gute Investments
Ihr Florian Müller

In meinem letzten Beitrag “Sell in May and go away” habe ich die Performance des Monats Mai der letzten Jahre untersucht. Es gab keinerlei Indiz dafür, dass man gezielt hätte verkaufen sollen in diesem Monat. Die Ergebnisse der letzten 19 Jahre beim Dax waren total unkorrelliert. Ein Leser gab mir den Hinweis, dass ich ja nicht den kompletten Mai als Betrachtungszeitraum nehmen muss, sondern natürlich den Sommer im Allgemeinen. Das zweite Sprichwort lautet ja im Anschluss: „But remember to come back in September“. Man sollte also die Sommermonate komplett raus aus dem Aktienmarkt und ab Herbst wieder in den Aktienmarkt investieren. Was ist dran an diesem Spruch?

Sell in May and go away! But remember to come back in September!

Ich habe. um dies herauszufinden, nun den Betrachtungszeitraum vom Dax jeweils vom letzten Monat des Aprils bis zum letzten Tag des Augusts gewählt und die Performance in diesem speziellen Zeitraum berechnet. Folgendes Bild zeichnet sich hierbei ab:

DAX Performance im Mai-September Endstand DAX April Endstand DAX August Performance
2016 10.038,97 10.592,69 5,52%
2015 11.454,38 10.259,46 -10,43%
2014 9.603,23 9.470,17 -1,39%
2013 7.913,71 8.103,15 2,39%
2012 6.761,19 6.970,79 3,10%
2011 7.514,46 5.784,85 -23,02%
2010 6.135,70 5.925,22 -3,43%
2009 4.769,45 5.464,61 14,58%
2008 6.948,82 6.422,30 -7,58%
2007 7.408,87 7.638,17 3,09%
2006 6.009,89 5.859,57 -2,50%
2005 4.184,84 4.829,69 15,41%
2004 3.985,21 3.785,21 -5,02%
2003 2.942,04 3.484,58 18,44%
2002 5.041,20 3.712,94 -26,35%
2001 6.264,51 5.188,17 -17,18%
2000 7.414,68 7.216,45 -2,67%
1999 5.360,44 5.270,77 -1,67%
1998 5.241,23 4.811,28 -8,20%

Sommermonate verlaufen börsentechnisch schlechter

Wie hier schön zu erkennen ist, gibt es in diesem Betrachtungszeitraum 12 Jahre mit negativer Performance und 7 Jahre mit positiver Performance. Hier ist schon eine kleine Tendenz zu erkennen, dass die Sommermonate börsentechnisch schlechter verlaufen als die übrigen Monate. Woran mag dies liegen? Hier die Auflösung:

In den Sommermonaten herrscht an der Börse oftmals ein deutlich geringes Handelsvolumen aufgrund der großen Sommerferien und des Wetters. Viele sind im Urlaub und brauchen im Sommer mehr Geld als im Winter. Zudem sind in den Wintermonaten und Anfang des Jahres oft Bonifikationen von Firmen und Weihnachtsgeld fällig, welche für Investitionszwecke in den Aktienmarkt genutzt werden. Dies fällt natürlich im Sommer flach. Tendenziell sind daher die Sommermonate ruhige Monate und ab und an herrscht ein wenig Flaute und es kommt zu Abflüssen am Aktienmarkt, die wiederum mit fallenden Kursen einhergehen. So muss man den Spruch „Sell in May and go away“ nicht isoliert betrachtet, sondern mit dem nachfolgenden Spruch „But remember to come back in September“ sehen. Das war eine kurzes Statement. Weitere Artikel und interessante Fakten folgen. Besucht meinen Büchershop auf Amazon zum Thema Börse.

Auf gute Investments
Ihr Florian Müller

Immer wieder und gerade in diesem speziellen Monat Mai hört man immer wieder den alten und ausgiebig erwähnten Börsenspruch „ Sell in May and go away “! Sprichwörtlich übersetzt: Verkaufe deine Aktienpositionen im Mai und verabschiede dich von der Börse. Diesem Mysterium will ich in diesem Blogbeitrag statistisch auf den DAX in der Vergangenheit nachgehen und schauen, ob dieser Spruch auch wirklich Bedeutung hat, oder nur eine Flosskel und statistisch gesehen nicht nachhaltig relevant ist. Hierzu habe ich den DAX seit dem Jahr 1998 untersucht. Den Schlusskurs vom Ende April des jeweiligen Jahres genommen und ihn mit dem Endstand am letzten Mai Handelstag verglichen und die Performance dahingehend berechnet. Dabei komme ich zu folgendem Ergebnis, welches ich grafisch aufbereitet habe.

Sell in May and go away!

DAX Performance im Mai Anfangstand DAX Endstand DAX Performance
2016 10038,97 10262,74 2,23%
2015 11.454,38 11.413,82 -0,35%
2014 9.603,23 9.943,27 3,54%
2013 7.913,71 8.348,84 5,50%
2012 6.761,19 6.264,38 -7,35%
2011 7.514,46 7.293,69 -2,94%
2010 6.135,70 5.964,33 -2,79%
2009 4.769,45 4.940,82 3,59%
2008 6.948,82 7.096,79 2,13%
2007 7.408,87 7.883,04 6,40%
2006 6.009,89 5.692,86 -5,28%
2005 4.184,84 4.460,63 6,59%
2004 3.985,21 3.921,41 -1,60%
2003 2.942,04 2.982,68 1,38%
2002 5.041,20 4.818,30 -4,42%
2001 6.264,51 6.123,26 -2,25%
2000 7.414,68 7.109,67 -4,11%
1999 5.360,44 5.068,59 -5,44%
1998 5.241,23 5.556,99 6,02%

Kein grundsätzliches Muster

Wie man hier sehr schön erkennen kann, gibt es kein grundsätzliches Muster. In dem von mir angenommenen Betrachtungszeitraum über die letzten 19 Jahre des DAX gibt es 10 Jahre in denen der DAX eine negative Performance erzielt hat und 9 Jahre in denen er im Mai eine positive Performance abgelegt hat. Es ist keine Evidenz zu sehen. Außerdem sind die Schwankungen gering und es ist nicht einmal ein Ausreißer dabei wie >10% Minus oder Plus. Komisch das Ganze. Es lässt sich überhaupt kein Muster erkennen. Darf man jetzt den Börsenspruch doch nicht so ernst nehmen und diesem Glauben schätzen? Einerseits ist eine Datenreihe von 19 Jahren statistisch nicht sehr tragfähig aber andererseits immerhin ein langer Indikator in der sich keinerlei großartigen Auffälligkeiten ergeben und zu sehen sind. Hier wurde auch lediglich ein Indize als Maßstab genommen und nicht mehrere wie TecDAX, MDAX, SDAX, S&P500 oder Dow Jones.

Das Spiel mit der Angst ” Sell in May and go away “

Trotzdem stelle ich jetzt mal ganz dreist die Meinung, dass dieser Spruch Humbug ist und keinerlei Bedeutung zuzurechnen ist. Hier wird mit der Angst des Privatanlegers gespielt, der natürlich zu Aktionismus getrieben werden soll und Transaktionen tätigen. Dann verdient nämlich die Bank oder der Finanzdienstleister Geld. So einfach geht dieses Spiel immer wieder und viele fallen auf diesen simplen Trick rein. Man soll nicht alles Glauben bevor man es nicht richtig geprüft hat und dies ist wiedermal so ein simples Beispiel hierfür. Ich habe mich 30 Minuten mit dem Thema beschäftigt, die Historie Daten auf einem öffentlichen Finanzportal als CSV gezogen und nach dem entsprechenden Monat Mai gescannt. Voila! Und hier kam das Ergebnis in einer Excel grafisch aufbereitet.

Manchmal benötigt es nicht viel Zeit und Muße einem interessanten Mythos auf die Schliche zu kommen. Man muss sich nur einmal intensiv und in Ruhe mit dem Thema auseinandersetzen und schon ist die Lösung da. Lassen Sie sich nicht einschüchtern von irgendwelchen Börsenweisheiten oder überprüfen Sie deren Inhalt auf die Aussagekraft statistisch gesehen wie hier. Dann kann man schnell Mythen entlarven. In meinem nächsten Artikel wird es die Erweiterung des Sprichworts und die Auflösung hierzu geben.

Weitere spannende Bücher zu Aktienthemen gibts bei mir auf Amazon.

Auf gute Investments
Ihr Florian Müller

Emmanuel Macron heißt der neue Präsident Frankreichs. Es ist kein BREXIT 2.0 und kein Trump eingetreten. Der „Schwarze Schwan“ (das unvorhergesehene Ereignis) ist vorerst ausgeblieben und die Überraschung fehlgeschlagen. Die Börsen haben dies letzte Woche schon antizipiert und speziell der DAX erreichte ein neues Allzeithoch bei über 12.800 Punkten. Auch der MDAX und TecDAX konnten neue Hochs markieren. Dieses Szenario hatte ich bereits Februar in meinem Focus Money Artikel vorausgesagt. Der Euro konnte sich gegenüber dem Dollar deutlich stabilisieren und konnte die Marke von 1,10 €/$ erreichen. Macron steht für ein Pro Europa und will die Beziehungen speziell mit Deutschland weiter vertiefen.

Nach Macron, wie geht es jetzt in den USA weiter?

Nun, die Bewertungen an den amerikanischen Börsen werden immer absurder. Das KUV (Kurs-Umsatz-Verhältnis) liegt derweil bei 2,0, im langfristigen Mittel bei 0,8. Die KGVs, speziell das Shiller KGV, befinden sich im obersten 5% Bereich der letzten 140 Jahre. Viele Studentenkredite, von denen in den USA über 40 Millionen Einwohner betroffen sind, müssen bedient werden. Sollten die Zinsen in den USA mittelfristig steigen, führt dies zu einer zusätzlichen Belastung etlicher Haushalte. On top haben die meisten auch einen Autokredit und Immobilienkredit und vielleicht sogar ein Wertpapierkredit laufen. Eine Doppel-, Dreifach- oder sogar noch Mehrfachbelastung könnte die Situation weiter verschärfen und das Spiel wie damals mit der Immobilienkrise könnte wieder beginnen. Und dann?

Derweil schlummern schon einige Studentenkredite mit niedriger Bonität, also der Gefahr, dass sie nicht mehr bedient werden, am Markt. Ergo müssten diese von den Banken abgeschrieben werden. Um dem zu entgehen, könnten notleidende Kredite wieder verschachtelt werden zu einem Paket und dann mit einer angeblichen Top-Bonität gewinnbringend von den Banken weiterverkauft werden. So könnten diese toxischen Papiere dem Endkunden bei einem deutschen Kreditinstitut als sichere Anlage vorgegaukelt werden. Dieses Szenario hatten wir bereits, und es ist nicht auszuschließen, dass dies wieder eintreffen könnte. Man darf gespannt sein.

Filialsterben in USA

Bei den US-Immobilien ist speziell im gewerblichen Sektor, bei den Einkaufszentren, den sogenannten Malls, eine Gefährdung zu sehen. Hier findet derzeit ein Filialsterben statt. Sollten die Hypotheken der Gewerblichen nicht bedient werden, könnte dies wieder zu Ausfällen führen. Doch das Ausmaß der sogenannten CMBS (Commercial Mortgage-Backed Securities) ist noch relativ gering im Vergleich zur damaligen Immobilientragödie. Laut Experten geht es um rund 50 Mrd. $ im Vergleich zu den damaligen Verhältnissen vor der Immobilienkrise, als es um private Hypotheken von über 10 Billionen $ ging.

Ungeachtet dieser Gefahren scheint alles Friede, Freude Eierkuchen zu sein. Fundamental betrachtet ist der europäische Markt nur leicht überbewertet. Wieso ich immer wieder auf die USA anspreche – die Gefahren kommen meistens von Übersee kommen und können uns dann mit doppelter Wucht treffen. Dies wird wenig in den deutschen Medien erwähnt. Wir können uns den Entwicklungen in den USA nicht entziehen. Da die Privatanleger hierzulande deutlich nervöser reagieren, ist die Schwankungsintensität an den Börsen auch höher. Beim derzeitigen Aktienkursniveau sollte man sich eine klare Strategie vor Augen halten. Es kann gut sein, dass die Übertreibung noch ein wenig anhält, die Chance nach oben erachte ich aber als sehr begrenzt, wobei das Rückschlagpotenzial immens ist. Eine Long/Short Komponente oder inverse ETFs sind ein klasse Vehikel, um ein böses Erwachen zu vermeiden.

Auf gute Investments
Ihr Florian Müller

Wie soll ich mein Geld anlegen? Ich habe in letzter Zeit häufiger Anfragen bekommen, wie ich auch mit kleineren Sparbeträgen am besten mein Geld langfristig vermehre. Meine Antwort daraufhin lautet immer: Status Quo der derzeitigen Anlagen prüfen, sofort raus aus irgendwelchen Papierversprechungen, sei es Riester, Rürup, Lebens- oder Rentenversicherungen und rein in Sachwerte.

Wie soll ich mein Geld anlegen – Ein Nutzvieh und Zahlmeister

Ich hatte letzte Woche ein interessantes Gespräch zu diesem Thema. Ein Kunde von mir hat einen alten Lebensversicherungsvertrag mit 4% garantierter Verzinsung und einer Restlaufzeit von einem Jahr. Er hat neulich von seinem Versicherer ein Schreiben bekommen, dass er, um den Vertrag bis zum Ende zu erfüllen, für die restlichen 12 Monate eine Strafgebühr von 40€ monatlich zu zahlen habe. Ich war erstaunt, welche Macht ein Versicherer gegenüber einem Kunden hat und welche Möglichkeiten bestehen.

Hierzu sollte man den § 314 VAG mal genauer durchlesen: Der Versicherer kann letztendlich alles machen und hat die Machtposition gegenüber dem Kunden. Als Kunde ist man lediglich Nutzvieh und Zahlmeister.

Besser und effizienter

Besseres, effizienter und ohne Bindungsfristen kann man mit monatlich ratierlichen Sparbeträgen auf selektive ETFs erreichen. Ein global diversifiziertes ETF Portfolio ist oberstes Gebot der Stunde. Hier nutzt man den Cost Average Effekt und kann sich über Jahre und Jahrzehnte ein schönes Vermögen aufbauen. Langfristig gesehen, steigen die Märkte, trotz teilweiser heftiger Schwankungen nach oben und nach unten. Dies sind die natürlichen Konjunkturzyklen, dies ist nichts Außergewöhnliches. Wie sich der DAX in den nächsten 10 bis 15 Jahren entwickeln könnte, habe ich gesondert in einem Artikel ausgearbeitet.

Vor einer Geldanlage sollte man alle verfügbaren Informationen prüfen und danach an der einmal gewählten Strategie über Jahre festhalten. So kann dann der Zinseszinseffekt seine volle Entfaltung ausspielen. Auch mit kleinen Beträgen kann so eine überaus beachtliche Summe generiert werden. Das geht aber nur mit einem klaren Blick, einem gesunden Selbstvertrauen und einer gewissen Beharrlichkeit.

Diese Grundeigenschaften sollte man schon mitbringen, um eine langfristig erfolgreiche Performance zu erzielen. Gegen aktuelle Trends, heiße Tipps oder Pennystocks bin ich mittlerweile immun geworden. Diese Eigenschaft sollte man für sich entwickeln und sich nicht von falschen Versprechungen etc. ködern lassen.

Ein Ausblick

Die jahrelange Hausse wird bald ein jähes Ende finden. Die exorbitanten Bewertungen in den USA (Der Dow-Jones soll auf 30.000 Punkte steigen!) stimmen mich nachdenklich. Darin bestärkt wurde ich durch meine Eindrücke der kürzlichen Invest in Stuttgart.

Auf gute Investments
Ihr Florian Müller