Bitcoin Blase. Seit Monaten schoss der Bitcoin-Preis in die Höhe und hat mittlerweile ein Rekordhoch von 19000$ pro Bitcoin erreicht. Dies ist eine Vervielfachung in den letzten 3 Jahren und eine Verhundertfachung innerhalb der letzten 4 Jahre seit Beginn. Doch dann folgte ein starker Rückschlag zur Mitte des Jahres. Einerseits stellt diese Währung ein Misstrauen in die Papierwährung dar, andererseits steigt die Volatilität in den letzten paar Wochen extrem an. Ich bin mit der Materie nicht stark vertraut, sehe aber ähnliche Tendenzen wie bei der Tulpenhysterie vor Jahrhunderten in Holland. Die Party ist vorbei. Andere Kryptowährungen sind auch im Kommen und der Markt insgesamt bei einer Marktkapitalisierung von 600 Milliarden $ angekommen. Ein guter Platz um sich einen Überblick zu verschaffen ist Coinmarketcap. Derzeit sind wir weiter runtergekommen auf unter 200 Milliarden Marktkapitalisierung und viele Kryptowährungen haben in 2018 rund 80-95% an Wert verloren. Die Konsolidierung wie von mir vorhergesagt ist eingetroffen. Jetzt selektiv kaufen, aber nur mit 1-3% seines liquiden Vermögens.

Bitcoin Blase – In ein neues Zeitalter mit Bitcoin?


Klar ist es eine neue Technologie, aber in meinen Augen noch zu intransparent. Wer das Risiko liebt, kann von mir aus mit dieser Kryptowährung spielen. Die Schwankungen auf Tagesbasis sind teilweise über 10%, dessen muss man sich bewusst sein. Diese Unberechenbarkeit würde mir widerstreben und ich würde nur mit einer kleinen Summe investieren. Klar springen jetzt viele auf den fahrenden Zug auf und denken, der Kursverlauf würde sich in Zukunft extrapolieren und auf Dauer fortsetzen. Doch wo ist der Maßstab, das Greifbare, welches ich als Richtschnur nehmen kann?

Schlicht und einfach formuliert, nirgends! Zudem gab es in letzter Zeit viele Problemmeldungen mit Sicherheitsservern und anderen technischen Schwierigkeiten. Der Markt der Kryptowährungen wächst hingegen rasant, sodass man den Überblick schnell verliert. Da bleibe ich lieber bei substanziellen und reellen Werten wie Gold und Silber als Absicherung in der derzeitigen Phase der Aktienhausse. Ich schaue mir das Spiel an der Seitenlinie weiter als Beobachter an und werde mich tiefergehend in die Materie einlesen, um ein endgültiges Resumee zu ziehen.

Bitcoin Blase geplatzt, jetzt kaufen

Vorerst mal ist es mir als spekulative Beimischung geeignet aber auch nicht mehr. Einen Hype kann ich von außen auch medial schon wahrnehmen. Natürlich gibt es hier langfristig womöglich Chancen, in ein neues Zeitalter zu treten, andererseits sind für mich Risiken vorhanden, die ich bis dato noch nicht auf dem Schirm habe. Mit einem kleinen Teil als Diversifikation, kann man jedoch in diese Kryptowährung investieren. Mehr als 1-5% des Vermögens sollte es aber nicht sein. Hier ein seriöser Händler.

Auf der Börsenseite hingegen erkenne ich ganz klar Überhitzungstendenzen, die mich negativ stimmen auf mittelfristige Sicht. Sie können hierzu das neue Buch “Erfolg im Crash” lesen.

Auf gute Investments
Ihr Florian Müller

DAX 20.000 Punkte: Von Rekord zu Rekord steigen die Märkte weltweit. Speziell der Dow Jones, der NASDAQ und der DAX katapultieren sich auf immer neue Allzeithochs. Die Druckerpressen des billigen Geldes laufen weiterhin und sind vergleichbar mit einer lebenserhaltenden Injektion eines Komapatienten. Die private Verschuldung in den USA steigt exorbitant. Autokredite haben sich mehr als verdoppelt und Studentenkredite im Speziellen haben sich in den letzten 10 Jahren mehr als verdreifacht. Die Privatverschuldung hat ihr Hoch von 2008/2009 bereits überschritten und liegt derzeit bei über 12,7 Billionen $.

DAX 20.000 Punkte realistisch?

Im Gegenzug gehen in den nächsten Jahren die extrem großen Einkaufszentren, die sogenannten Malls peu a peu aufgrund der Bestellmentalität übers Internet verloren. Hier wird zukünftig ein großes Sterben stattfinden, was wiederum die commercial mortgage backed securities dramatisch ansteigen lassen wird. Diese Schrottpapiere werden hoffentlich nicht wieder von den Ratingagenturen in den USA mit Top-Bonität ausgestattet, verschachtelt und in Deutschland als sichere Papiere verkauft. Das Szenario hatten wir ja bereits im Jahr 2008/2009 schon einmal und haben gesehen, was daraus wurde. Dem mündigen deutschen Bürger wurden vermeintlich „sichere“ Papiere als Altersvorsorge angedreht. Etliche verloren dabei viel Geld.

DAX 20.000 Punkte Dow Jones 30.000 Punkte – Schnelles Wachstum, aber …

Zuguterletzt sind die FANG Aktien (Facebook, Amazon, Netflix und Google) schon sportlich bewertet. Weitere Unternehmen wie Nvidia oder Tesla stehen diesem aber in nichts nach. Klar wachsen sie schnell, haben mittlerweile ein enormes Machtpotenzial erreicht, aber sobald sich ihre Aussichten nur leicht eintrüben sollten, kann sich das Blatt schlagartig ändern. Ein Vorgeschmack hatten wir am Freitag bei der Technologiebörse Nasdaq 100 gesehen, der mal eben um 2,5% nach unten gerauscht ist.

Dies sind erst die Anfänge und die ersten Wehen der kommenden Korrektur. Dieses Szenario war 2001/2002 ähnlich mit Cisco, Microsoft und Intel. Diese fundamental gut aufgestellten Unternehmen waren im Zuge der Tech-Blase auch um über 60% eingebrochen. Der Hype ist definitiv im letzten Drittel der Hausse angelangt und es kann mit diesem überhitzten Tempo eigentlich nicht weitergehen. Das billige Geld der EZB lässt lediglich die Fallhöhe weiter ansteigen und verzögert das kommende dramatische Szenario.

In diesem Marktumfeld ist es besser, sich eine ausgewogene Strategie zu überlegen und sich nicht von der Euphorie in den USA anstecken zu lassen. Dort sind die Bewertungen abgekoppelt von jeglicher Realität. Das Chance/Risiko-Verhältnis wird immer attraktiver. Es wird Zeit über marktneutrale Produkte oder inverse ETFs als Beimischung und Absicherung nachzudenken. Man muss sich jetzt vorbereiten, um den kommenden Wahnsinn zu entgehen.

Auf gute Investments
Ihr Florian Müller

In meinem letzten Beitrag “Sell in May and go away” habe ich die Performance des Monats Mai der letzten Jahre untersucht. Es gab keinerlei Indiz dafür, dass man gezielt hätte verkaufen sollen in diesem Monat. Die Ergebnisse der letzten 19 Jahre beim Dax waren total unkorrelliert. Ein Leser gab mir den Hinweis, dass ich ja nicht den kompletten Mai als Betrachtungszeitraum nehmen muss, sondern natürlich den Sommer im Allgemeinen. Das zweite Sprichwort lautet ja im Anschluss: „But remember to come back in September“. Man sollte also die Sommermonate komplett raus aus dem Aktienmarkt und ab Herbst wieder in den Aktienmarkt investieren. Was ist dran an diesem Spruch?

Sell in May and go away! But remember to come back in September!

Ich habe. um dies herauszufinden, nun den Betrachtungszeitraum vom Dax jeweils vom letzten Monat des Aprils bis zum letzten Tag des Augusts gewählt und die Performance in diesem speziellen Zeitraum berechnet. Folgendes Bild zeichnet sich hierbei ab:

DAX Performance im Mai-SeptemberEndstand DAX AprilEndstand DAX AugustPerformance
201610.038,9710.592,695,52%
201511.454,3810.259,46-10,43%
20149.603,239.470,17-1,39%
20137.913,718.103,152,39%
20126.761,196.970,793,10%
20117.514,465.784,85-23,02%
20106.135,705.925,22-3,43%
20094.769,455.464,6114,58%
20086.948,826.422,30-7,58%
20077.408,877.638,173,09%
20066.009,895.859,57-2,50%
20054.184,844.829,6915,41%
20043.985,213.785,21-5,02%
20032.942,043.484,5818,44%
20025.041,203.712,94-26,35%
20016.264,515.188,17-17,18%
20007.414,687.216,45-2,67%
19995.360,445.270,77-1,67%
19985.241,234.811,28-8,20%

Sommermonate verlaufen börsentechnisch schlechter

Wie hier schön zu erkennen ist, gibt es in diesem Betrachtungszeitraum 12 Jahre mit negativer Performance und 7 Jahre mit positiver Performance. Hier ist schon eine kleine Tendenz zu erkennen, dass die Sommermonate börsentechnisch schlechter verlaufen als die übrigen Monate. Woran mag dies liegen? Hier die Auflösung:

In den Sommermonaten herrscht an der Börse oftmals ein deutlich geringes Handelsvolumen aufgrund der großen Sommerferien und des Wetters. Viele sind im Urlaub und brauchen im Sommer mehr Geld als im Winter. Zudem sind in den Wintermonaten und Anfang des Jahres oft Bonifikationen von Firmen und Weihnachtsgeld fällig, welche für Investitionszwecke in den Aktienmarkt genutzt werden. Dies fällt natürlich im Sommer flach. Tendenziell sind daher die Sommermonate ruhige Monate und ab und an herrscht ein wenig Flaute und es kommt zu Abflüssen am Aktienmarkt, die wiederum mit fallenden Kursen einhergehen. So muss man den Spruch „Sell in May and go away“ nicht isoliert betrachtet, sondern mit dem nachfolgenden Spruch „But remember to come back in September“ sehen. Das war eine kurzes Statement. Weitere Artikel und interessante Fakten folgen. Besucht meinen Büchershop auf Amazon zum Thema Börse.

Auf gute Investments
Ihr Florian Müller

Immer wieder und gerade in diesem speziellen Monat Mai hört man immer wieder den alten und ausgiebig erwähnten Börsenspruch „ Sell in May and go away “! Sprichwörtlich übersetzt: Verkaufe deine Aktienpositionen im Mai und verabschiede dich von der Börse. Diesem Mysterium will ich in diesem Blogbeitrag statistisch auf den DAX in der Vergangenheit nachgehen und schauen, ob dieser Spruch auch wirklich Bedeutung hat, oder nur eine Flosskel und statistisch gesehen nicht nachhaltig relevant ist. Hierzu habe ich den DAX seit dem Jahr 1998 untersucht. Den Schlusskurs vom Ende April des jeweiligen Jahres genommen und ihn mit dem Endstand am letzten Mai Handelstag verglichen und die Performance dahingehend berechnet. Dabei komme ich zu folgendem Ergebnis, welches ich grafisch aufbereitet habe.

Sell in May and go away!

DAX Performance im MaiAnfangstand DAXEndstand DAXPerformance
201610038,9710262,742,23%
201511.454,3811.413,82-0,35%
20149.603,239.943,273,54%
20137.913,718.348,845,50%
20126.761,196.264,38-7,35%
20117.514,467.293,69-2,94%
20106.135,705.964,33-2,79%
20094.769,454.940,823,59%
20086.948,827.096,792,13%
20077.408,877.883,046,40%
20066.009,895.692,86-5,28%
20054.184,844.460,636,59%
20043.985,213.921,41-1,60%
20032.942,042.982,681,38%
20025.041,204.818,30-4,42%
20016.264,516.123,26-2,25%
20007.414,687.109,67-4,11%
19995.360,445.068,59-5,44%
19985.241,235.556,996,02%

Kein grundsätzliches Muster

Wie man hier sehr schön erkennen kann, gibt es kein grundsätzliches Muster. In dem von mir angenommenen Betrachtungszeitraum über die letzten 19 Jahre des DAX gibt es 10 Jahre in denen der DAX eine negative Performance erzielt hat und 9 Jahre in denen er im Mai eine positive Performance abgelegt hat. Es ist keine Evidenz zu sehen. Außerdem sind die Schwankungen gering und es ist nicht einmal ein Ausreißer dabei wie >10% Minus oder Plus. Komisch das Ganze. Es lässt sich überhaupt kein Muster erkennen. Darf man jetzt den Börsenspruch doch nicht so ernst nehmen und diesem Glauben schätzen? Einerseits ist eine Datenreihe von 19 Jahren statistisch nicht sehr tragfähig aber andererseits immerhin ein langer Indikator in der sich keinerlei großartigen Auffälligkeiten ergeben und zu sehen sind. Hier wurde auch lediglich ein Indize als Maßstab genommen und nicht mehrere wie TecDAX, MDAX, SDAX, S&P500 oder Dow Jones.

Das Spiel mit der Angst ” Sell in May and go away “

Trotzdem stelle ich jetzt mal ganz dreist die Meinung, dass dieser Spruch Humbug ist und keinerlei Bedeutung zuzurechnen ist. Hier wird mit der Angst des Privatanlegers gespielt, der natürlich zu Aktionismus getrieben werden soll und Transaktionen tätigen. Dann verdient nämlich die Bank oder der Finanzdienstleister Geld. So einfach geht dieses Spiel immer wieder und viele fallen auf diesen simplen Trick rein. Man soll nicht alles Glauben bevor man es nicht richtig geprüft hat und dies ist wiedermal so ein simples Beispiel hierfür. Ich habe mich 30 Minuten mit dem Thema beschäftigt, die Historie Daten auf einem öffentlichen Finanzportal als CSV gezogen und nach dem entsprechenden Monat Mai gescannt. Voila! Und hier kam das Ergebnis in einer Excel grafisch aufbereitet.

Manchmal benötigt es nicht viel Zeit und Muße einem interessanten Mythos auf die Schliche zu kommen. Man muss sich nur einmal intensiv und in Ruhe mit dem Thema auseinandersetzen und schon ist die Lösung da. Lassen Sie sich nicht einschüchtern von irgendwelchen Börsenweisheiten oder überprüfen Sie deren Inhalt auf die Aussagekraft statistisch gesehen wie hier. Dann kann man schnell Mythen entlarven. In meinem nächsten Artikel wird es die Erweiterung des Sprichworts und die Auflösung hierzu geben.

Weitere spannende Bücher zu Aktienthemen gibts bei mir auf Amazon.

Auf gute Investments
Ihr Florian Müller

Emmanuel Macron heißt der neue Präsident Frankreichs. Es ist kein BREXIT 2.0 und kein Trump eingetreten. Der „Schwarze Schwan“ (das unvorhergesehene Ereignis) ist vorerst ausgeblieben und die Überraschung fehlgeschlagen. Die Börsen haben dies letzte Woche schon antizipiert und speziell der DAX erreichte ein neues Allzeithoch bei über 12.800 Punkten. Auch der MDAX und TecDAX konnten neue Hochs markieren. Dieses Szenario hatte ich bereits Februar in meinem Focus Money Artikel vorausgesagt. Der Euro konnte sich gegenüber dem Dollar deutlich stabilisieren und konnte die Marke von 1,10 €/$ erreichen. Macron steht für ein Pro Europa und will die Beziehungen speziell mit Deutschland weiter vertiefen.

Nach Macron, wie geht es jetzt in den USA weiter?

Nun, die Bewertungen an den amerikanischen Börsen werden immer absurder. Das KUV (Kurs-Umsatz-Verhältnis) liegt derweil bei 2,0, im langfristigen Mittel bei 0,8. Die KGVs, speziell das Shiller KGV, befinden sich im obersten 5% Bereich der letzten 140 Jahre. Viele Studentenkredite, von denen in den USA über 40 Millionen Einwohner betroffen sind, müssen bedient werden. Sollten die Zinsen in den USA mittelfristig steigen, führt dies zu einer zusätzlichen Belastung etlicher Haushalte. On top haben die meisten auch einen Autokredit und Immobilienkredit und vielleicht sogar ein Wertpapierkredit laufen. Eine Doppel-, Dreifach- oder sogar noch Mehrfachbelastung könnte die Situation weiter verschärfen und das Spiel wie damals mit der Immobilienkrise könnte wieder beginnen. Und dann?

Derweil schlummern schon einige Studentenkredite mit niedriger Bonität, also der Gefahr, dass sie nicht mehr bedient werden, am Markt. Ergo müssten diese von den Banken abgeschrieben werden. Um dem zu entgehen, könnten notleidende Kredite wieder verschachtelt werden zu einem Paket und dann mit einer angeblichen Top-Bonität gewinnbringend von den Banken weiterverkauft werden. So könnten diese toxischen Papiere dem Endkunden bei einem deutschen Kreditinstitut als sichere Anlage vorgegaukelt werden. Dieses Szenario hatten wir bereits, und es ist nicht auszuschließen, dass dies wieder eintreffen könnte. Man darf gespannt sein.

Filialsterben in USA

Bei den US-Immobilien ist speziell im gewerblichen Sektor, bei den Einkaufszentren, den sogenannten Malls, eine Gefährdung zu sehen. Hier findet derzeit ein Filialsterben statt. Sollten die Hypotheken der Gewerblichen nicht bedient werden, könnte dies wieder zu Ausfällen führen. Doch das Ausmaß der sogenannten CMBS (Commercial Mortgage-Backed Securities) ist noch relativ gering im Vergleich zur damaligen Immobilientragödie. Laut Experten geht es um rund 50 Mrd. $ im Vergleich zu den damaligen Verhältnissen vor der Immobilienkrise, als es um private Hypotheken von über 10 Billionen $ ging.

Ungeachtet dieser Gefahren scheint alles Friede, Freude Eierkuchen zu sein. Fundamental betrachtet ist der europäische Markt nur leicht überbewertet. Wieso ich immer wieder auf die USA anspreche – die Gefahren kommen meistens von Übersee kommen und können uns dann mit doppelter Wucht treffen. Dies wird wenig in den deutschen Medien erwähnt. Wir können uns den Entwicklungen in den USA nicht entziehen. Da die Privatanleger hierzulande deutlich nervöser reagieren, ist die Schwankungsintensität an den Börsen auch höher. Beim derzeitigen Aktienkursniveau sollte man sich eine klare Strategie vor Augen halten. Es kann gut sein, dass die Übertreibung noch ein wenig anhält, die Chance nach oben erachte ich aber als sehr begrenzt, wobei das Rückschlagpotenzial immens ist. Eine Long/Short Komponente oder inverse ETFs sind ein klasse Vehikel, um ein böses Erwachen zu vermeiden.

Auf gute Investments
Ihr Florian Müller

Wie soll ich mein Geld anlegen? Ich habe in letzter Zeit häufiger Anfragen bekommen, wie ich auch mit kleineren Sparbeträgen am besten mein Geld langfristig vermehre. Meine Antwort daraufhin lautet immer: Status Quo der derzeitigen Anlagen prüfen, sofort raus aus irgendwelchen Papierversprechungen, sei es Riester, Rürup, Lebens- oder Rentenversicherungen und rein in Sachwerte.

Wie soll ich mein Geld anlegen – Ein Nutzvieh und Zahlmeister

Ich hatte letzte Woche ein interessantes Gespräch zu diesem Thema. Ein Kunde von mir hat einen alten Lebensversicherungsvertrag mit 4% garantierter Verzinsung und einer Restlaufzeit von einem Jahr. Er hat neulich von seinem Versicherer ein Schreiben bekommen, dass er, um den Vertrag bis zum Ende zu erfüllen, für die restlichen 12 Monate eine Strafgebühr von 40€ monatlich zu zahlen habe. Ich war erstaunt, welche Macht ein Versicherer gegenüber einem Kunden hat und welche Möglichkeiten bestehen.

Hierzu sollte man den § 314 VAG mal genauer durchlesen: Der Versicherer kann letztendlich alles machen und hat die Machtposition gegenüber dem Kunden. Als Kunde ist man lediglich Nutzvieh und Zahlmeister.

Besser und effizienter

Besseres, effizienter und ohne Bindungsfristen kann man mit monatlich ratierlichen Sparbeträgen auf selektive ETFs erreichen. Ein global diversifiziertes ETF Portfolio ist oberstes Gebot der Stunde. Hier nutzt man den Cost Average Effekt und kann sich über Jahre und Jahrzehnte ein schönes Vermögen aufbauen. Langfristig gesehen, steigen die Märkte, trotz teilweiser heftiger Schwankungen nach oben und nach unten. Dies sind die natürlichen Konjunkturzyklen, dies ist nichts Außergewöhnliches. Wie sich der DAX in den nächsten 10 bis 15 Jahren entwickeln könnte, habe ich gesondert in einem Artikel ausgearbeitet.

Vor einer Geldanlage sollte man alle verfügbaren Informationen prüfen und danach an der einmal gewählten Strategie über Jahre festhalten. So kann dann der Zinseszinseffekt seine volle Entfaltung ausspielen. Auch mit kleinen Beträgen kann so eine überaus beachtliche Summe generiert werden. Das geht aber nur mit einem klaren Blick, einem gesunden Selbstvertrauen und einer gewissen Beharrlichkeit.

Diese Grundeigenschaften sollte man schon mitbringen, um eine langfristig erfolgreiche Performance zu erzielen. Gegen aktuelle Trends, heiße Tipps oder Pennystocks bin ich mittlerweile immun geworden. Diese Eigenschaft sollte man für sich entwickeln und sich nicht von falschen Versprechungen etc. ködern lassen.

Ein Ausblick

Die jahrelange Hausse wird bald ein jähes Ende finden. Die exorbitanten Bewertungen in den USA (Der Dow-Jones soll auf 30.000 Punkte steigen!) stimmen mich nachdenklich. Darin bestärkt wurde ich durch meine Eindrücke der kürzlichen Invest in Stuttgart.

Auf gute Investments
Ihr Florian Müller

Invest Stuttgart: Letztes Wochenende war ich auf der größten Anlegermesse in Deutschland, der Invest in Stuttgart. Über 12.000 Besucher kamen an den zwei Tagen und informierten sich an verschiedenen Ständen. Zudem gab es ein reichhaltiges Angebot an Vorträgen verschiedener Experten und Koryphäen der Finanzbranche. Ich traf einige Bloggerkollegen mal persönlich und konnte mich mit Ihnen austauschen! Es gab sogar eine separate Bloggerlounge mit Fachdiskussionen rund um den Aktienmarkt.

Invest Stuttgart : Was sind die nächsten Trends?

Die digitalen Vermögensverwalter sind auf dem Vormarsch, haben aber noch einiges an Aufholpotenzial. Die Resonanz auf der Invest war jedoch groß und viele scheinen dahingehend offen zu sein, das Geld einem Robo Advisor anzuvertrauen. Zudem bekommt das Thema Social Trading immer mehr Aufmerksamkeit. Hierüber kann man privaten Anlegern folgen und Geld investieren! Die Innovation wird kommen und die Bankenwelt schnell verändern. In den nächsten drei bis fünf Jahren wird es zu großen Verwerfungen kommen aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung.

Die meisten Banken sind dafür miserabel aufgestellt und haben keine klare Strategie, wie sie Ihre Kunden behalten können. Allein mit Ipads und großen TVs auf den Messeständen wird dies nicht gelingen. Von Seiten der Produktpalette gibt es weiterhin keine klare Transparenz, was im Sinne des Privatanlegers wäre. Doch Ehrlichkeit und Authentizität werden sich auch im Bankenbereich langfristig durchsetzen. Die Transparenz ist durch das Internet mittlerweile gegeben. Kostenintransparenz und Inflexibilität werden bald kein Thema mehr sein.

Wie geht es weiter an den Kapitalmärkten?

Der Grundtenor der Experten war eindeutig positiv, was den Aktienmarkt betrifft. Solange die Geldschleusen weiterhin geöffnet sind, fließt das Kapital weiter in den Aktienmarkt so die allgegenwärtige Meinung. Was mich skeptischer stimmt, ist der LEI Index in den USA. Diesen habe ich schon in einem vorhergehenden Artikel genauestens beschrieben.

Invest Stuttgart – Resumee


Dieser sehr wichtige Indikator ist auf einem neuen Hoch angekommen. In der Vergangenheit hat es vom jetzigen Stand nicht lange gedauert, bis eine deutliche Korrektur stattgefunden hat. Die Rahmendaten in Deutschland speziell sehen aber nicht schlecht aus. Es kann sich alles noch ein wenig hinauszögern. Die Uhr läuft mittlerweile gegen den Bullen. Es wird weiterhin trotzdem alles probiert, um das ganze Konstrukt am Laufen zu halten. Janet Yellen, die FED Chefin, will ja nicht in die Geschichtsbücher eingehen als jemand, der einen Börsencrash ausgelöst hat und wird alles daran setzen, dies nicht so weit kommen zu lassen. Was sie jedoch nicht beeinflussen kann, sind externe Gefahren von politischer Seite, zum Beispiel Syrien und Nordkorea.

Es wird Zeit, sein Portfolio einer allgemeinen Analyse zu unterziehen und die Unwägbarkeiten einzudämmen.

Auf gute Investments
Ihr Florian Müller

Kapitalmarkt: Die Banken sind dabei, eine Gebühr für das Geldabheben einzuführen. Bis zu 2€ kann es pro Abhebung kosten. Unerheblich ist dabei die Summe, die ausgezahlt wird. Bei kleineren Geldbeträgen ist dies durchaus ein beachtlicher Wert oder eine „Strafzahlung“, wie ich es nenne. Die Lage am Kapitalmarkt spitzt sich zu.  Außerdem sind die ersten Onlinebanken dabei, Negativzinsen auf das Verrechnungskonto einzuführen, unabhängig von der Höhe.

Die Lage am Kapitalmarkt spitzt sich zu!

Derweil ist die „offizielle“ Inflationsrate im März leicht zurückgegangen auf 1,6% von 2,2% im Vormonat. Wieso ich die offizielle Inflationsrate in Anführungszeichen setze? Der zugrundeliegende Warenkorb ist nämlich nicht sonderlich repräsentativ im Vergleich zum tatsächlichen Warenkorb eines Otto Normalverbrauchers. Die gefühlte und echte Inflation liegt bei weitem höher und ist deutlich spürbar. Somit geht die Geldentwertung stetig voran und wird auch jetzt auch langsam spürbar bei der Bevölkerung. Im Gegenzug steigen die Aktienmärkte weiter nach oben. Das Desaster mit dem Nervengasangriff in Syrien tangierte die Börse nur kurzzeitig. Neue Alltime Highs erreichten wir beim TecDAX und MDAX Ende letzter Woche.

Wie stehen die weiteren Signale?

Ich war das Wochenende auf der Invest in Stuttgart und konnte mir einige Vorträge anhören. Von DOW Jones bei 25.000 Punkten bis hin zum DAX bei 17.000 Punkten war alles dabei. Tendenziell sind alle weiterhin positiv, was mich ein wenig stört. Nach der Gaußschen Glockenkurve ist diese positive Verteilung und Konzentrierung ein schlechtes Indiz. Eine gesunde Korrektur ist längst überfällig. Einige mir bekannte renommierte Fondsmanager haben Ihre Cashquote weiter erhöht und sind somit vorsichtiger geworden. Ein gesundes Chance/Risiko Verhältnis ist meines Erachtens nicht mehr groß gegeben.

Leider gibt es aus geschichtlicher Sicht kein nennenswertes vergleichbares Ereignis in solch einer Konstellation wie wir sie derzeit vorfinden. Ein weiteres schlechtes Omen sind die „verflixten 7er Jahre“ wie es 2017 wieder mal sein könnte. In Jahren mit der Endzahl 7 verlor der Dow Jones seit der statistischen Auswertung von 1897 um durchschnittlich rund 22%. Nur ein Fluch oder ein Segen, stellt sich hierbei die Frage?

Ich möchte keine Prophezeiungen oder gar die Kristallkugel hervorholen. Es ist jedoch an der Zeit, Gewinne aus Aktien mittlerweile ein wenig zu realisieren und in defensivere Vehikel umzuschichten. Eine durchdachte Absicherungsstrategie scheint in der jetzigen Situation gar nicht schlecht zu sein. Zudem kann man diese als Beimischung in ein ausgewogenes Depot kontinuierlich ausbauen.

Auf gute Investments
Ihr Florian Müller

Börsentag München: Am Samstag war ich zum ersten Mal auf dem Börsentag in München, eine der größten Privatanlegermessen in Deutschland. Ich traf mich am Morgen mit meinen Bloggerkollegen Alex und Florian, danach ging es gleich weiter mit meinem ersten Interview, bei dem ich mein aktuelles Buch „Arm durch (private) Altersvorsorge“ vorstellte und andere Fragen meines Namensvetters Florian beantwortete. Das Video dazu wird bald auf Youtube erscheinen und ich werde es zusätzlich auf meinem Blog veröffentlichen.

Impressionen vom Börsentag in München

Es herrschte schon früh morgens ein reger Andrang von Besuchern. Es hatte für mich den Anschein, dass es doch einige verunsicherte Privatanleger gibt, welche sich informieren wollten und den Vorträgen der Experten lauschten. Generell waren die Stände der Banken in der Überzahl. Der grundsätzliche Tenor klang durchweg positiv, was die Aktienmärkte betraf. Die Inflation steigt und die Börsenkurse steigen. Das Karussell dreht sich weiter. Die ausufernden Schulden weltweit und das billige Geld sind der Treiber der Aktienmärkte sowie des Booms am Immobilienmarkt. Ein separater ausführlicher Bericht zum Börsentag erfolgt in zwei Wochen als Gastartikel.

Weiter im Programm

Ich konnte mit vielen Privatanlegern reden am Samstag. Die meisten haben ein ungutes Gefühl in dem Sinne, dass sie die Anzeichen erkannt haben, allerdings den zeitlichen Faktor nicht einschätzen können, wann wieder ein Bärenmarkt mit sinkenden Kursen startet. Viele trauen der EU keine prosperierende Zukunft zu. Die Papierwerte werden sukzessiv enteignet, die Schulden werden immenser und die Arbeitslosigkeit stagniert im Süden Europas auf desaströsem Niveau. In US-Amerika startet eine junge, gut ausgebildete Generation der 20-30jährigen mit horrenden Schulden ins Arbeitsleben. Diese summieren sich nach dem Studium auf 50.000$-100.000$. Zeitgleich sind jedoch die Reallöhne nicht gestiegen, sodass die meisten eine herbe Enttäuschung erleben werden. Viele müssen dann lange die Kredite monatlich abstottern, sie müssen erstmal auf die eigene Wohnung verzichten und leben noch im Haushalt ihrer Eltern.

Neue Geschäftszweige entstehen

Die Rückbesinnung auf tatsächliche, reelle Werten hält nach und nach auch in der Finanzwelt Einzug. Speziell der physische Erwerb von Gold und anderen Edelmetallen ist wieder gefragt. Hier war eine rege Nachfrage am Börsentag vorhanden. Viele sehnen sich nach der Transparenz und wollen nicht mehr nur konsumieren. Sie machen sich Gedanken über die Dinge. Eindeutig sieht man das in der Lebensmittelbranche. Hier entstehen in den Regionen einheimische Hofläden, die qualitativ hochwertige Produkte aus eigenem Anbau oder Viehzucht anbieten. Zwar teurer als beim Discounter, aber mit einem Nachweis, was das Produkt beinhaltet oder wo es herkommt. Diese erfreuen sich immer mehr Beliebtheit und stärken zudem die regionale Verbundenheit. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass die Wirtschaft auch regional profitiert und das Geld in heimischen Gefilden bleibt. Die Angebotspalette steigt kontinuierlich und ein komplett neuer Geschäftszweig ist entstanden.

Dieses Phänomen könnte bald auch in der Finanzwelt um sich greifen. Die Intransparenz ist bei den meisten Produkten immer noch immens und nicht nachvollziehbar. Die Zeiten mit hohen Zinsen sind ad acta gelegt und die Perversion des Finanzsystems nimmt immer groteskere Züge an. Eine Rückführung auf beständige Werte sollte deshalb in jedem Portfolio mit dabei sein. Umschichtungen von Papier- in Sachwerte sowieso. Papierversprechungen stellen lediglich eine Forderung dar. Und Forderungen können im schlimmsten Falle gekürzt oder sogar komplett ausfallen. Eine gute Diversifizierung des Portfolios in verschiedene Anlageklassen wie exzellente Aktien, ein paar substanzhaltige ETFs mit einem global diversifizierten Ansatz als Sparplan und ein gewisser Anteil an Edelmetallen ist die Grundvoraussetzung.

Auf gute Investments
Ihr Florian Müller