staatliche produkte oder aktien kaufen

Staatliche Produkte oder Aktien kaufen, anstatt sich auf “staatliche Zulagen“ zu verlassen

Staatliche Produkte oder Aktien kaufen: Immer wieder wird in den Medien auf die von Versicherungen und Banken angebotenen Lebens- Renten-, Riester- oder Rürup Versicherungen eingegangen. Es gibt allein in Deutschland über 90 Millionen Lebensversicherungen. Wie diese genau funktionieren, ist neulich in einem interessanten Artikel von „Das Investment“ veröffentlicht worden. Danach lohnen sich auch Altverträge meistens nicht und sind trotz der garantierten Zinssätze von 2,3 oder 4% oft unrentabel. Die Kosten sind einfach zu immens. Die Absenkung des „Garantie“- Zinssatzes auf unter 1% führt diese Anlageform künftig ad absurdum.

Die Riester Rente, von der es über 16 Millionen Verträge gibt, ist ebenfalls ein Fass ohne Boden. Hier ist erst diese Woche ein Top Buch rausgekommen (Die Riester – Leaks), welches sarkastisch und informativ, die ganzen negativen Aspekte dieses Produktes aufzeigt. Die Ködermittel „staatliche Zulagen“ und „Steuervorteile“ bewahrheiten sich in Wirklichkeit größtenteils nicht. Ein niederschmetterndes und ernüchterndes Beispiel bewahrheitet sich, wenn man hinter die Kulissen schaut und die AGBs einmal näher betrachtet. Die Rürup Rente verhält sich ähnlich und hat kaum mehr zu bieten.

Staatliche Produkte oder Aktien kaufen – Für den Kunden meist nutzlos

Natürlich gibt es die Renten- und Lebensversicherungen auch mit einem Fondsanteil zu kaufen, sodass man tendenziell am Aktienmarkt mit partizipieren kann. Das Dumme ist nur, dass man bei diesen Produkten zweimal zur Kasse gebeten wird. Einmal zahlt der Kunde für den Versicherungsmantel und zugleich noch für den Aktienpart die vollen Fondskosten! Anfängliche Kosten von über 10% und laufende jährliche Kosten von 3-4% sind hierbei keine Seltenheit. Da kann der Fonds noch so gut abschneiden. Eine vernünftige langfristige Rendite lässt sich dadurch trotzdem nicht erwirtschaften. Bausparverträge sind durch die niedrigen Zinssätze der EZB ebenfalls nicht mehr lukrativ. Der Vorteil eines günstigen Baukredits ist dadurch nicht mehr gegeben. Somit schneiden die meisten Produkte schlecht ab und bleiben eine Cash Cow für die Versicherer und Banken. Dem Kunden nutzen sie meistens nicht.

Staatliche Produkte oder Aktien kaufen – Fazit

Wer sein Glück an der Börse probiert, braucht vorab viel Erfahrung oder muss einen unabhängigen Profi um Rat bitten. Sobald eine globale Strategie aber mal steht, sollte man diese nicht überdenken und dieser über Jahre oder sogar Jahrzehnte treu bleiben. Dabei gibt es natürlich Schwankungen, mit denen der Privatanleger zurechtkommen sollte. Eine Vorsichtsmaßnahme sollte sein, maximal nur ein oder zweimal im Jahr überhaupt in das Depot zu schauen und ansonsten die Zeit für wichtigere und sinnvollere Dinge zu nutzen.

Nie vergessen: trotz zwischenzeitlicher Achterbahnfahrten an der Börse steigen die Kurse langfristig. Der Preis dafür ist die Volatilität, die man in Kauf nehmen muss, um Erfolg zu haben. Am besten man fängt mit einem Musterdepot und Spielgeld ran, startet mit monatlichen ratierlichen Sparbeträgen in ETF, oder liest Bücher, die sich mit dem Thema beschäftigen.

Ich empfehle mentale Fitness, ein gesundes Selbstbewusstsein, starke Nerven und am besten gar keine Emotionalität an der Börse zulassen. Dann kann man ganz entspannt dem Rentenalter entgegenblicken.

8 Kommentare
  1. Mein Geldanlage Vergleich
    Mein Geldanlage Vergleich sagte:

    Hallo,

    ich finde das man nicht pauschal Riester und Co. verteufeln sollte. Die Argumente die du angeführt hast sind sicherlich richtig und treffen auch sehr oft zu. Ich bin aber für einen gesunden Mix aus verschiedenen Anlagevarianten. Sie gibt es Beispielsweise die Möglichkeit Riester mit einem Banksparplan zu machen. Das ist nicht so sehr bekannt weil die Banken und Versicherungen nichts damit verdienen. Aber dort sind die Gebühren sehr niedrig und man kann dadurch die Staatliche Förderung besser nutzen.
    Zufällig habe ich in den letzten Wochen dazu einen Beitrag veröffentlicht der den Banksparplan näher vorstellt.
    http://mein-geldanlage-vergleich.de/riester-rente-banksparplan-html/
    Ich würde als Grundlage einen solchen Riester Vertrag immer mit in meinen Überlegungen einbeziehen.
    Ansonsten hast du natürlich recht, dass an Aktien zur Zeit kein Weg vorbei führt.
    Aber die gesunde Mischung macht eine gute Geldanlage aus.

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  2. Pascal
    Pascal sagte:

    Hallo Florian,
    sehr lesenswerter Artikel mit wichtigem Inhalt. Ich habe das Gefühl, viele Menschen möchten das Thema Altersvorsorge so schnell wie möglich hinter sich bringen. In der Folge wird beim Versicherungsvertreter des “Vertrauens” schnell ein Wohlfühl-All-Inclusive Vertrag abgeschlossen und schon muss man sich nie wieder Sorgen machen. Bis dann ein paar Jahre vor der geplanten Rente das böse Erwachen folgt.
    Es lohnt sich also etwas Zeit zu investieren, um seine Finanzen selber in die Hand zu nehmen. Bei den immenses Gebühren für die angesprochenen Produkte, zahlt sich diese zeitliche Investition allemal aus.

    Beste Grüße
    Pascal

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  3. Florian
    Florian sagte:

    @Mein Geldanlage Vergleich: Die Kosten sind dann einerseits durch den Versicherungsmantel und den Banksparplan gegeben. sozusagen doppelte Kosten. Die “staatliche Zulage” vereinnahmt die Versicherung und verrechnet dies intern in der Blackbox mit seinen Kosten. Dies finde ich keine gute Idee. Pauschale Aussagen sind das nicht. Wenn sich nur ein Bruchteil lohnt, muss man Kunden, welche in solchen Produkten Ihr Geld liegen haben warnen. Die staatlichen Zulagen sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
    @Pascal: Du hast vollkommen recht. Hauptsache das Thema ist oberflächlich abgehakt. Leider nimmt sich keiner die entsprechende Zeit, was später zu heftigen Einbußen bei der Rendite führt. Dies zahlt sich allemal aus, definitiv.

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    • Mein Geldanlage Vergleich
      Mein Geldanlage Vergleich sagte:

      Hallo Florian,

      ich bin ganz auf deiner Seite, was die Produkte von Versicherungen zu Riester betreffen. Dort sollte man ganz genau prüfen wie hoch die Kosten sind und was am Ende vom Ersparten übrig bleibt. Aber ein Banksparplan wird in der Regel von keiner Versicherung angeboten, sondern nur von Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Dort sind die Gebühren um einiges niedriger als bei “normalen” Riester Verträgen. Weil mit diesen Verträgen nicht so gut zu verdienen ist, bieten die “normalen Riester Verkäufer diese Verträge auch selten oder nie an. Das erklärt auch die Unbekanntheit.
      Zugegeben sind die Zinsen zur Zeit nicht besonders hoch, aber durch die Zulagen und den niedrigen Kosten wird diese Riester Möglichkeit meiner Meinung nach wieder als eine Säule der Altersvorsorge interessant.
      Dies nochmal als kleine Anmerkung 🙂

      Gruß Klaus-Dieter

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  4. Florian
    Florian sagte:

    Hallo Klaus-Dieter,

    dann stelle ich dir mal eine Frage? Wieso sollte man dann nicht ein globales ETF Portfolio bei einer Online Bank aufbauen. Ich habe schon reale Riesterverträge gesehen mit Aktienanteil sprich Fonds. Mit einer angenommenen Rendite und Wertentwicklung der Fonds von 6% vor Kosten und vor Steuern, blieben effektiv nach Abzug aller Kosten 2% übrig. Aber nur, wenn man den Vertrag 30 Jahre durchhält. Wo ist denn da der Sinn und die Logik? Zudem wird die von dir zweimal erwähnte “staatliche Zulage” auch intern verrechnet. Die bekommt man nicht, wie von allen Medien etc. suggeriert einfach so zugeschrieben. Außerdem ist man weiterhin in den Fängen der Versicherung. Hier gibt es ein §89 VAG der dem Kunden jegliche Rechte abnimmt, sollte die Versicherung mal in ernsthafte Schwierigkeiten geraten…Wieso binden, wenn es DO IT YOURSELF so einfach geht, oder man sich unabhängig Rat sucht..Das ist zumindest meine Meinung. Auf die typischen Flosskeln falle ich nicht drauf rein…

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  5. Oliver
    Oliver sagte:

    Auch ich halte es für falsch, Riester- und Rürup-Rente pauschal zu verteufeln.

    Wenn ich mir den von dir verlinkten Artikel von „Das Investment“ anschaue, sehe ich nur eine PDF-Seite, die noch dazu mit 50% Grafik zugepflastert ist. Der Aussagegehalt beschränkt sich hierbei auf die Botschaft:“Nicht 100% Ihrer Beiträge fließt in den Aufbau Ihres Altersvorsorgekapitals“. Mensch, das ist ja mal ne Wucht! Seriöse Beratung geht aber anders. Offen gesagt, haben meine Kunden das schon lange gewusst, bevor sie sich bei mir zur Beratung eingefunden haben. Wenn eine Risikokomponente „Tod“ mit abgesichert wird, kann logischerweise nicht der volle Beitrag zum Aufbau von Kapital zur Verfügung stehen.
    Und dass auch eine Versicherung (wie jedes andere Unternehmen auch) Vertriebs- und Verwaltungskosten hat, die in der Marge Niederschlag finden müssen, ist wohl auch jedem Erstsemester BWL klar.

    Weiterhin schreibst du: „Danach lohnen sich auch Altverträge meistens nicht und sind trotz der garantierten Zinssätze von 2,3 oder 4% oft unrentabel.“
    Wohlgemerkt geht es hier um Riester-Verträge, die nichts anderes sind als klassische Lebensversicherungen, garniert mit einer Zulage und steuerlichen Vorteilen, die für Einschränkungen bei der Verfügbarkeit erkauft wird. Sie ist also, in einfachen Worten: Eine klassische Rentenversicherung mit einem staatlichen „Rendite-Booster“. Wenn also die Riester-Rente ach so schlecht ist, müssten klassische Kapital-Lebensversicherungen das ja erst recht sein. Wieso ist diese Anlageform denn dann schon seit ewigen Zeiten des Deutschen liebste? Wieso haben Generationen von Kunden damit ihre Altersvorsorge und ihre Kapitalanlage zu einem günstigen Ergebnis gebracht? Nur an der Niedrigzinsphase kann es ja nicht liegen, sonst würdest du ja wohl kaum immer wieder über strukturelle und konzeptionelle Fehler argumentieren.

    Davon abgesehen ist die Abzinsung des Garantiezinses natürlich Grund genug, sich nicht mehr auf festverzinste Varianten der Altersvorsorgeverträge einzulassen. Aber hier gibt es ja genug Alternativen im chancenorientierten Bereich.

    Deine Buchempfehlung finde ich dann auch etwas gewagt: Wenn ich mir den Klappentext bei Amazon anschaue, fällt mir sofort auf, dass dieses Buch sehr angriffslustig geschrieben ist und hierbei auch persönlich zu werden und unter die Gürtellinie zu gehen scheint. Da stellt sich mir die Frage, ob du es nötig hast, dich auf solche sprachlichen Niederrungen hier in deinem sonst gut geführten Blog einzulassen. Und wenn jemand doch gute Argumente auf seiner Seite hat, wie es der Autor anscheinend glaubt, hat er doch normalerweise solche sprachlichen Ausrisse gar nicht nötig, oder?
    Mir scheint, hier überwiegen eben nicht saubere Recherche und gute Argumente, weshalb dann auf solche sprachlichen Attacken zurückgegriffen werden musste, um Aufmerksamkeit und Selbstsicherheit zu erlangen.
    Und nein, ich werde das Buch nicht lesen, um mich eines Besseren belehren zu lassen. Es gibt genug wissenschaftliche Auseinandersetzungen zum Thema Riester und Rürup, da muss ich nicht das Ebook eines Möchtegern-Insiders kaufen.
    Kennen Sie den Autor persönlich oder hatten Sie jemals Kontakt zu ihm?

    Was die Anlage Altersvorsorge in Fonds anbelangt, hast du zumindest teilweise recht: Viele Fondsgesellschaften lassen sich die Anlage des Kunden auch noch mal versilbern, sodass der Kunde doppelt zahlt. Aber hier gibt es mittlerweile genug Alternativen: Von der Riester-Anlage in ETF bis zur Riester-Anlage in derivativen Finanzinnovationen ist alles möglich. Der Kunde muss nur von einem kundigen Berater betreut werden.

    Sorry, aber dein Artikel ist mir in vielen Punkten viel zu pauschal und tendenziös. Das hast du schon besser hinbekommen.

    Viele Grüße

    Oliver

    Antworten
  6. Florian
    Florian sagte:

    Lieber Oliver,

    vielen Dank für dein Kommentar. Ich glaube ich muss mich nicht vor einem rechtfertigen, der bei einer Bank arbeitet? Da habe ich ein ein besseres Ausgangsniveau von der Unabhängigkeit, Glaubwürdigkeit und Authentizität. Ja ich kenne den Autor und habe das Buch gelesen, nicht nur die Vorschau, anhand derer wenig Aussagekraft besteht.

    Ich habe 3 Fragen zu deinem Kommentar:

    1) Was kommst denn bei den wissenschaftlichen Auseinandersetzungen raus zum Thema Riester und Rürup?
    2) Wo arbeitet der kundige Berater? Welche Produkte bietet er denn an, bzw. du in der Praxis?
    3) Du scheinst ja Berater zu sein?

    Beste Grüße

    Florian

    Antworten

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