Wie lässt sich das Filialsterben der Banken erklären?

Filialsterben Banken: Die Deutsche Bank schließt derzeit etliche Filialen, die unrentabel sind. Sowas aber auch. Auch die Sparkassen und Volksbanken beginnen mit der Selektierung ungünstiger Standorte. Wieso? Ein Manko, was mir auch in der Hochfinanz in Frankfurt auffällt. Es fehlt hinten und vorne an kreativen und innovativen digitalen Lösungen in sämtlichen Bereichen der Beratung. Hier ist akuter Handlungsbedarf.

Wieso?

Viele Großbanken stecken zwar Unsummen an Geld in das Thema “Digitalisierung”, jedoch haben einige eine uralte Technik und Infrastruktur und bekommen dieses Problem nicht gelöst. Es wird viel outgesourct an renommierte Unternehmensberatung, die sich für unverschämte Stundensätze der Thematik annehmen sollen. Wieso es nicht vorwärtsgeht, hat mit vielen Parametern zu tun. Einerseits hemmt eine starre und unflexible Hierarchie, andererseits gibt es keine klare Strategie und Vorstellung, wie man sich medial präsentiert. Also keine Kreativität. Ist man denn etwas anderes gewohnt. Klare Antwort: Nein.

Zudem werden viele Bereiche immer noch viel zu intransparent geführt. Wie immer. Der Privatkunde ist im Zeitalter der digitalen Welt immer aufgeklärter und lässt sich nicht mehr so einfach mit Standardprodukten der Bank abspeisen. Man ist aufgeklärt. Hier ein interessanter Artikel, wie immer noch mit einfachen Mitteln versucht wird, die Kunden im wahrsten Sinne des Wortes mit kostspieligen Produkten zu ködern: Die Rente im Selbstversuch. Ein sehr gutes Beispiel.

Filialsterben Banken – Wie die Zukunft des digitalen Banking aussehen könnte!


Ein weiteres Filialsterben der Banken wird stattfinden. Die neue Generation will mit einfachen, klaren und transparenten Kostenstrukturen bedient werden, was seitens der renommierten großen Banken bei weitem nicht abgedeckt werden kann. Eine App, Übersicht auf dem Tablet, Online Entwicklungen, aktuelle Performanceübersichten, Benchmarkvergleich und tagesaktuelle Kurse sind nur wenige Beispiele, welche an und für sich keine Probleme darstellen sollten, es jedoch sind.

Des Weiteren wird immer noch nicht offen mit dem Kunden umgegangen, was dieser zunehmend kritischer betrachtet. Viele sehen die Interessenskonflikte der Banken, die Produkte nur Ihrer Partnerunternehmen offerieren können und somit die Objektivität der Beratung nicht gegeben ist. Es braucht authentische Berater, die ungebunden und frei in der Fülle an Produkten den Kunden nach bestem Wissen und Gewissen beraten.

Ein Fazit

In den nächsten 5 Jahren wird sich vieles in der Branche ändern. Wer jetzt nicht aktiv handelt, wird gnadenlos von der Bildoberfläche verschwinden.  Eine realistische Prognose. Inwiefern? Die Fintechs stehen schon mit ihren innovativen Konzepten in Lauerstellung. Inwieweit diese ein komplettes Bankenrepertoire ablösen können, bleibt fraglich. Jedoch werden sie in Teilbereichen Kooperationen mit Banken eingehen und vielleicht sogar im digitalen Banking eine Vorreiterstellung einnehmen. Wir werden sehen. Ein Schelm wer Böses dabei denkt.

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Viel Spaß

Ihr Florian Müller

6 Kommentare
  1. Wolfgang
    Wolfgang sagte:

    Hallo zusammen,

    ich sehe zwei Hauptfaktoren:

    1. Die Deutschen verstehen immer mehr, dass der Produktverkauf in der Bank oft keine Beratung ist
    2. Die Digitalisierung so viele Filialen in Deutschland unnötig macht.

    LG Wolfgang

    Antworten
    • Florian
      Florian sagte:

      Hallo Wolfgang,

      zu Punkt 1: Ich stimme dir zu, dass die neue Transparenz und Aufklärung hinsichtlich der Vorsorge immer mehr zunimmt. In dem Sinne findet ja grundsätzlich keine Beratung statt, sondern ein Verkauf. Die Menschen werden aber langsam immer aufgeklärter. Zudem haben viele ein ungutes Gefühl, sobald Sie eine Bankfiliale betreten. Die meisten Privatanleger wissen doch, das Sie größtenteils nicht objektiv beraten werden, trauen sich aber nicht die Produkte zu hinterfragen.

      zu Punkt 2: Das haben die Banken verschlafen und haben jetzt akuten Nachholbedarf.

      Antworten
  2. Christian
    Christian sagte:

    Ich frage mal umgekehrt: Haben Banken nicht jahrelang die Unkenntnis der Kunden genutzt und ihnen jeden Quatsch angedreht, nur um selbst ein gutes Ergebnis zu machen? Man hat damit viel Geld verdient und konnte sich Filialen und Personal leisten. Dank der Digitalisierung haben Kunden inzwischen aber immer mehr (mutmaßlich) neutrale Informationen, es gibt Online-Player mit deutlich besseren Kostenstrukturen und entsprechend besseren Angeboten, gleichzeitig fressen Niedrigzinsen auch noch die Margen der Banken auf. Endlich muss man sich in der Branche also vom Wohlstandsbäuchlein trennen!

    Und mal ehrlich: die auf die meisten Produkte in der Vergangenheit vom Bankberater verdienten Provisionen waren doch ohnehin schamlos übertrieben, erst recht im Vergleich zur geleisteten Beratung…

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    • Florian
      Florian sagte:

      In den nächsten 5 Jahren wird es zu großen Verwerfungen in der Bankbranche kommen. Speziell in Frankfurt, mit den oftmals starren und rückständigen Strukturen, werden sich einige gehörig umsehen müssen. Aber wie du sagst die “dicken” fetten Jahre sind wohl vorbei. Sie haben sich auch reichlich viel Geld gezahlt in den Führungsetagen. Die Ignoranz und fehlende Kompetenz hinsichtlich dem Thema Digitalisierung wird Sie nun endlich bestrafen 🙂
      Die Transparenz sorgt für mehr Aufklärung und dadurch können einfache Argumente im Kundengespräch, die damals noch überzeugt haben, nicht mehr greifen. Ich freue mich auf die Zukunft und kann dem entspannt entgegensehen.

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  3. Alexander
    Alexander sagte:

    Schönes Thema. Ist doch ganz klar warum Filialbanken nach und nach aussterben. Die Leute begreifen endlich, dass unseren typischen Hausbanken unnötige Gebühren abverlangen. Deswegen profitieren derzeit auch viele Direktbanken, die vermeidlich bessere Zinsen anbieten. Doch schaut man genauer hin sind diese Zinsen auch nicht wirklich überragend. Kein Wunder, dass viele neue FinTech-Startups emporsteigen und deutliche bessere Geldanlageprodukte für den Endkunden anbieten. Derzeit richten viele Sparer ihre Blicke ins EU-Ausland.

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    • Florian
      Florian sagte:

      Ja, das Thema ist in Amerika schon fortgeschrittener. Hier wird schon deutlich mehr Volumen in die Anlageklasse der Robo Advisor investiert. Es ist nur noch eine Frage derzeit, bis sich hier einige platzieren.

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