Ein oft negativ wirkender Begriff sind die Schwankungen an der Börse. Dabei sind diese in der Realität und auf lange Frist gesehen eher von Vorteil. In der folgenden Grafik sind die verschiedenen Anlagehorizonte und deren Volatilitäten zu unterschiedlichen Zeitpunkten dargestellt. Die Daten habe ich vom Deutschen Aktieninstitut und ausgewertet.

Schwankungen an der Börse sind eine Chance, kein Risiko
Das beste Börsenjahr beim DAX ging einher mit einem Plus von sagenhaften 84%, das schlechteste mit einem Minus von 44%. Im Zweijahreszeitraum schnitt der DAX immer noch mit grandiosen 44% ab, der schlechteste Zeitraum im 2 Jahres-Rhythmus verzeichnete ein Minus von 33%. Nach 5 Jahren war der schlechteste Zeitraum durch ein Minus von 9% gekennzeichnet, der beste Zeitraum mit einem Plus von 30%. Nach 10 Jahren gab es beim DAX lediglich ein Zeitraum der negativ war mit -2%. Der beste 10 Jahres-Zeitraum ging einher mit einer durchschnittlichen Rendite von 16%, p.a. wohlgemerkt. Nach 20 Jahren Beobachtungszeitraum gab es keine negativen Renditen mehr beim DAX. Der schlechteste Zeitraum erwirtschaftete lediglich 1%, aber der beste 20 Jahreszeitraum hingegen 15%.

Ausdauer, Geduld und Disziplin an der Börse

Gut zu erkennen ist die abnehmende Volatilität im Laufe der Jahre und Jahrzehnte, wobei auch mit zunehmendem Anlagehorizont die Wahrscheinlichkeit steigt, positive Renditen zu erwirtschaften. Im Gegenzug sinkt die Wahrscheinlichkeit, negative Renditen zu erzielen von Jahr zu Jahr deutlich. Ausdauer, Geduld und Disziplin sind daher oberstes Gebot in volatilen Märkten. Der Fokus sollte immer auf die Langfristigkeit (im Optimalfall, das Investieren über Dekaden) ausgerichtet sein. Innehalten und Schwankungen durchzustehen ist letztendlich der Preis, der gezahlt wird, um langfristig entlohnt zu werden, wobei die „Behavioral Finance“, besser gesagt die Verhaltenspsychologie eine entscheidende Rolle spielt.

Fazit

Es ist und bleibt eine mentale Sache, denn in einer immer kurzatmigeren Zeit wird es natürlich für den Privatanleger schwieriger, nicht in Aktionismus zu verfallen. Dies ist und bleibt die Königsdisziplin beim Investieren. Die erfolgreichsten Anleger verfolgen oftmals die Buy & Hold Strategie und verkaufen Ihre Aktien oder ETFs nicht. Liegenlassen, Schlaftablette nehmen und schlafen, war einst schon eine alte Börsenweisheit des Altmeisters Kostolany.

Auf gute Investments

4 Kommentare
  1. Ex-Studentin
    Ex-Studentin sagte:

    Dein Diagramm bringt es auf den Punkt. In Foren lese ich häufig Fragen wie: “Wollen uns in 5 Jahren ein Haus kaufen. Lohnt sich bis dahin das Investieren an der Börse?” Das Diagramm beantwortet diese Frage.

    Was man auch noch dazu sagen sollte: 1% auf 20 Jahre hört sich nun nach sehr wenig an, aber durch den Cost Average- Effekt mittelt es sich aus. Man erreicht dann zwar auch nicht die 15% im besten Fall, ist dafür aber besser als die 1%.

    Antworten
  2. Florian
    Florian sagte:

    Hi Ex-Studentin, vielen Dank für dein Kommentar. Die 1% auf 20 Jahre ist die durchschnittliche Rendite p.a. Also kumuliert auf den Zeitraum ergibt dies durch den Zinseszins mehr als 20% in Summe. Und das ist das Worst Case Szenario. Es gibt im Beobachtungszeitraum von 20 Jahren über 30 Messwerte aus der Vergangenheit. Und das dieses worst case Szenario Eintritt lag bei unter 5%. Ich bin hier von einer Einmalanlage ausgegangen. Bei kontinuierlichem Sparen, wie du in deinem Kommentar erwähnt hast, profitiert man noch zusätzlich von dem Cost Average Effekt. Also Langfristigkeit zahlt sich definitiv aus. Nach 25 und 30 Jahren winken satte Renditen, sollte man die Ausdauer mitbringen.

    Antworten
  3. Oliver
    Oliver sagte:

    Hallo Florian,

    wirklich eine sehr gute und aussagekräftige Grafik, die du da besorgt hast und die ein logisches Verständnis der Wahrscheinlichkeiten am Aktienmarkt erleichtert.

    Zum Titel deines Artikels:
    Ich finde, der beste Beweis dafür, dass Schwankungen immer eher als Chance denn als Risiko begriffen werden sollten, sind doch die Vola-Aufschläge auf Optionspreise.
    Da sieht man genau, dass Marktteilnehmer für eine hohe Volatilität mehr bezahlen als für eine niedrige.

    Liebe Grüße

    Oliver

    Antworten

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.