Bestandsaufnahme und neue Höchststände beim DAX

Höchststände: Die amerikanische Notenbank hat die Zinsen diese Woche um 0,25% auf 0,75% erhöht. Als Randnotiz zur heilen Welt in Amerika: Die prosperierende Wirtschaft ist ein Hauptgrund für die Erhöhung der Zinsen. Die Märkte steigen. Der Dow Jones und der DAX erreichen neue Höchststände. Doch dies ist alles eine Farce vor dem Hintergrund, dass es bei den wenigsten Amerikanern im Geldbeutel ersichtlich ist. Wie in meinem letzten Artikel schon erwähnt, sind Auto- und Bildungskredite auf einem Rekordhoch. Die Pumpgesellschaft wächst weiter und der Konsum wird mit billigem Geld vorangetrieben. Die tatsächliche Arbeitslosenquote der Amerikaner liegt bei über 10%, allein über 50 Millionen Amerikaner leben tagtäglich von Essensmarken.

Höchststände beim DAX?

Im Gegensatz zu den amerikanischen Unternehmen, die auf immensen Cashreserven in Höhe von mehreren, teilweise sogar hunderten Milliarden $ sitzen und nicht wissen, wohin mit dem Geld. Die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich weiter. Trotzdem wird eine heile Welt nach außen hin suggeriert. Der Aufschwung in Amerika kommt den reichen Millionären und Milliardären zugute in Form von Zins- und Dividendeneinnahmen. Der Rest versucht, sich jeden Monat mit mehreren Jobs über Wasser zu halten.

Sonderbelastungen in Höhe von ein paar Hundert $ wie beispielsweise eine kaputte Waschmaschine etc. stellen für die meisten Amerikaner eine enorme Herausforderung dar. Nun gut, weiter im Programm. Direkt nach der Zinsentscheidung hat der Euro gegenüber dem Dollar aufgewertet und der Goldpreis ist um mehr als 2% gestiegen. Der DAX konnte seine Wegrichtung gen Norden weiter ausbauen. Wir stehen jetzt aktuell bei 12.100 Punkten und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis wir die Höchststände von April 2015 erreichen. Kurzzeitige Unruhe könnten die Wahlen Ende April in Frankreich mit sich bringen. Dort ist bei weitem noch nicht geklärt, wer hier gewinnt. Überraschungspotenziale und Schwarze Schwäne lauern genug um den Globus. Die Partystimmung an den Börsen ist bei weitem noch nicht da. Somit ergibt sich auf kurzfristige Sicht weiteres Potenzial für den DAX um neue Höchststände zu erreichen.

Europa steht Amerika in nichts nach!

Das Bild in Europa ist nämlich so verheerend, dass die EZB unter Mario Draghi keine Möglichkeiten hat, die Zinsen zu erhöhen. FED und EZB laufen eigentlich mit einer zeitlichen Verzögerung von ein bis zwei Jahren immer im Einklang. Doch den südeuropäischen Staaten wie Spanien, Portugal, Italien und Griechenland geht es weiterhin hundsmiserabel. Eine stagnierende Wirtschaft und eine unvorstellbar hohe Jugendarbeitslosigkeit lassen viele Köpfe weiterhin hängen. Die klugen Köpfe verlassen in Massen aus Perspektivlosigkeit das Land. Die Lage hat sich seit dem Jahr 2009 leicht verbessert, doch findet das Wachstum auf sehr niedrigem Niveau statt. Im Gegenzug nimmt die Inflation wieder zu und führt dazu, dass wir sukzessive enteignet werden. Die Target 2 Salden werden im Sommer die 1 Billionen € Marke nach oben durchbrechen. Dies sind in meinen Augen Forderungen, die uneinholbar verloren sind. Hier eine detaillierte Erklärung.

Eine weitere Senkung der Negativzinsen auch für Kleinsparer in Richtung -2% bis -4% ist durchaus über mittelfristige Sicht realistisch. Etliche Banken, auch Onlinebanken, bereiten dies gerade vor und einige haben es bereits eingeführt. Derzeit ist es noch nicht so spürbar, weil es in Etappen von sich geht, um die Menschen dahingehend zu sensibilisieren und den Gewöhnungseffekt zu schaffen. Auf Dauer wird diese Spirale jedoch nicht gut gehen. Die deutschen Sparer werden geschröpft und das Geld wird umverteilt.

Das nächste große Pulverfass steht dann mit den bestehenden Lebens- und Rentenversicherungen an. Hier wird es, sollte die Niedrigzinsphase in Europa weiter andauern, eine sich verschärfende Situation entwickeln. Die Diskrepanz zwischen reeller Renditeerzielung heute und den „Garantie“- Versprechungen von 3,5%-4% bei Abschluss dieser Policen in den 90er Jahren, ist sehr groß. Hierzu habe ich ein kostenloses E-Paper mit 50 Seiten entworfen, welches man auf meiner Seite bei Eintragung in den Newsletter kostenlos erhält.

Fazit

In Summe wird uns eingeredet, es gehe uns toll und die Wirtschaft brumme. In der Realität kommt das lediglich den oberen Zehntausend zu Gute. Der Rest wird mehr und mehr fallen gelassen. Es wird sich zwangsläufig so einstellen wie in Amerika. Alles von dort schwappt mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung zu uns. Es drohen mehrere Jobs bei stagnierenden oder sinkenden Reallöhnen. Die nächste industrielle Revolution in Form der „Digitalisierung“ wird diesen Prozess noch beschleunigen. In 5 bis 10 Jahren werden viele einfache Tätigkeiten aufgrund der Automatisierung und Robotisierung nicht mehr gebraucht. Dies betrifft dann einfache Tätigkeiten, die kostengünstiger outgesourct werden können. Ergo rollt damit eine weitere große Arbeitslosenwelle auf uns zu. Positionieren Sie sich jetzt richtig und werten Sie die Informationen gut aus. Eine gezielte Vorausschau im Berufs- und Privatleben kann Gold wert sein.

Gerne kommentieren und Schreiben!

Auf gute Investments
Ihr Florian Müller

2 Kommentare
  1. Vermögensanleger
    Vermögensanleger sagte:

    Hi Florian,

    im Prinzip kann ich die Tageszeitung abbestellen und brauch mich auch sonst nirgends mehr über aktuelle Entwicklungen informieren. Deine kurzweiligen Zusammenfassungen der jeweiligen Situation machen das fast überflüssig. Das ist eine großartige Qualität.

    Die Sache mit den Negativzinsen halte ich nicht für so problematisch. Der Aufschrei in der Bevölkerung ist aus meiner Sicht arg übertrieben. Es obliegt jedem Sparer angemessen auf die Situation zu reagieren und sich eine Alternative zu überlegen. Für mich ist es nur eine weitere Herausforderung, die im Laufe eines Anlegerlebens immer wieder auf mich zu kommen werden. Geldanlage bedeutet auch, auf Veränderungen zu reagieren. So wie im übrigen Leben. Von daher können wir alle ganz entspannt bleiben.

    Besten Dank!
    Marco

    Antworten
  2. Florian
    Florian sagte:

    Du hast recht mit den Negativzinsen. Leider schmerzt es uns noch zu wenig. Trotzdem unternehmen die meisten nichts proaktiv von Ihrer Seite aus um diesen gegenzuwirken. Du bist mit deinem Mindset schon ein paar Schritte voraus 😉

    Antworten

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