NACHTEILE VON PRODUKTEN MIT GARANTIEN

Nachteile von Produkten mit Garantien bedeuten meistens eine Absicherung. In welcher Form auch immer diese Absicherung geschieht, ist erst einmal zweitrangig. Die nächste Grundregel ist folgende: Garantien sind niemals umsonst. Jede Garantie beinhaltet Kosten. Ob direkt oder indirekt, ist ebenfalls nicht primär wichtig. Sobald Ihnen ein Vertreter, ein Verkäufer einer Versicherung oder Bank etc. mit Garantien kommt, sollten Ihre natürlichen menschlichen Sensoren Alarm schlagen. Das Schlagwort „Garantie“ ist zwar positiv aufgeladen und klingt in den Ohren vieler Deutscher wie Balsam, doch dahinter verbirgt sich aber ein immenser Nachteil. Der Kunde wird hier gnadenlos mit einem Schlagwort geködert. Zudem gibt es wirkliche Garantien nur sehr selten. Garantien gehen bei Finanzprodukten grundsätzlich immer auf Kosten der Rendite. Also bleibt weniger übrig vom eingezahlten Geld.
OnVista Bank - Die neue Tradingfreiheit

Nachteile von Produkten mit Garantien

Das meiste, was an Garantien versprochen wird, ist sowieso eine Illusion, wie beispielsweise der „garantierte Zinssatz“ bei Lebensversicherungen. Dieser ist bei weitem nicht so sicher, wie es nach außen hin suggeriert wird. Im Ernstfall, falls eine Versicherung in finanzielle oder existenzbedrohende Schwierigkeiten gerät, greift hier ein Sicherungsschirm namens Protector. Dieser wird aber womöglich nicht greifen, wenn es tatsächlich um die Existenz der Versicherung geht. Hierbei steht die Rettung des Konzerns an oberster Stelle. Zu schmerzhaft könnten die Auswirkungen bei einer Pleite oder einer Insolvenz des Konzerns sein. Dabei werden zuerst die Kundengelder als Rettungsanker angegangen, bevor die Katastrophe perfekt ist. Natürlich nur zum Wohle und Schutz des Kunden. Somit ist dieser vorgegaukelte Sicherheitsschutz nur eine Farce und eine Beruhigungspille für die Kunden. Im Worst Case Szenario aber kein Schutz vor dem Totalausfall der eingezahlten Beträge. Extremes Risiko ist vorhanden.

Nachteile von Produkten mit Garantien – Weitere Garantien halten oft nicht, was Sie nach außen hin versprechen

Der Sicherheitsaspekt der „Garantie“ wird missbraucht und zweckentfremdet. Das Garantiekapital wird vornehmlich in konservativen und renditeschwachen Anlageformen angelegt. Dies könnten beispielsweise Tages- oder Festgeld-Konten sein. Bei großen Volumina sind aber in dieser Anlageform keine Renditen mehr zu erwarten. Im Gegenteil, hier gibt es Negativverzinsungen, die an dem Kapital zehren. Man zahlt sozusagen für die vermeintliche „Sicherheit“ noch extra Kosten. Ergo hat man eine Renditebremse installiert und eine zusätzliche Einnahmequelle für die Versicherer implementiert. Einziger Ausweg aus diesem Dilemma sind offene und transparente Produkte, welche so langsam in den Vordergrund kommen werden.
OnVista Bank - Die neue Tradingfreiheit

Fazit

Die ganzen Produkte rund um Riester und Rürup sind zu intransparent und unflexibel. Allein der Vertreter kommt immer wieder mit den einzigen Parolen, die er auf den Verkaufsseminaren gelernt hat – „Steuern sparen“ und „staatliche Zulagen“. In der näheren Betrachtung erweisen sich jedoch diese zwei Verkaufsargumente als nicht nachhaltig. Einen pauschalen Steuervorteil gibt es grundsätzlich nicht, und die staatlichen Zulagen bekommt nicht der Versicherungsnehmer, sondern die Versicherung, welche wiederum diese Einnahmen mit den Kosten verwurschtelt. Offen und transparent ist hier nichts. Ein weiteres Problem ist, dass die meisten Kunden diese Zulagen versäumen und damit wiederum der Steuervorteil ad acta gelegt wird. Hierzu ist es nämlich notwendig in seiner Einkommenssteuererklärung Angaben zu seinem Riestervertrag zu machen, um in den Genuss der Vorteile zu kommen. Dies wird von der Mehrheit der Versicherten erst gar nicht gemacht.

Auf gute Investments

Euer / Ihr Florian Müller

4 Kommentare
  1. Pascal
    Pascal sagte:

    Hi Florian,
    danke für deinen informativen Artikel!
    Er erinnert mich sehr an mein erstes Beratungsgespräch mit einem Versicherungsvertreter. Ich hatte gerade erst angefangen zu arbeiten und wollte ein Teil meines Gehalts sinnvoll anlegen. Der Berater versorgte meine Familie seit geraumer Zeit mit Versicherungen etc.
    Er empfahl mir eine Kapitallebensversicherung, inkl. Fondsanlage, Steuerersparnisse und Garantieausschüttung. Es klang fast zu gut um wahr zu sein: Eine Garantie, dass ich zumindest meine eingezahlten Beiträge am Ende der Laufzeit zurückbekomme. Auf die Nachfrage hin, wie das denn möglich sei und was mich das kostet, wurde es zunächst still im Raum. Danach kamen abenteuerliche Erläuterungen. Long story short: If it sounds too good to be true, it most certainly is. An der Börse wird einem nichts geschenkt. Wer eine Garantie haben möchte, muss dafür mit weniger Rendite bezahlen.
    Nur leider wird diese Tatsache nicht offen von der Branche kommuniziert. Insbesondere gegenüber Menschen, die auf einen Berater angewiesen sind. Und dann wundert man sich über ein schlechtes Image.

    Beste Grüße
    Pascal

    Antworten
  2. Florian
    Florian sagte:

    Hi Pascal,

    ich habe auch schon negative Erfahrungen mit einer fondsgebundenen Rentenversicherung gemacht. Ich wurde im Jahr 2004 damit gelockt, den Steuervorteil noch zu haben. Leider gibt es immer nur die einzelnen Flosskeln wie “Steuern sparen” oder “staatliche Garantie” auf die auch ich damals reingefallen bin. Die Kosten sind einfach viel zu hoch und die Produkte zu intransparent. Im Endeffekt ist man mit einer simplen und transparenten Strategie viel flexibler und auch nicht an irgendwelche Verträge gebunden, die teilweise sehr komplex sind.
    Davor möchte ich viele vorab schützen. Die Riesterrente beispielsweise ist ein ebenso unlukratives Produkt, wovon es aber 16 Mio. Verträge mittlerweile gibt.

    Viele Grüße

    Antworten
    • Pascal
      Pascal sagte:

      Intransparenz ist hier das perfekte Stichwort. Diese Verträge sind selbst mit entsprechender Vorbildung schwer zu durchblicken. Und der Anlageberater scheint daran auch nur selten interessiert zu sein. Lieber wird mit wohlklingenden Floskeln um sich geworfen.
      Sich zu informieren und dann die Finanzen in die eigenen Hände zu nehmen, ist also der beste Weg.
      Beste Grüße

      Antworten
  3. Florian
    Florian sagte:

    Meistens wissen auch die entsprechenden “Berater” nicht alle Kosten auf Anhieb. Diese sind von Mathematikern und Aktuaren so verschachtelt, das selbst Profis meistens erst in einer ausgeweiteten Analyse auf die unendlichen Kostenfaktoren stoßen.
    Wie du geschrieben hast, ist es für die meisten Privatanleger nicht so einfach damit klar zu kommen, da ETFs auch nur ein Handwerkszeug ist, welches bei falscher Benutzung schlimme Schäden hinterlässt. Stichwort: Emotionen, Aktionismus etc pp.

    Antworten

Hinterlasse ein Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.