April 24

Helikoptergeld – Regnet es bald Geld?

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Helikoptergeld – Regnet es bald Geld?

Die Welt, in der wir leben, wird immer absurder. So haben wir seit geraumer Zeit eine Nullzinspolitik und damit einhergehend keine Verzinsung mehr für Sparguthaben und Tages- und Festgeldkonten, nun steht uns nun womöglich die nächste Stufe der künstlichen Wiederbelebung der Konjunktur ins Haus. Das Helikoptergeld! Was an einen US-Kriegsfilm erinnert, bei der viele Apache-Hubschrauber den Himmel verdunkeln und Geld regnen lassen, stellt sich nüchtern betrachtet aber als eine recht unspektakuläre Sache dar.

Die EZB könnte mittels Helikoptergeld jedem EU Bürger einfach einen Betrag X, sagen wir 2000€, überweisen. Mit dem Geld sollen dann die Bürger konsumieren gehen. Ergo sollen die Konjunktur wieder an Fahrt gewinnen und die Wachstumsraten wieder moderat steigen. Sollte dies immer noch nicht funktionieren, könnte man weitere Gelder überweisen, bis die Wirtschaft endlich angeregt wird. Dieses künstliche Aufheizen der EZB wäre eine der letzten Stufen zur Wiederbelebung des Patienten Europas.

Obwohl Kredite für Privatpersonen derzeit sehr günstig sind, ist die Nachfrage gering. Angesichts einer unsicheren Zukunft vermeiden viele Bürger es, sich zu verschulden. Auch ist die wirtschaftliche Situation in vielen Teilen Südeuropas weiterhin katastrophal. Speziell die Arbeitslosigkeit unter den Jugendlichen (zwischen 15-24 Jahren) liegt in Griechenland, Spanien und Kroatien weiterhin bei über 40%. Diese Statistik ist aus dem Bericht von Februar 2016. Siehe nachfolgende Grafik:
Europa

Quelle: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/74795/umfrage/jugendarbeitslosigkeit-in-europa/

Zum Hintergrund der möglichen Helikoptergeld – Aktion

Die permanente Senkung der Leitzinsen ist für diejenigen gut, welche sich verschulden möchten, sei es aufgrund eines Immobilienkaufs, der Renovierung oder Instandhaltung einer Immobilie. Hingegen sind die klassischen deutschen Sparformen wie Tagesgeld, Festgeld, die fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen sowie das Sparbuch mittlerweile ein Auslaufmodell. Keine Zinsen und hohe Kosten vernichten auf dramatische Weise das konservativ angelegte Sparguthaben der deutschen Bevölkerung. Im Fachjargon nennt man dies die kalte Enteignung.

Eine Lösung wäre die Anlage in alternative Investments wie Aktien oder ETFs, die den Deutschen allerdings bisweilen nicht gut in Erinnerung sind. Hier sträubt sich der sicherheitsorientierte Deutsche, dass er keine Garantien etc. bekommt wie beispielsweise bei Lebensversicherungen. Wobei man dazu sagen muss, dass diese Garantie bei Lebensversicherungen mittlerweile in einer Illusion verpufft ist. Zudem nimmt die Verschuldung der Staaten weiterhin zu, sodass dieser bösartige Kreislauf immer noch nicht geschlossen wurde.

Fazit


Viele Möglichkeiten bleiben der EZB nicht mehr, um den Wirtschaftskreislauf in Schwung zu bekommen. An der Zinsschraube kann nicht mehr viel nach unten gedreht werden. Eine der letzten, rechtlich auch etwas kritischen Methode wäre der Einsatz des Helikoptergelds. Durch diese außergewöhnliche Geldinjektion würden sich direkte Impulse ergeben können, falls das zur Verfügung gestellte Geld nicht direkt gespart, sondern ein Teil für den Konsum ausgegeben wird. Ob es letztendlich soweit kommt, muss man abwarten. Sicher ist nur, dass es eine reale Option bleibt unter den Umständen, dass es keine weiteren Anregungen seitens der wirtschaftlichen Rahmendaten gibt. In welcher Form und Höhe diese Maßnahmen uns betreffen werden, bleibt genauso offen, wie die genaue Gestaltung der EZB-Maßnahmen. Es bleibt weiterhin sehr spannend und äußerst kritisch.

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Florian

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